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Einschulung: Fotoverbot auch in Bayreuth? Das Schulamt klärt auf

In Sachsen-Anhalt startete letzte Woche die Schule. Unschön für Erstklässler und ihre Eltern: an mehreren Schulen herrschte ein striktes Fotoverbot. Im Internet schlägt dieser Erlass hohe Wellen. Das Bayreuther Tagblatt hat sich den Fall angesehen und beim Schulamt in Bayreuth nachgefragt, ob solche Fälle auch in der Stadt und der Region drohen. 

Schulstart ohne Erinnerungsfotos

Zum Schulstart in Sachsen-Anhalt hatten unter anderem die Leiter der „Frohe Zukunft“-Grundschule sowie der Hallenser Heideschule Eltern verboten, ihre Kinder bei der Einschulung zu fotografieren. Besonders in den sozialen Medien äußern Menschen ihren Unmut über dieses Fotoverbot.

Die können mich mal! Meine Kinder gehen nur ein mal zur Einschulung und davon wollen wir, genauso wie unsere Kinder, Erinnerungen haben. Datenschutz hin oder her, meine Canon wird glühen bei der Einschulung.

(Alex G. auf Facebook)

Zensierte Kinder in der Schule. Symbolfoto: Pixabay.

Der Grund: Datenschutz

Der Grund für die Verbote sind Datenschutzbedenken. Da auf den Fotos auch andere Personen zu sehen sein könnten, die mit einer Veröffentlichung, zum Beispiel in den sozialen Medien, nicht einverstanden sind, greifen manche Rektoren zum Verbot. 

Ist doch schön gewesen, wenn mal alte Klassenfotos sieht und dann mit anderen Geschichten ausgetauscht hat. Aber jetzt drehen viele einfach nur noch durch. Einfach nur traurig.

(Hanno G. auf Facebook)

Ein solches Verbot ist durchaus zulässig, da die Schulleiter hierbei von ihrem Hausrecht Gebrauch machen können. Ähnliche Praktiken gibt es auch in Museen oder Industriebetrieben.

Problematisch und schwer durchsetzbar

Marina Lindner ist Schulamtsdirektorin der Staatlichen Schulämter im Landkreis und in der Stadt Bayreuth. Sie hält ein solches Fotoverbot für „problematisch und auch nur schwer durchsetzbar“. Wichtig sei jedoch, dass keine Personen ohne deren Einwilligung fotografiert werden. 

Wer fotografiert, ist für die Einhaltung dieser Vorschriften verantwortlich.

(Marina Lindner, Schulamtsdirektorin der Staatlichen Schulämter im Landkreis und in der Stadt Bayreuth)

Fotografiert werden darf nur der, der seine Einverständnis erklärt. Im Falle von Kindern, müssen die Eltern dies übernehmen. Symbolbild: Pixabay.

Das Problem seien die sozialen Medien. Viele Eltern würden die Bilder ihrer Kinder ohne Rücksprache in Facebook & Co. hochladen, auch wenn im Hintergrund andere Kinder zu sehen sind. 

Da leider immer weniger Menschen das Recht anderer, nicht einfach online gestellt zu werden, ignorieren, finde ich das Verbot ok.

(Sandra K. auf Facebook)

Die Lage in Bayreuth

Trotz der Erfahrungen aus Sachsen-Anhalt rechnet Lindner in Bayreuth nicht mit ähnlichen Fällen. Bislang sei keine Schule zu dem Thema an die Schulämter herangetreten. Auch das Staatsministerium hat keine Anweisung erlassen, dass Schulen hier in Zukunft Verbote aussprechen sollen. Endgültige Aussagen lassen sich allerdings erst kurz vor dem Schulstart treffen. 

Neben dem Nein zum Bild gebe es ja auch eine ganze Menge andere Lösungen, wie User auf Facebook diskutieren. Da hätten andere Schulen spezielle Foto-Orte eingerichtet oder eben vorher mit den Eltern abgesprochen, welche Kinder fotografiert werden dürfen und welche nicht. 

Was ist das jetzt bitte? Alle Eltern sollten selbst entscheiden dürfen. Was ist das für ein Quatsch, Unterschriften einholen, dass die Eltern zustimmen und gut ist!

(Steffi S. auf Facebook)

Symbolfoto: Pixabay.