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Friedrichsforum: Stegmayer fordert zusätzliche Drehscheibe für Bühne

Das Bayreuther Kultur- und Tagungszentrum Friedrichsforum, das bis Herbst 2020 fertig gestellt werden soll, erhält im Rahmen der Sanierung eine neue Bühnentechnik und ein erhöhtes Portal. Der Kulturreferent und berufsmäßige Stadtrat, Benedikt Stegmayer, forderte am Montag im Rahmen des Kulturausschusses, dass außerdem eine Drehscheibe in die Bühne eingebaut wird. Dadurch ergeben sich allerdings kurzfristig zusätzliche Kosten – obwohl es im Stadtrat vergangene Woche noch um Einsparungen bei den Sanierungskosten ging.

Warum die Drehschreibe benötigt wird

Der Große Saal des Friedrichsforums erhalte eine Ausstattung, die bestenfalls eine Vielzahl von Veranstaltungen ermöglichen solle, erklärt Kulturreferent Stegmayer. Für unterschiedliche Zielgruppen und mit besonders attraktiven Angeboten. Als die Bühne des Friedrichsforums vor etwa zwei Jahren geplant wurde, war eine Drehscheibe noch nicht vorgesehen – was bei vielen Festspielen heute allerdings Standard sei.


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Produktionen in abgespeckter Version

Dieses Bedürfnis habe sich jetzt allerdings aus folgendem Grund geändert: „Auch die Theater in Hof und Coburg planen im Rahmen einer Sanierung solch eine Drehscheibe zu integrieren“ sagt der Kulturreferent. Da beide Theater oft im neuen Friedrichsforum zu Gast sein werden, sei es wichtig deren Produktionen auch technisch gerecht werden zu können.

Haben wir in Bayreuth keine Drehscheibe, bedeutet das, dass etliche Produktionen hier nicht oder nur in abgespeckter Version gezeigt werden können.

(Kulturreferent Benedikt Stegmayer)

Archivfoto: Katharina Ahnefeld

Warum Leihen keine Option sei

Damit würde das Friedrichsforum an Attraktivität verlieren, erklärt Stegmayer. Zwar wäre es möglich, solch eine Drehscheibe im laufenden Betrieb auch zu leihen: „Das würde allerdings höhere Kosten für die Stadt Bayreuth verursachen“, fügt er hinzu –  mindestens 2.000 bis 3.000 Euro mehr pro Produktion plus Personalkosten.

Die Sanierungen in Hof und Coburg beginnen zwar erst jetzt, bringen uns aber in Zugzwang: Wir müssen uns auf dieses technische Level begeben, um weiterhin als attraktive Spielstätte bestehen zu können.

(Dr. Stefan Specht, CSU-Stadtratsfraktion)

Die Drehscheibe, die Stegmayer für das Friedrichsforum fordert, sei an die Maße der Drehscheibe angelehnt, die im Theater Hof verwendet werden soll: Sie hat einen Durchmesser von 9,80 Metern. Da Coburg eine Technik mit Drehring nutzt, läge der Durchmesser mit Drehring dann bei zwölf Metern Durchmesser.

Es ist wichtig, das Haus bespielen zu können. In dem Sinne wäre es ein Verlust an Spieltagen, wenn wir die Drehscheibe ablehnen. Es ist zwar ein saurer Apfel, in den wir beißen müssen. Aber es geht hier nicht nur um höhere Baukosten, sondern ich sehe einen kulturellen Mehrwert an dieser Stelle.

(Thomas Bauske, SPD-Stadtratsfraktion)

Mit Blick auf einmalig anfallende Kosten von fast 190.000 Euro für die Drehscheibe, hält Stadtrat Müller dagegen:

Die Drehscheibe ist zwar „nice to have“ aber nicht zwingend notwendig. Es ist ein Sonderwunsch. Aus Erfahrung kann ich sagen: Keine Gastspiel-Produktion in Deutschland ist auf eine Drehbühne angewiesen – außer für Produktionen, die aus Hof oder Coburg kommen, brauchen wir sie nicht.

(Stephan Müller, BG-Stadtratsfraktion)

Es seien zum jetzigen Zeitpunkt noch viele Fragen offen, bestätigt Oberbürgermeisterin Merk-Erbe.

Wichtig wäre es zu wissen, wie oft die Drehscheibe tatsächlich zum Einsatz kommen wird. Natürlich sind 190.000 Euro viel Geld.

(Brigitte Merk-Erbe, Oberbürgermeisterin)

Letztlich wurde der Antrag des berufsmäßigen Stadtratsmitgliedes Stegmayer mit der Empfehlung zum Einbau einer Drehscheibe in der Bühne des Friedrichsforums, mit vier Gegenstimmen bei 16 Anwesenden, angenommen.