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Ehemalige Pizzeria sucht Pächter: Eine schwierige Mission

Seit Anfang des Jahres ist Thomas Dressel, Geschäftsführer der Firma Fritz Schmidt, auf der Suche nach einem neuen Pächter für seine Immobilie an der Leopoldstraße. Die Betreiber der Pizzeria „Le 2 Lanterne“ mussten aus gesundheitlichen Gründen schließen.

Seit Anfang des Jahres ist die Pizzeria bereits geschlossen. Foto: Susanne Jagodzik

Nun steht das Lokal seit Monaten leer. Trotz bester Lage, mit Innenstadtnähe und Parkplätzen direkt an der Straße vor dem Gebäude und in den angrenzenden Seitenstraßen, konnte Dressel noch niemanden finden.

Dass es so schwierig wird, hätte ich nicht gedacht.

(Thomas Dressel, Geschäftsführer der Firma Fritz Schmidt)

Ein Problem, vor dem viele Verpächter stehen. Eines, das die gesamte Gastro-Branche betrifft. Das Wirtshaussterben ist seit vielen Jahren bekannt. Ein Hauptgrund, warum es auch immer weniger Gaststätten in der Region gibt: Personalmangel.

Gutes Stammpersonal sei wichtig

Gastronomen suchen händeringend nach guten Servicekräften, weiß Dressel. Klar gebe es viele Studenten in Bayreuth, die häufig nebenbei in der Branche jobben. Ein gutes Stammpersonal könnten sie aber nicht ersetzen, da sie meist nur stundenweise aushelfen.

Am Wochenende und abends arbeiten, wollen die meisten nicht. Mit einer Familie sind die unflexiblen Arbeitszeiten kaum zu vereinbaren.

(Thomas Dressel, Geschäftsführer Firma Fritz Schmidt)

Wenn jeder am Abend aber nur weggehen möchte, also niemand genau dann aber arbeiten möchte, werden immer mehr Betriebe wegen des Personalmangels schließen müssen – oder Verpächter wie Dressel finden eben keinen Nachfolger für ihr Lokal.

Auch die Bezahlung sei im Service, nach wie vor, nicht überragend. Und will ein Gastronom seinen Mitarbeiter mehr bezahlen, muss er mehr von den Kunden verlangen – ein Zwiespalt, der ebenfalls zu der verzwickten Lage beiträgt.

Der neue Pächter könnte sofort loslegen. Das Lokal ist gut in Schuss. Foto: Magdalena Dziajlo

Weiternutzung als Restaurant

Noch lässt Dressel sich nicht entmutigen. Mit dem Betreiber einer Spielothek, der Interesse an dem Objekt bekundete, war der Verpächter vor einigen Monaten in Kontakt. Doch daraus wurde nichts. Ohnehin wäre dem Geschäftsmann ein Gastronom als neuer Pächter am liebsten. Denn das gesamte Erdgeschoss des Gebäudes ist auf eine Gastronomie ausgerichtet. Eine Umnutzung der Räumlichkeiten plant Dressel nicht. Er sucht weiter.

Ob das dann ein Italiener, Türke, Asiate oder jemand anderes ist, ist mir egal. Es muss einfach nur passen.

(Thomas Dressel, Geschäftsführer Firma Fritz Schmidt)

Außer einer guten Lage haben die Räumlichkeiten auch sonst alles, was der neue Pächter braucht: Einen Gastraum mit 80 Plätzen, eine Küche, Personalräume, einen Bereich zum Abholen von Speisen, einen Keller mit Lagerräumen und noch einmal 80 Sitzplätze draußen. Rund 200 Quadratmeter stünden dem zukünftigen Wirt zur Verfügung.

80 Sitzplätze gibt es in dem großen Restaurant. Foto: Magdalena Dziajlo

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Shisha statt Souvláki

Interessierte Gastronomen oder andere Pächter können sich jederzeit bei Thomas Dressel melden. Der Geschäftsmann würde sich freuen, bald jemanden zu finden. Und er ist auch offen für Neues. Im ehemaligen Gasthof „Zur Linde“ zum Beispiel, ist vor einigen Monaten eine Shishabar eingezogen. Auch dieses Gebäude gehört Dressel. Wie er zugibt, hatte er anfangs Bedenken, ist mit seinem Pächter aber sehr zufrieden. „Die Bar läuft gut“, sagt der Geschäftsführer.