Freizeit

Graffiti an der Rosenau

Spricht man über Graffiti in Bayreuth, kommt man nicht daran vorbei, auch über die Rosenau zu sprechen. Das Gelände gehört der Bayreuther Bierbrauerei AG und war bis vor einiger Zeit einer der Hot Spots der Graffiti-Szene in Bayreuth. Zwar wurde nie ein offizielles Dokument ausgestellt oder eine Genehmigung erteilt, jedoch konnten die Sprüher, so Christoph Schemann von der Universität Bayreuth, per „Gewohnheitsrecht“ malen.

Besonderheiten der „Rosi“

Das Besondere an diesem Ort war, dass alle herkommen konnten, um gemeinsam zu sprühen, unabhängig der Fähigkeiten oder des Alters. Die Rosenau bot also einen Treffpunkt für jeden aus Bayreuth und Umgebung, der erste Schritte im Graffiti unternehmen und sich ausprobieren wollte. Zugleich waren aber auch stets alte Hasen der Szene am Start. All das machte die Rosenau zum einzigen Platz, der weder durch die Stadt noch durch einzelne Sprüher kontrolliert wurde.

Der Brand

Dann kam der Brand. Alles wurde komplett abgerissen. Wer heute an der ehemaligen „Rosi“ vorbei geht, sieht eine Sportanlage. Weniges erinnert daran, was hier einmal gewesen ist. Weniges erinnert an den wohl bekanntesten und beliebtesten Platz für Sprayer. Einen solchen Ort gibt es nicht mehr in Bayreuth. Zumindest in dieser Form.

Die letzten Wandreste des ehemaligen Graffiti-Spots
Foto: red.

Überbleibsel

Das Stückchen Wand ist ein Überbleibsel aus dieser Zeit. Betrachtet man es genauer, fällt auf, wie viele verschiedene Schichten Lack übereinander aufgetragen wurden. Wie bei einem Baum kann man hier die Generationen an Sprühern erkennen. Denn anders als üblich wurden die Bilder ständig wieder neu übermalt. Denn es war vor allem eins: ein Ort, um zusammen zu kommen und sich auszuprobieren.

Wer mehr über die Hintergründe des Sprühens in Bayreuth erfahren möchte, kann unseren Artikel „Eine Spurensuche: die Anfänge des Graffiti“ lesen. Im letzten Artikel haben wir uns dem legalen Sprühen beim Unternehmen Rottolin gewidmet.

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