NachrichtenPolizeibericht

Fall Peggy: Landgericht bestätigt Aufhebung des Haftbefehls

Hat der Mann, der bereits einmal gestanden hat, 2011 an der Beseitigung des Leichnams der kleinen Peggy K. beteiligt gewesen zu sein, sein Teilgeständnis nur unter Anwendung verbotener Vernehmungsmethoden abgelegt? Das Landgericht Bayreuth findet nein und weißt damit einen Vorwurf des Anwalts des Beschuldigten zurück. Außerdem hat das Gericht jetzt eine Beschwerde der Staatsanwaltschaft Bayreuth gegen die Aufhebung des Haftbefehls zurückgewiesen.

Beseitigt ja, ermordet nein

Nach Überzeugung der Kammer, kann das Teilgeständnis des Beschuldigten vom 12. September 2018 gegen ihn verwendet werden. Anhaltspunkte für das Vorliegen von verbotenen Vernehmungsmethoden, wie der Anwalt des Beschuldigten behauptet, seien nicht ersichtlich. Wie das Gericht in einer Mitteilung schreibt, bestehe „nach derzeitigem Stand der Ermittlungen (…) jedoch kein dringender Tatverdacht hinsichtlich der Begehung eines Mordes“.

Nach Auswertung der Videoaufzeichnung der gut zehn Stunden langen Beschuldigtenvernehmung vom 12. September 2018 liegen, nach Überzeugung der Kammer, keine Anhaltspunkte dafür vor, dass unzulässiger Druck durch die vernehmenden Polizeibeamten auf den Beschuldigten ausgeübt wurde. Auch eine Übermüdungs- oder Überforderungssituation des Beschuldigten habe zu keinem Zeitpunkt bestanden.

Über die Schwere der Vorwürfe bewusst

Zudem sei sich der Beschuldigte über die Schwere des ihm gemachten Tatvorwurfs im Klaren gewesen. Es ergaben sich keine Zweifel dahingehend, dass dem Beschuldigten während der gesamten Vernehmung bewusst gewesen sei, dass gegen ihn wegen des Verdachts des Mordes von Peggy K. ermittelt wird.

Schließlich ist dem Beschuldigten das Recht auf Hinzuziehung eines Verteidigers zu keinem Zeitpunkt der Beschuldigtenvernehmung verwehrt worden. Die Hinzuziehung eines Verteidigers sei aber auch nicht von Amtswegen geboten gewesen.

Haftbefehl nicht zu rechtfertigen

Zwar ist die Kammer der Auffassung, dass der Beschuldigte dringend tatverdächtig ist, an der Beseitigung des Leichnams der damals neun Jahre alten Peggy K. beteiligt gewesen zu sein. Der Beschuldigte hatte das auch bereits zum Teil gestanden, dieses Geständnis dann aber widerrufen. Der Beschuldigte ist nach Meinung der Kammer allerdings zum derzeitigen Ermittlungsstand nicht dringend tatverdächtig, auch der Mörder des Mädchens gewesen zu sein.

Ein Haftbefehl könne demnach nicht gerechtfertigt werden. Bereits seit Dezember ist der Beschuldigte wieder auf freien Fuß.