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Die Hochzeit: “Ein filmisches Desaster” mit Til Schweiger

Letzte Woche hat bt-Filmkritiker Alex Bauer dem Film “1917” die Höchstwertung von fünf Sternen gegeben. Sieben Tage später war der Kinoexperte mit zwei Leserinnen des Bayreuther Tagblatts nun im Film “Die Hochzeit” mit Til Schweiger. Sein Urteil ist vernichtend. Mehr dazu gibt’s hier im Artikel!

Der Trailer zum Film

Das sagen Stefanie Ammon und Simone Kießling zum Film

bt-Filmkritiker Alex Bauer findet

bt- Filmkritiker Alex Bauer.

“Da hat also Til Schweiger wieder einmal zwei Stunden meines Lebens geraubt. Unwiederbringlich weg. Und für was? Für die Fortsetzung des enttäuschenden “Klassentreffen 1.0 – Die unglaubliche Reise der Silberrücken”. Für die schlechte Fortsetzung eines schlechten Films. Achso, Teil 2 heißt “Die Hochzeit”. Schon erwähnt, dass der Film schlecht ist?

Na gut, von vorne: es ist ein bisschen Zeit vergangen seit den chaotischen Ereignissen des ersten Films. DJ Thommy (nein, nicht Thomas Gottschalk sondern Til Schweiger) will heiraten, sein Kumpel Andi (Milan Peschel) hat sich schon wieder von seiner Frau getrennt und ist dementsprechend auf der verzweifelten Suche nach der wahren Liebe und Nils (Samuel Finzi) erfährt, dass seine tolle Ehe doch den einen oder anderen Knacks hat.

Drum herum hat Til Schweiger wieder eine völlig belanglose Aneinanderreihung von Fremdschämmomenten, sehr platte Witze und gruselige Dialoge gepackt – natürlich mit schönen Sepia-Aufnahmem im Niemandsland von Brandenburg, auf dessen Landstraßen man gefühlt stundenlang an goldenen Weizenfeldern vorbeifahren kann. Mit einem dicken Geländewagen eines Stuttgarter Autobauers. Klar. Wenn die Gruppe nicht gerade durch die Pampa gurkt, wird von den Männern Schweigers “Bier” getrunken, die Frauen halten sich an Schweigers Wein, bekleidet sind die Darsteller gerne mit Schweigers Modelinie, die Pizza wird in Schweigers Pizzeria geholt, die Kulissen wurden mit Schweiger Inneneinrichtungslinie ausgestattet und sogar das Wasser, das die Darsteller während des Films trinken, ist Marke Schweiger. Zwei Stunden Dauerwerbesendung also, fehlt nur der Einblender am oberen Rand der Leinwand.

Schweigers Tochter Lilli darf auch mitspielen, natürlich, andere Rollen außer in Papas Filmen konnte sie bisher nicht ergattern. Liegt evtl. daran, dass sie die Mimik und das Talent vom Papa geerbt hat. Nicht so toll. Auf was dürfen sich Kinogänger sonst noch freuen? Auf viel Fäkalsprache, einen Fleischpenis bei einer Beerdigung und Scheidenkrämpfe inklusive Viagra-Unfall. Da fragt man sich eigentlich nur, wo Matthias Schweighöfer geblieben ist – der hätte perfekt reingepasst in dieses filmische Desaster.”

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