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Hasch an Minderjährige verkauft – Drogenkurier steht vor Gericht

Die Szene nannte ihn „Sergio“. Sergio steht seit heute vor einem Bayreuther Gericht, weil er Drogen verkauft haben soll. An elf Minderjährige. In 121 Fällen.

Der Angeklagte soll die Straftaten zwischen August 2016 und Januar 2017 in Kulmbach begangen haben – im Auftrag eines Hintermannes, ein 25 Jahre alter Kulmbacher.
Dieser sitzt inzwischen selbst hinter Gittern und wartet auf seine Verhandlung. Aus der Haft hatte man ihn als Zeuge zur Verhandlung gefahren, zur Sache äußern wollte er sich dort aber nicht.

15 Euro bekam Sergio angeblich von seinen Kunden für ein Gramm Haschisch. Er selbst durfte nur einen Bruchteil davon behalten, manchmal bekam er anstatt Geld wohl auch nur ein paar Drogen. Zur Linderung des eigenen Suchtdrucks. Lieferanten wie ihn, nennt man in der Szene „Runner“ oder „Läufer“. Sie sind meist das unterste Glied in der Kette des Drogenhandels und häufig selbst abhängig. Richter Eckstein betitelte ihn als „Ameise“.

Der 24-Jährige Sergio war bereits einige Zeit vorher in Aschaffenburg zu einer Jugendstrafe von 16 Monaten verurteilt worden und hätte diese in einer Therapie verbringen sollen. Er hielt nicht durch, musste die Haftstrafe antreten. Danach zog es ihn zurück nach Kulmbach, zurück ins gemachte Drogennest. Hier hatte er genug Kontakte zur Szene und war sofort wieder zurück in seinen alten Verhaltensmustern.

Für das Urteil sind nicht nur die Straftaten an sich relevant. Auch die Umstände spielen eine Rolle. So wird bei Sergio neben der eigenen Abhängigkeit auch eine psychische Erkrankung vermutet.

Die Verhandlung wird fortgesetzt.