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Friedrichsforum: Star-Designer stellt zweites Logo vor

Es herrscht eine rege Diskussion in Bayreuth. Es geht darum, ob das Logo für das Friedrichsforum ein gutes ist oder nicht. Entworfen hat es der gebürtige Bayreuther und in Hamburg zum Star-Designer aufgestiegene Peter Schmidt. Und der 81-Jährige will es seiner Heimatstadt schenken.

Ein Interview mit Peter Schmidt finden Sie über dem Text.

Schmidt nennt es „ein schönes Zeichen, dass ein Disput ausgebrochen ist um das Logo“. Das neue Logo solle schließlich auf Jahre halten, ganz so, wie das Logo der Stadt Bayreuth, das auch aus Schmidts Feder stammt und dessen grüne Striche an Berge in einem Gedicht von Jean-Paul erinnern sollen.

Sein neues Logo erklärt Schmidt wie folgt:

Es habe Kreise, die sich je nach Bedarf farblich verändern könnten. Sie sollen beispielsweise im Leitsystem zu den Plätzen wieder aufgegriffen werden. Schmidt spricht davon, dass die Punkte am Gebäude „leben“ und mit der Zeit andere Farben annehmen könnten. Die grünen Punkte symbolisierten den Hofgarten, die violetten das Forum, dessen Innenausstattung in diesem Farbton gestaltet werden könnte. Gedacht habe er bei der Zeichnung an Bäume, wie sie auch auf architektonischen Plänen gezeichnet werden.

Punkte sind erstmal nur Punkte, aber wenn man richtig mit den Dingen umgeht, können die sehr viel Leben haben. Mit einfachen Dingen lässt sich viel mehr Phantasie auslösen als mit komplizierten.

(Peter Schmidt, Designer)

In einem ersten Entwurf war noch vom „Friedrichs-Forum“ zu lesen. Still und heimlich hat Peter Schmidt jetzt den Bindestrich sterben lassen. Und er sagt: „Das ist mein Favorit“.

Foto: THE STUDIOS

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Favorit? Vorsichtshalber hat Schmidt den Stadträten nämlich einen zweiten Entwurf mitgebracht. Und der sieht so aus:

Foto: THE STUDIOS

Die Alternative zeigt dieSilhouette des Gebäudes – mal in schwarz, mal in gold – dazu ebenfalls den Schriftzug Friedrichsforum am Hofgarten. Entworfen hat es Daniel Belliero, neben Schmidt ein weiterer Geschäftsführer des Hamburger Design-Büros. Eingesetzt werden könnte es auch in gold und ohne Schriftzug, sagt Schmidt und zeigt, wie Programmhefte mit dem zweiten Logo aussehen könnten.

Foto: THE STUDIOS
Foto: THE STUDIOS

Die Meinungen im Stadtrat:

Der Stadtrat sieht den neuen Entwurf zum ersten Mal. Insofern halten sich die Kommentare dazu in Grenzen. Zum früheren Entwurf gibt es aber durchaus unterschiedlichste Meinungen. Karsten Schieseck (BG) nennt das bekannte Logo „wegweisend“. Es werde der Stadt viele Möglichkeiten eröffnen.

Wir sind alle keine Künstler und sind auf Expertenwissen angewiesen (…) Wir können nicht nur gut damit leben, sondern wir sind darüber sehr froh.

(Karsten Schieseck, Bayreuther Gemeinschaft)

Während die BG die erste Variante gut findet, sagt CSU-Sprecher Stefan Specht, dass der Entwurf den anderen Arbeiten des Büros qualitativ hinterherhinke. Der Grund: Ohne den Schriftzug würden die Punkte nicht funktionieren. Beim alternativen Entwurf sei das anders, weswegen die CSU Bellieros Vorschlag favorisiere. Helmut Parzen sagt über sich selbst, einfach gestrickt zu sein und nennt das Logo einen „Läusehaufen auf Wilhelmines Perücke“.

Thomas Bauske (SPD) sagt: „Die Erwartungen waren sehr hoch.“ Der SPD-Fraktionsvorsitzende spricht von Ablehnender Haltung in den sozialen Netzwerken und erinnert daran, dass sich der Stadtrat bewusst gegen den Zusatz „am Hofgarten“ entschieden, Schmidt ihn aber dennoch ins Logo eingearbeitet habe.

Die Wortmarke passt nicht ganz zu unserem Beschluss.
(Thomas Bauske, SPD)

Der Stadtrat hatte sich gegen den Zusatz entschieden, nachdem man eine Ähnlichkeit mit dem Günzburger „Forum am Hofgarten“ bemerkt hatte und einen Rechtsstreit fürchtete.

Stefan Schlags (Grüne) kritisiert, dass Merk-Erbe bei der Entscheidungsfindung nicht mit dem Stadtrat auf Augenhöhe diskutiert habe. Stattdessen würde auf das Renommé des Designers verwiesen.

Umso schlimmer, dass ein Büro einfach sagt: Wir setzen uns über die Diskussion zu dem Namen einfach hinweg.
(Stefan Schlags, Grüne)

Der Zusatz „am Hofgarten“ sei ein Hinweis auf eine höfische Kultur, die man nicht wolle.

Einem Hofgarten, der einer der schönsten Gärten Deutschlands ist und sich sogar mit französischen messen kann, vorzuwerfen, dass er höfisch wäre, das ist mir einfach zu blöd.
(Peter Schmidt, Designer)

Zum Zusatz „am Hofgarten“ sagt Schmidt, dass er von dieser Diskussion vorab nichts gewusst habe und darüber auch nicht informiert worden sei.

Am 17. Juli soll Schmidt noch einmal in den Stadtrat kommen. Dann wollen die Räte entscheiden. Bis dahin will der Designer aufzeigen, wie vielfältig einsetzbar die Punkte in seinem Entwurf sein können. Bis dahin appelliert Schmidt aber auch an die Stadträte:

Wir sind eine Musikstadt. Man muss ein Logo auch hören und Friedrichsforum am Hofgarten klingt so schön.
(Peter Schmidt, Designer)