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Erstklässler mit Sprachproblemen: In Bayern kein Thema?

„Ein Kind, das kaum Deutsch spricht und versteht, hat auf einer Grundschule nichts zu suchen“, das hat der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU im Bundestag, Carsten Linnemann, am Montag gesagt. Dafür gab es allerlei Kritik, auch aus den eigenen Reihen. Der Verband Bildung und Erziehung sprach gar von einer Bankrotterklärung der Politik, wenn Kinder, wegen Sprachproblemen nicht eingeschult werden könnten. Der Deutsche Lehrerverband gab Linnemann hingegen Recht. Jetzt meldet sich die bayerische Integrationsbeauftragte und Bayreuther Landtagsabgeordnete der CSU, Gudrun-Brendel Fischer, zu Wort.

In einer Mitteilung lässt Brendel-Fischer wissen:

Unterschiedliche Deutschkenntnisse zum Zeitpunkt der Einschulung sind das Gegenteil von Chancengerechtigkeit. Was in den ersten sechs Jahren versäumt wird, ist nur schwer nachzuholen und schlägt sich ab dem ersten Grundschultag zur Benachteiligung der betroffenen Grundschulkinder nieder.

(Gudrun Brendel-Fischer, CSU)

Für die ehemalige Lehrerin ist das Vorschulalter ganz entscheidend: „Je früher eine Förderung ansetzt, desto besser. Gerade in diesem Alter können Defizite noch gut ausgeglichen werden.“ In Bayern, so Brendel-Fischer weiter, passiere das mit einem verbindlichen Sprachtest in den Kindergärten für Kinder ab vier Jahren. Im daraufhin angebotenen zweijährigen Vorkurs Deutsch arbeiteten Kindergarten und Grundschule zusammen, um sprachliche Defizite auszugleichen.

Brendel-Fischer betont auch die unverzichtbare Rolle von Ehrenamtlichen. Das Ehrenamt sei ein wichtiger Hebel, um dort anzusetzen, wo Eltern kein oder wenig Deutsch sprächen. Durch Vorlesepaten zum Beispiel.

Was für die Kleinsten gilt, das geht auch die Schulkinder an, ob in der Grundschule oder in der Mittelschule. Bayern hat mit der Einführung der sogenannten Deutschklassen vorausschauend reagiert: Hier lernen Schüler, die kein oder kaum Deutsch können, im Ganztagsunterricht gezielt die neue Sprache.

(Gudrun Brendel-Fischer, CSU)