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NachrichtenPolizeibericht

Illegale Bankgeschäfte über mehrere Millionen Euro? Polizei nimmt zehn Personen fest

Die Polizei hat am Dienstag in einer groß angelegten Aktion mehrere Personen festgenommen. Dabei beschlagnahmten die Polizisten Geld, Beweismaterial und Datenträger. Die Personen sollen im Zusammenhang mit illegalen Bankgeschäften stehen, bei denen es um mehrere Millionen Euro geht.

Ermittlung wegen illegaler Bankgeschäfte

Mehrere hunderttausend Euro Bargeld aus verschiedenen Quellen brachten eritreische Staatsangehörige in den vergangenen Monaten von Deutschland insbesondere nach Ostafrika. Unter Federführung der Staatsanwaltschaft Hof nahmen Beamte der Kriminalpolizei im Rahmen ihrer Ermittlungen wegen illegaler Bankgeschäfte am Dienstag zehn Personen vorläufig fest. Drei Männer und eine Frau befinden sich in Untersuchungshaft. Rund 60.000 Euro stellten die Beamten im Rahmen der Durchsuchungen sicher.

Mehr als 33.700 Euro im Auto

Mitte April 2019 kontrollierten Polizisten im Landkreis Bamberg einen BMW mit Kennzeichen aus dem Zulassungsbereich Limburg. In dem Auto waren Männer aus Eritrea. Sie waren Mitte zwanzig. Die Beamten fanden in einem Stoffbeutel im Wagen Kuverts mit mehr als 33.700 Euro Bargeld. Es waren hauptsächlich 50- und 100-Euro Scheine. Nach Angaben der zwei Asylbewerber stammten die Geldbeträge angeblich aus Spenden von Landsleuten. Aufgrund von Ungereimtheiten stellten die Polizisten die hohe Geldsumme sicher.

Die Verkehrspolizei Bamberg leitete ein Ermittlungsverfahren wegen gewerbsmäßiger Geldwäsche ein. Es bestand der Verdacht, dass die Gelder aus Straftaten stammen und zur Begehung weiterer gesammelt wurden.

Illegale Finanztransaktionen – wahrscheinlich im Millionenbereich

Anfang Juli 2019 übernahmen die Kriminalpolizei mit Zentralaufgaben Oberfranken und die Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen in Hof die weiteren Ermittlungen. Den Beamten gelang es dann, die Tatbeteiligten festzustellen. Danach klärten die Ermittler auf, welche Aufgaben die Personen in der Hierarchie eines illegalen Finanzsystems wahrnahmen. Dieses nennt sich „Hawala-Banking.”

Die Tatverdächtigen verhielten sich professionell und konspirativ. Sie reisten viel umher und versuchten so, wenige Spuren zu hinterlassen. Dennoch gelang es den Kripobeamten, ihnen auf die Spur zu kommen.

So verfolgten die Polizisten mehrere Tatverdächtige. Diese gaben täglich mehrere zehntausend Euro untereinander weiter. Dabei führten sie das Geld am legalen Bankensystem vorbei. Zum Ziel hatten sie dabei, die Summen letztendlich nach Ostafrika zu bringen.

Beschlagnahmtes Geld. Foto: Polizei Oberfranken.

Erfolgreiche großangelegte Durchsuchungs- und Festnahmeaktion

Nach akribischer Vorbereitung und verdeckten Maßnahmen schlugen ab Dienstagnachmittag zahlreiche Einsatzkräfte zu. Beteiligt waren der Kriminalpolizeibeamte, zusammen mit Unterstützungskräften des Polizeipräsidiums Oberbayern-Nord, der Polizeipräsidien München und Frankfurt sowie Einsatzkräften aus dem Saarland.

Bei insgesamt zwölf Geschäften und Wohnungen in München und Umgebung sowie in Frankfurt und Saarbrücken überraschten die Beamten die Tatverdächtigen. Dabei nahmen sie insgesamt zehn Personen vorläufig fest. Bereits im Vorfeld hatte das Amtsgericht Hof, auf Antrag der Staatsanwaltschaft Hof, vier Haftbefehle für drei Männer und eine Frau im Alter von 22 bis 42 Jahren erlassen.

Organisiertes Verbrechen

Bei dem erfolgreichen Einsatz stellten die Kriminalbeamten rund 60.000 Euro Bargeld, mehrere Handys und verschiedene Datenträger sowie zahlreiche Unterlagen sicher, die im Zusammenhang mit den organisierten kriminellen Tätigkeiten der Beschuldigten stehen.

Bereits vor der großangelegten Aktion wurden bei verschiedenen Einsätzen insgesamt zirka 280.000 Euro Bargeld beschlagnahmt.

Vier Personen in Untersuchungshaft

Den Festgenommenen eröffnete ein Ermittlungsrichter in Hof am Mittwoch die Haftbefehle wegen gewerbsmäßiger Geldwäsche und Verstößen gegen das Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz. Anschließend brachten Polizeibeamte die Beschuldigten in verschiedene Justizvollzugsanstalten.

Die von den Personen insgesamt erworbenen und weitergegebenen Geldbeträge dürften sich nach Einschätzung der Spezialisten der Kriminalpolizei im Millionenbereich bewegen. Die umfassenden, bundeslandübergreifenden Ermittlungen dauern noch länger an.