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5 europaweite Bräuche am Dreikönigstag

Der Weihnachtsbaum ist beinahe abgeschmückt und Silvester gerade vorbei, aber ein Feiertag der Weihnachtsfestlichkeiten ist noch übrig: Die Heiligen Drei Könige am 6. Januar. Dieses Jahr fällt der Tag auf einen Sonntag, also wird es leider nichts mit einem zusätzlichen freien Tag von der Arbeit. Damit die Enttäuschung nicht ganz so groß ist, haben wir ein bisschen in der Traditionskiste gestöbert und fünf spannende Bräuche aus Europa herausgesucht.

1. Italien

In Italien bringt nicht das Christkind die Geschenke sondern eine alte, hässliche Hexe namens „Befana“. Der Erzählung nach hat sie ein spitzes Kinn und eine große Nase und bringt erst am Dreikönigstag den Kindern die Geschenke. Dabei bleibt sie der Hexenlegende treu und fliegt auf der Suche nach dem Jesuskind von Haus zu Haus. Die Geschenke kommen dabei ebenfalls in die aufgehängten Strümpfe. Man erzählt sich, dass die Hexe „Befana“ von den Hirten die Botschaft von der Geburt Christi vernahm, jedoch erst aufbrach, als der Stern schon erloschen war. Trotz ihrer etwas speziellen Gestalt, ist die Hexe „Befana“ bei Kindern sehr beliebt.

2. Griechenland

Bei den orthodoxen Christen liegt der Fokus auf der Taufe Jesu Christi. Dabei werden am Vorabend des Tages von den Kindern traditionelle Lieder gesungen. Diese dienen dem Zweck böse Geister zu vertreiben. Am 6. Januar findet eine Messe statt und jedes Haus wird von den Geistlichen gesegnet. Besonders ist die Segnung der umliegenden Gewässer durch das Eintauchen eines Kreuzes.

3. Frankreich

„Galette des Rois“ heißt der spezielle Kuchen, der jedes Jahr von den Französinnen und Franzosen zu diesem Anlass gegessen wird. In diesem befindet sich eine kleine Plastik- oder Porzellanfigur. Und glücklich ist die Person, die die Figur im Kuchenstück hat, denn sie ist für einen Tag König oder Königin. Der Tag findet jedoch nicht automatisch am 6. Januar statt, sondern am ersten Sonntag des neuen Jahres.

4. Spanien und Katalonien

Wenn hier in Deutschland die Geschenke unter dem Weihnachtsbaum ausgepackt werden, heißt es für die spanischen Kinder noch abwarten. Denn so, wie die drei Könige Jesus beschenkten, wird auch in Spanien und Katalonien erst am 6. Januar beschert. Dem Karnevalsumzug gleich, finden am Vortag große Umzüge statt. Die Könige und ihre Gefolgschaft sind auf geschmückten Wägen und werfen Süßigkeiten in die Menge. Die Kinder sprechen ihre Weihnachtswünsche aus. In der Nacht stellen die Kinder ihre Schuhe ans Fenster, die von den Königen gefüllt werden. Und ebenso wie in Frankreich gibt es dann am nächsten Tag den Dreikönigskuchen, hier  Roscón de Reyes genannt.

5. Österreich

Hier geht vor allem in den Gebieten Unterkärntens eine stumme Frau umher, bei der es sich der Legende nach um das Gespenst  Pechtra Baba handelt. Mit dabei hat sie ihre Mistgabel, mit der sie nach Bedarf wild umherfuchtelt. Gekleidet ist sie in einem schwarzen Kleid mit einem Gesichtsschleier. Auch sie geht von Haus zu Haus und lässt dabei Süßigkeiten und Nüsse auf den Boden fallen. Zwei weiße Frauen begleiten die Pechtra Baba und treiben sie in einen auf den Boden gemalten Kreis um das Böse für das neue Jahr aus dem Haus zu verbannen.

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