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Warum er nicht nach Bayreuth will: Hier erklärt sich Knoblich

In der 59. Sitzung des Bayreuther Stadtrates sollte der künftige Kulturreferent Dr. Tobias Knoblich, laut Tagesordnungspunkt 2, ein Statement zu den vergangenen Geschehnissen abgeben: Denn Knoblich hatte Ende November stattdessen die Wahl zum Kulturdezernenten in Erfurt angenommen. Der Stadtrat sprach sich, unerwartet, mehrheitlich dazu aus, diesen Tagesordnungspunkt zu streichen. Im Video über dem Text finden Sie ein Statement von Dr. Knoblich zu den jüngsten Geschehnissen, dass er dem Bayreuther Tagblatt im Anschluss gab.

Dr. Stefan Specht stellte am Anfang der Sitzung den Geschäftsordnungsantrag, den Tagesordnungspunkt 2 „Erklärung/Aussprache mit Dr. Tobias Knoblich“ von der Tagesordnung ersatzlos zu streichen. Er habe die Oberbürgermeisterin in einer E-Mail am Montag bereits darum gebeten, sagte er.

„Am jetzigen Punkt gehen wir von einem Wegfall des Diskussionsbedarfs aus. Es nicht unsere Aufgabe die Entscheidung von Herrn Dr. Knoblich im Nachhinein zu bewerten. Wir sollten besser angemessen, gelassen und professionell mit dieser Sache umgehen. Wir bewegen uns nach Vorne, wenn wir im Rahmen eines neuen Zeitplanes sehen, wie wir die Stelle des Kulturreferenten neu besetzen.“ (Herr Dr. Stefan Specht, CSU)

Dr. Tobias Knoblich, Foto: Urban

Die Oberbürgermeisterin entgegnete daraufhin, dass Herr Dr. Knoblich im genannten E-Mail-Verlauf vom Montag, darum gebeten hatte sich selbst zu erklären. Deswegen sei er heute hier. Ebenso hörte man aus dem Stadtrat auch Gegenteiliges zur Meinung von Dr. Specht: Nämlich, dass es wichtig sei, einen menschlichem Umgang miteinander zu hegen, ebenso mit Herrn Knoblich. Ziel des Gesprächs sollte es sein, dass mögliche Wunden geheilt werden können. Das Gespräch sei wichtig und notwendig und zudem eine Frage des Anstandes.

Letztlich wurde der von Dr. Stefan Specht gestellte Geschäftsordnungsantrag angenommen, mit 14 Gegenstimmen bei 35 Anwesenden: So kam Dr. Knoblich an diesem Mittwoch nicht zu Wort und verließ die Sitzung eher als erwartet.

 

Wie geht die Suche nach einem Kulturreferenten für Bayreuth nun weiter?

Stadtrat Stefan Müller (Bayreuther Gemeinschaft) plädierte dafür, sich an den bisher 130 eingegangenen Bewerbungen zu bedienen, um bei der Besetzung der Stelle des künftigen Kulturreferenten keine Zeit zu verlieren. Worauf Ulrich Pfeifer ergänzte, dass das Besetzungsverfahren nach wie vor offen sei und nie abgeschlossen war. Man könne und sollte auf den Bewerberpool zurückgreifen, da kein anderes Verfahren im Stadtrat je so aufwendig – mit Vorauswahl der Bewerber und anschließender Wahl – durchgeführt wurde. Allerdings sollten Details dazu in einer nicht öffentlichen Sitzung besprochen werden. Stadtrat Stefan Schlags (Bündnis 90 / Die Grünen und Unabhängigen) forderte hingegen, das aktuelle Verfahren zu beenden und die Stelle neu auszuschreiben, um eine aktuelle Auswahl des Bewerbermarktes zu erhalten. Schließlich wurde mehrheitlich beschlossen, das aktuelle Verfahren fortzuführen, mit 15 Gegenstimmen bei 34 Anwesenden. 

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