Freizeit

Fünf Krimis für den November

Der November ist oft nass und kalt. Die dunklen Tage nehmen Überhand und der Winter nähert sich mit schnellen Schritten. Da hilft nur sich daheim einzukuscheln und ein spannendes Buch zur Hand zu haben. 

Jo Nesbø – Der Schneemann

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Jo Nesbø und seine Krimireihe um den Kommissar Harry Hole zählt zu dem Besten, was die skandinavische Kriminalwelt zu bieten hat. Und die Konkurrenz ist groß. Dem Autor gelingt es, seine Figuren so genau zu skizzieren und zu erschaffen, dass er ihnen Leben einhaucht. Im Mittelpunkt steht dabei der alkoholkranke Protagonist Harry Hole, ein begabter Ermittler, der mit seinen eigenen Dämonen zu kämpfen hat. „Der Schneemann“ ist der siebte Teil der Serie. Es ist Nesbøs Meisterwerk. Im Buch geht es um einen Serienmörder, der es auf junge Mütter abgesehen hat. Die Frauen verschwinden zum ersten Schneefall. Sie alle haben ein Geheimnis. Das Markenzeichen ist der zum Fenster blickende Schneemann vor dem Haus. Ein hochspannendes Katz-und-Maus Spiel zwischen Hole und dem Täter, dessen eigene Geschichte ein Trauma birgt.

Sandrone Dazieri – In der Finsternis

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Im Mittelpunkt der Story steht ein Kindheitstrauma. Dante arbeitet als eine Art Profiler. Mit sechs Jahren wurde er entführt und elf Jahre lang in einem Getreidesilo gefangen gehalten. Den Mann, der ihn bewacht, muss er „Vater“ nennen. Der „Vater“ erzieht ihn streng, jeder Verstoß wird sofort bestraft. In diesen Jahren erlangt Dante eine besondere Fähigkeit aus reinem Überlebenswillen: er kann die Menschen lesen. So wie er den „Vater“ lesen musste. Diese Erfahrung hat schwere Wunden in Dante hinterlassen und macht ihn unfähig ein normales soziales Leben zu führen. Gleichzeitig macht es ihn zu einem brillanten Ermittler. Zusammen mit der Kommissarin Colomba Caselli, die ebenfalls mit einer traumatischen Erfahrung zu kämpfen hat, ermittelt er in einem sehr ähnlichen Fall. Und Dante ist sich sicher, dass der „Vater“ dahinter steckt. Der aber eigentlich seit Jahren als tot gilt.

Jonathan Nasaw – Die Geduld der Spinne

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Ein weiterer Serienmörder geht in diesem packenden Thriller seiner Arbeit nach. Die Psychologin Irene Cogan soll ein Gutachten für einen Frauenmörder erstellen, der behauptet an einer dissoziativen Störung zu leiden, besser bekannt als multiple Persönlichkeitsstörung. Cogan hat sich auf diese Störung spezialisiert und glaubt am Anfang gute Fortschritte zu machen. Doch sie täuscht sich. Es treten immer wieder verschiedene Persönlichkeiten des Täters zu Tage, der mit bürgerlichem Namen Ulysses Christopher Maxwell heißt. Natürlich bedient „Die Geduld der Spinne“ viele Serienmörder Klischees. Aber Jonathan Nasaw macht es mit einem Augenzwinkern. Das eigentlich Fesselnde ist das sich entwickelnde Psychogramm des Mörders, die verschiedenen Facetten seiner Egos und die Frage, wie aus dem verängstigten Lissy ein grausamer Mörder wurde.

Steve Watson – Ich darf nicht schlafen

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Bekannt ist dieser Krimi vor allem durch die gleichnamige Verfilmung mit Nicole Kidman. Das Buch ist ebenso spannend. Für alle die die Handlung noch nicht kennen: Christine wacht jeden Morgen auf und ist desorientiert. Sie liegt neben einem Mann, den sie nicht kennt. Denn in ihrer Erinnerung ist sie immer noch um die zwanzig Jahre alt. Wie sich herausstellt leidet sie an einer besonderen Form der Amnesie. Sie kann die neu gewonnenen Erinnerungen nur für einen Tag speichern, im Schlaf werden diese wieder gelöscht. Jeden Tag erklärt der Mann neben ihr aufs Neue, dass er ihr Ehemann ist und dass sie inzwischen über vierzig ist. Christine muss auf seine Worte vertrauen. Und das tut sie auch. Zunächst. Bis sie ein Tagebuch findet, das offensichtlich von ihr geschrieben wurde. Mit schockierendem Inhalt. Kann sie ihrem angeblichen Mann überhaupt trauen? Es ist ein Kampf gegen das Vergessen, ein Kampf gegen die auslöschende Wirkung des Schlafs. Denn: Ich.darf.nicht.schlafen.

Das Parfum – Patrick Süskind: Die Geschichte eines Mörders

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Zum Abschluss gibt es einen Klassiker: Das Parfum. Jean-Baptiste Grenouille erblickt das Licht der Welt an einem der dreckigsten Orten von Paris. Dem Fischmarkt. Von seiner Mutter wird er direkt nach der Geburt zu den Abfällen geworfen. Dort macht er durch einen Schrei auf sich aufmerksam. Die Mutter wird zum Tode verurteilt. Schon als kleines Kind ist er anders als die anderen Menschen. Grenouille macht den Menschen in seiner Umgebung Angst, denn er scheint wie ein Tier seine Umgebung durch die Nase aufzusaugen. Im Waisenheim wird er damit zum Außenseiter. Denn selbst hat er keinen Körpergeruch. Der erste Mord geschieht als er den betörenden Duft eines jungen Mädchens wahr nimmt. Er tötet sie, aus Versehen, und verzweifelt, als es ihm nicht gelingt ihren Geruch zu konservieren. Dieser Wunsch treibt ihn um. Er lernt Parfums herzustellen, begegnet neuen Verfahren um Gerüche festzuhalten und nimmt sich seine menschlichen Opfer, um seine Kunst, den Geruch eines Menschen zu destillieren zu perfektionieren. Die Krönung seines Werkes sieht er in dem Mädchen Laure. Das Parfum ist ein Klassiker der Literatur, ein geniales Werk, dass den Leser in seinen Bann zieht. Bis man selbst das Gefühl hat Paris, den Fischmarkt und das Mädchen Laure riechen zu können.