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Interaktive Ausstellung: Auf Tuchfühlung mit der E-Mobilität

Wie umweltfreundlich ist es ein Elektroauto zu nutzen? In welchen Regionen muss im Bereich Elektromobilität noch aufgerüstet werden? Diesen und weiteren Fragen geht die „Wanderausstellung Elektromobilität“ im Bürgerzentrum in Pegnitz nach. Ins Leben wurde sie von der Bayern Innovativ GmbH gerufen, die zum Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Energie und Technologie gehört. Projektmanagerin Simone Lang spricht darüber, welche Regionen in Bayern noch Nachholbedarf beim Thema E-Mobilität hätten und inwiefern man in der Ausstellung selbst Hand anlegen kann.

„Die Wanderausstellung Elektromobilität ist interaktiv angelegt, man kann sich also an verschiedenen Stationen ausprobieren und sich dem Thema spielerisch näher, sagt Simone Lang von der Bayern Innovativ GmbH. Im ersten Modul sei zum Beispiel ein Flipper integriert, bei dem man das richtige Verkehrsmittel treffen müssen: So sieht man jeweils welche Vor- und Nachteile diese bieten.

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Welche Geräuschkulisse ein E-Auto bietet

An einer weiteren Station im dritten Modul könne man unterschiedliche Geräuschkulissen beim Fahren – je nach Fahrzeugtyp – akustisch nachempfinden. „Wir haben auch richtige Ladestecker in der Ausstellung, die man sich genau anschauen und testweise in ein Bobbycar stecken kann, um ein Gefühl für das Ganze zu bekommen.“

 Es sind auch verschiedene Materialien ausgestellt, die bei E-Autos verwendet wurden, zum Beispiel Carbon. Es macht das Elektroauto leichter. Somit wird weniger Energie benötigt.

(Simone Lang, Bayern Innovativ GmbH)

Kastner holte das Projekt nach Pegnitz

Zu sehen war die Ausstellung bereits in 70 Städten. Und auch im kommenden Jahr zieht sie weiter durch Bayern. Nach Pegnitz ist sie auf Anfrage von Herrn Martin Kastner gekommen, der im LEADER-Projekt  „E-Lenker sind Zukunftsdenker“ mitarbeitet, das ein Gemeinschaftsprojekt der Landkreise Hof, Bayreuth und Wunsiedel ist. Es wird über das Europäische Programm für Regionalentwicklung im ländlichen Raum (LEADER) gefördert und hat zum Ziel, die Einwohner umfangreich zum Thema E-Mobilität zu informieren. Kastner habe sich auf einen Aufruf im Newsletter von Bayern Innovativ gemeldet, da eine andere Stadt kurzfristig absagen musste, erklärt Simone Lang.

E-Ladesäule Parken
Symbolfoto: Pixabay

Nachholbedarf: Wo noch Unterstützung nötig ist

„In Bayern sind etwa 20.000 E-Autos in Gebrauch, in ganz Deutschland sind es beinahe 83.000 Stück“, sagt sie. Die Wanderausstellung habe sich inzwischen zu einem Selbstläufer entwickelt und es gäbe viele Anfrage. Bayern Innovativ gehe es auch darum, einem Förderaufruf nachzugehen: Derzeit stünden 16 Landkreise und drei Städte auf der Liste, die in Bayern noch Nachholbedarf im Bereich Elektromobilität hätten. „Dazu gehören unter anderem die Landkreise Hof, Bayreuth oder Dachau sowie die Städte Amberg oder Augsburg, um nur einige zu nennen“, so Lang. Vor allem diese sollten natürlich mit Informationen versorgt werden.

Bedenken bei der Reichweite

Ein großes Bedenken bei der Umstellung auf ein E-Auto ist die Reichweite. Jedoch unterscheidet sich die, ebenso wie die Dauer des Ladevorganges von Modell zu Modell. Eine Pauschalaussage könne man nicht treffen, so Lang.

Der Akku eines E-Autos kann eine Reichweite zwischen 150 bis 600 Kilometer haben. Das hängt ganz vom Modell ab. Man sollte sich vor dem Kauf immer fragen: Welche Reichweite brauche ich wirklich im Alltag. Durchschnittlich sind das meist nicht mehr als 50 Kilometer.

(Simone Lang, Bayern Innovativ GmbH)

„Man merkt, dass Menschen, aus dem ländlichen Raum tendenziell eher bereit sind auf ein Elektro-Auto umzusteigen“, sagt Simone Lang. Das liege daran, dass viele ihr Auto zum Laden direkt am Haus oder in der Garage anschließen können, wo es auch die ganze Nacht verbleiben könne, ohne andere Verkehrsteilnehmer

Die Wanderausstellung ist noch bis zum 8. September im Bürgerzentrum Pegnitz zu sehen und zieht danach weiter nach Schweinfurt. Geöffnet ist sie von Montag bis Freitag, von 8 bis 17 Uhr.