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Ernährung in der Zukunft: Bayreuther Studenten entwickeln Cooking Room

Im Rahmen der Ideation Week an der Uni Bayreuth haben sich 25 Studenten Gedanken über die Ernährungsformen der Zukunft gemacht. Fünf Teams entwickelten im Zeitraum von Montag bis Freitag Ideen für den diesjährigen Unternehmenspartner Siemens Home Appliances. Der „Cooking Room“ ist eine davon. Anne Krombacher erzählt stellvertretend für ihr Team, was es damit auf sich hat. Ein Video gibt’s über dem Text.

(v.l.) Die Studenten Manuel Brinkmann, Franziska Braun, Sven Pörtner, Anne Krombacher und Anne Reichl haben bei der Ideation Week den „Cooking Room“ entworfen. Foto: Carolin Richter

Wegen der Sehnsucht nach Gesellschaft und Genuss

„Immer mehr Leute leben in Single-Haushalten, haben täglich ein hohes Arbeitspensum zu bewältigen und kochen nur noch wenig für sich selbst“, erklärt Anne Krombacher. Die Lösung, die sie mit ihren Teamkollegen entwickelt hat, soll auf diese Bedürfnisse eingehen: die Sehnsucht nach Gesellschaft, immer kleinere Küchen und auch darauf, die Freude am Genuss nicht zu verlieren. Nachdem die fünf Master-Studenten aus den Fachbereichen BWL und Wirtschaftsingenieurwesen gemeinsam getüftelt haben, ist die Idee zum ‚Cooking Room‘ entstanden. „Da wir aus unterschiedlichen Fachbereichen kommen, haben wir uns super ergänzt“, fügt Manuel Brinkmann hinzu.

Die Idee: Gemeinsam Kochen und neue Leute kennen lernen

Der ‚Cooking Room‘ sei ein Raum, den man buchen kann – einerseits für sich alleine, um dann dort neue Leute beim Kochen kennen zu lernen oder man könne ihn auch für Feste oder größere Gruppen buchen, erklärt die Studentin. Der Theorie nach, könne er in sich in jeder größeren Stadt befinden.

Wahl der Gerichte über eine App

„Vorher kann man via App entscheiden, welches Gericht man dort kochen möchte. Alle Zutaten sind dann vor Ort in einem gekühlten Fach fertig zusammengestellt“, sagt Anne Krombacher. Die regelmäßige Bestückung mit frischen Lebensmitteln und die Reinigung, übernehme ein externer Dienstleister. „Das Fach lässt sich nur mit einem bestimmten Zahlencode öffnen, den man auch über die App bekommt“, ergänzt sie.

Beispiel für ein Fach mit zusammengestellten Lebensmitteln, dass sich via Zahlencode öffnen lässt. Foto: Carolin Richter

 

 

 

„Was noch wichtig ist, die Lebensmittel darin sollen auch alle aus der Region und Bio sein“, sagt sie. Alle Rezepte, die man brauche, könne man direkt im Cooking Room über ein Tablet abrufen. Übrig gebliebene Lebensmittel, könne man im Anschluss, indem man sie in ein separates Kühlfach legt, spenden.

Via Anleitung im Tablet, lassen sich die Rezepte ganz einfach im Cooking Room realisieren. Foto: Carolin Richter

„Ich war überrascht, dass es in so kurzer Zeit möglich war, die Idee zu entwickeln“, sagt Anne Krombacher. Die anderen stimmen ihr zu. „Auch wenn es nicht leicht war“, ergänzt sie und schaut verlegen nach unten.

Hintergrund zur Aufgabenstellung

„Die Studenten hören am Anfang der Ideation Week einen Impulsvortrag, der bestimmte Problemstellung vorgibt“, erklärt Jens Hoyer vom diesjährigen Partner-Unternehmen Siemes Home Appliances. Täglich ist fix, welche Schritte die Teams von der Idee bis zur finalen Ausarbeitung erledigen müssen. „Diesmal haben wir die Vorgabe gegeben, dass es um leistungsorientierte Menschen gehen soll, die im Alltag gestresst sind, aber eigentlich gerne genießen. Für sich selbst kochen die meisten, dann nicht so ausgewogen, wie sie es in Gesellschaft täten“, sagt Hoyer. Diese Zielgruppe sollte mit den globalen Trends zu mehr innerer Ruhe und zur Nachhaltigkeit verknüpft werden. Daraus entwickeln die Teams dann ihre Ideen.

Chance auf Umsetzung der Idee

Die Ideation Week finde zweimal pro Jahr statt. Wenn die Idee eines Teams gut ist, hat sie sogar die Chance vom Unternehmen weiter ausgearbeitet und umgesetzt zu werden. „Wir suchen bewusst gründungsorientierte Teilnehmer für die Ideation Week aus“, erklärt die wissenschaftliche Leiterin des Projekts, Olivia Hofmann, von der Uni Bayreuth. Diesmal hätten sich 70 Studierende mit einem Motivationsschreiben beworben. 25 haben dann die Chance bekommen teilzunehmen.

Jens Hoyer, Zuständiger für Design, Prozesse und Strategie bei Siemens Hausgeräte. Foto: Carolin Richter

Ich lenke die Studenten im Prozess so gut wie gar nicht, damit sie ihre Gedanken so frei wie möglich entfalten können. Erst am letzten Tag der Ideation Week bekommen sie, nach der Präsentation ihrer Lösung, Feedback von mir. Dabei sollen die Studierenden auch ein Business-Modell begleitend zur Idee entwickeln. Das macht es leichter, das Potential der Idee zu bewerten.

(Jens Hoyer, Zuständiger für Design, Prozesse und Strategie bei Siemens Home Appliances)