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Hotspot Sophienstraße: Diese Bayreuther Läden verkaufen faire Produkte

Der Landkreis Bayreuth hat das Fairtrade-Siegel bereits, doch auch auch die Stadt Bayreuth hätte das Potential dazu, das Siegel zu bekommen. In vielen Läden werden fair gehandelte Produkte verkauft. Von der Bambus-Zahnbürste über Kleidung bis zu Genussmitteln wie Kaffee und Kakao bekommt man in Bayreuth vieles für den täglichen Bedarf mit dem Siegel.

Fair einkaufen in der Sophienstraße

Die Sophienstraße ist die Anlaufstelle Nummer eins, will man Produkte aus fairem Handel in Bayreuth einkaufen. Dort gibt es fünf Geschäfte, die Fairtrade-Waren im Angebot haben. Im Lemontree gibt es vor allem vegane Kleidung, aber auch Accessoires, die fair gehandelt und unter ethischen Gesichtspunkten produziert werden. Auch im Freudenherz kann man sich fair einkleiden und sogar, ebenso wie im Café Kraftraum, vegan essen und trinken – mit Kaffee und Kakao mit dem Fairtrade-Siegel. Auch in der Sophienstraße findet man den Naturgarten, das Fachgeschäft für Naturkost, und das Balun, ein Kinderladen, indem Nachhaltigkeit und faire Produktion im Vordergrund stehen.

Alles fair im Weltladen

Außer den Läden in der Sophienstraße, verkauft auch der Weltladen nur Produkte aus fairem Handel – ob Taschen, Schokolade, Kaffee oder Gewürze. Und selbst in Supermärkten und Drogerien findet man mittlerweile Waren, bei denen das Wohl der Arbeiter in den Herkunftsländern im Fokus liegt.

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Silvia Schultes erklärt beim fairen Stadtrundgang wie Kakaobohnen angebaut werden. Foto: Magdalena Dziajlo

Das Fairtrade-Siegel

Denn darum geht es bei dem Siegel in erster Linie: „Das Siegel ist vor allem ein soziales Siegel“, erklärt Silvia Schultes, Bildungsreferentin des Weltladens Bayreuth, beim fairen Spaziergang durch die Stadt. Menschliche Werte, die man nicht messen kann, wie Wohlbefinden und Glück seien die wichtigsten Punkte des fairen Handels. Das Siegel garantiere gute Arbeitsbedingungen, ein gesichertes Einkommen und fördere demokratische Strukturen und ein Mitspracherecht der Händler und Arbeiter. Im Gegensatz dazu sei das Bio-Siegel nur auf die Produkte bezogen, die verarbeitet werden.

Faitrade-Bananen sind immer auch Bio-Bananen, Bio-Bananen sind aber nicht automatisch aus fairem Handel.

(Silvia Schultes, Bildungsreferentin des Weltladens)

Faire Schokolade

Silvia Schultes gibt ein Beispiel: Nimmt man eine Tafel Schokolade mit 100 Gramm aus dem konventionellen Handel, bekommt der Kakaobauer gerade einmal 6,6 Prozent vom Gesamtpreis. Das sind bei einem Preis einer Tafel von einem Euro lediglich sieben Cent. Den Löwenanteil bekommen die Supermärkte und die Erzeuger mit 44,2 beziehungsweise 35,2 Prozent.

Bei Fairtrade-Schokolade gehen zwischen zwölf und 25 Prozent an den Kakaobauern, je nach Kakaoanteil in der Schokolade.

(Silvia Schultes)

So fair kaufen die Deutschen ein

Gerade einmal 20,50 Euro gibt eine Person pro Jahr für faire Produkte aus. Wenn fair eingekauft wird, dann vor allem Kaffee. Sein Marktanteil bei fair gehandelten Produkten liege bei 34 Prozent, der für Kakao bei acht, erklärt Silvia Schultes. Und wie sieht es mit Kleidung aus? Rund 70 Kleidungsstücke kauft eine Person im Jahr, dafür gibt sie 108 Euro aus. „Neun Kilogramm davon landen jedes Jahr einfach im Müll“, sagt die Bildungsreferentin. Deshalb würde sie sich wünschen, dass Bayreuth noch mehr Wert auf fairen Handeln legen würde und Fairtrade-Stadt werden würde.