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Edeka-Werbung zum Muttertag: Väter fordern Boykott

Der Shitstorm der Väter

Die Reaktionen im Netz sind heftig. Die „Aktion Sorgerecht Kinderschuhe“, die sich für die Rechte getrennt lebender Väter einsetzt, ruft unter dem Hashtag #BoykottEDEKA dazu auf, die Märkte zu meiden. Von „geschlechterrassistischen Auswüchsen“ ist die Rede und davon, dass sich das Unternehmen öffentlich entschuldigen solle.

Etliche Väter schreiben im Netz, dass sie Beschwerde beim Werberat eingereicht hätten, dass sie sich an die Antidiskriminierungsstelle des Bundes gewendet oder YouTube auf die Verbreitung unangemessener Inhalte hingewiesen hätten.

Auch auf der Seite „Väter ohne Rechte“, eines der größten Foren für getrennt lebende Väter in Deutschland, wird das neue Video hitzig diskutiert:

Meinst du, dass zum Vatertag Werbespots kommen, in denen Mütter als inkompetente Vollidiotinnen dargestellt werden?  Ich denke nicht, dass auch nur ein Sender das ausstrahlen würde.

Man stelle sich vor, Hornbach wünscht allen Vätern einen schönen Vatertag und macht ein Video über Mütter, denen das Kind vom Wickeltisch fällt, während sie telefonieren, die beim Parken andere Autos beschädigen, denen der Kinderwagen vom Bahnsteig unter den Zug rollt, deren Kinder auf dem Spielplatz vom Gerüst fallen, während Mama mit anderen Müttern quatscht.

Wenn zum Beispiel Hornbach einen Spot über Frauen macht, die keinen Nagel in die Wand bekommen, das grade angebrachte Regal im Kinderzimmer aufs Puppenhaus fällt, die beim Ausparken den Pfeiler Rahmen, das Fleisch auf dem Grill verbrennen lassen oder beim Fußball spielen mit dem Kind nicht mal den Ball treffen, oder die peinlichen Mamis, die ihre Kinder beim Sport anfeuern, oder oder oder, dann würde ich von Herzen darüber lachen und mich kein Stück diskriminiert fühlen oder schlecht(er).  Grundsätzlich sind Klischees so eine Sache für sich und man sollte nicht verallgemeinern, aber ein bisschen Wahrheit steckt auch darin.

Dreck, widerlicher rassistischer Dreck von Edeka. Hier wird die hälfte der Menschheit pauschal rassistisch diskriminiert. Zeit den Nazi-Feminismus zurückzuschlagen!

In Zeiten, wo das Wechselmodell von immer mehr Vätern gefordert wird und es auch in den Medien immer mehr Aufmerksamkeit bekommt, würde ich sagen:  Die Marketing-Abteilung von Edeka ist ein Haufen Vollversager, die den aktuellen Zeitgeist völlig ignoriert.  Ganz schwache Leistung.  Da wird nicht mehr eingekauft.

„Hohe Resonanz“ freut Edeka

Gegenüber dem Bayerischen Rundfunk äußert sich Edeka nur in einem knappen Statement zur Kritik. Das Unternehmen wolle „Väter keinesfalls schlecht darstellen, sondern etwas überspitzt und auf humorvolle Art und Weise allen Müttern anlässlich des Muttertags Danke sagen. Wir freuen uns, dass das Video auf eine hohe Resonanz stößt.“

Aus dem Hause Jung von Matt stammte zuvor unter anderem bereits die Ricola-Fernsehwerbung „Wer hat’s erfunden?“, eine Anzeige, die auf Kosten der Frisur von Bundeskanzlerin Angela Merkel Werbung für den Autovermieter Sixt machte, oder auch die „Schrei vor Glück“-Spots des Internet-Versandhändlers Zalando.