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Diese 14 Gemeinden im Kreis erzeugen mehr Strom als sie verbrauchen

Erstmals in der Geschichte haben die Wind-, Solar,- Wasserkraft- und Biogasanlagen im Landkreis Bayreuth mehr grünen Strom produziert, als verbraucht wurde. Das meldet der Landkreis Bayreuth. Der Kreis liege demnach deutlich über dem bayerischen Durchschnitt und erreiche sein Klimaziel im Bereich Stromerzeugung früher als geplant.  In anderen Sektoren, zum Beispiel bei  den Verkehrsemissionen oder dem Gesamtenergieverbrauch, sei die Entwicklung jedoch weniger positiv.

Windkraft ist Nummer Eins

Unter den erneuerbaren Energien habe die Windenergie weiter zugelegt. Mit 55 Prozent nehme sie die Spitzenposition ein, gefolgt von Strom aus Photovoltaik- und Biomasseanlagen. Die Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2017 und wurden vom Klimaschutzmanagement des Landkreises berechnet. Neuere Daten lägen noch nicht vor.

Spitzenreiter Prebitz

Mit 107 Prozent ist der Anteil an Strom aus erneuerbaren Quellen am Stromverbrauch im Landkreis Bayreuth mehr als doppelt so hoch wie im bayerischen Durchschnitt (48 Prozent). Mittlerweile erzeugen dem Landratsamt zufolge bereits 14 von 33 Gemeinden im Landkreis mehr Strom aus erneuerbaren Energien als sie verbrauchen. Darunter finden sich neben Pegnitz, Speicherdorf, Eckersdorf, Gefrees, Heinersreuth und Creußen auch kleinere Gemeinden mit geringem Energieverbrauch, die aber über größere Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien verfügen. Spitzenreiter sei die Gemeinde Prebitz, welche mehr als das Vierfache des eigenen Stromverbrauchs mit erneuerbaren Energien erzeugt. Einige Gemeinden hätten aber zu wenig geeignete Fläche um die anlagen für erneuerbare Energien weiter  auszubauen.

 

 

Strom reicht für über 100.000 Haushalte

Insgesamt wurden im Jahr 2017 im Landkreis Bayreuth 425 Gigawattstunden Strom aus erneuerbaren Energien ins Stromnetz eingespeist, 27 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Damit kann der Strombedarf von 118.000 Drei-Personen-Haushalten gedeckt werden.

Niedriger Stromverbrauch im Landkreis

Der hohe Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch im Landkreis Bayreuth liegt nicht nur an deren verstärktem Ausbau, sondern auch daran, dass strukturbedingt der Stromverbrauch im Landkreis Bayreuth mit 3,8 Megawattstunden (MWh) pro Einwohner und Jahr um rund ein Drittel unter dem bayerischen Durchschnitt liegt (5,8 MWh pro Einwohner und Jahr).

Noch Luft nach oben

Beim Ausbau der regionalen regenerativen Stromerzeugung ist weiterhin noch Luft nach oben. Dies wird deutlich, wenn man die im Landkreis pro Quadratkilometer erzeugten erneuerbaren Energien mit Werten aus anderen Regionen vergleicht: Mit 334 MWh pro Quadratkilometer liegt die flächenbezogene Stromerzeugung elf Prozent unter dem oberfränkischen, 35 Prozent unter dem bayerischen und 45 Prozent unter dem deutschen Durchschnitt. Eine Steigerung wäre ohne zusätzlichen Flächenverbrauch möglich, wenn man den Ausbau von Photovoltaikanlagen auf Dächern konsequent vorantreibe.

Energieverbrauch stagniert

Während der Energieverbrauch im Landkreis bei insgesamt 3.560 GWh stagniert, geht mehr als die Hälfte (fast 2 GWh) auf den Sektor Verkehr zurück, gefolgt von Heizöl, Strom, „Biowärme“ aus erneuerbaren Energien sowie Erdgas.

Nur langsamer Rückgang der CO2-Emissionen

Insgesamt betrug im Jahr 2017 der CO2-Ausstoß im Landkreis Bayreuth rund 1 Million Tonnen. Dies entspricht einem CO2-Ausstoß von 9,6 Tonnen pro Einwohner und Jahr. Das ist zwar weniger als im deutschlandweiten Durchschnitt, der 11 Tonnen beträgt, aber immer noch weit entfernt von dem Wert 1 Tonne CO2 pro Person und Jahr, der als klimaverträglich gilt. Auch bei den Treibhausgasemissionen ist mit acht Prozent nur ein geringer Rückgang zu verzeichnen. Im Verkehrssektor sei sogar ein Anstieg zu vermelden.

 

Keine Reduzierung von Treibhausgas

Die Entwicklung der Treibhausgasemissionen im Landkreis Bayreuth entspricht im Wesentlichen dem deutschlandweiten Trend: Seit über zehn Jahren ist keine Abnahme der Emissionen festzustellen. Aus dem Landratsamt heißt es:

Dementsprechend kann das nationale Klimaziel für 2020, eine Treibhausgasreduktion um 40 Prozent gegenüber 1990, wohl kaum mehr erreicht werden. Eine Intensivierung der Klimaschutzmaßnahmen ist daher dringend erforderlich, um bis zum Jahr 2050 die angestrebte Klimaneutralität zu erreichen.

(Landratsamt Bayreuth)