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Junge Alternative Bayern: Unterwandern links-grüne Ideologen die Uni?

Links-grüne Ideologen sollen die Universität unterwandern!? Vor diesem Szenario warnt jedenfalls die Junge Alternative Bayern. Der Landesvorsitzende Sven Kachelmann wendet sich in einem offenen Brief an den Präsidenten der Universität Dr. Stefan Leible. Der Grund: Eine Veranstaltung am gestrigen Montag, bei der Studenten angesichts der Klimakrise Forderungen an die Uni stellten – unter anderem, den Klimanotstand auszurufen, sich mit Fridays for Future zu solidarisieren und die Uni klimaneutral zu betreiben – und zu der auch Prof. Dr. Harald Lesch von der LMU geladen war.

Mit Erstaunen mussten wir nun feststellen, dass Räumlichkeiten der Universität dazu missbraucht werden sollen, um Politik zu machen.

(…) Mit dabei das seriöse Gesicht zum „Klimawahn“ – Prof. Dr. Harald Lesch.

(Auszug aus dem offenen Brief der Jungen Alternative Bayern)

In der Veranstaltung an der Uni Bayreuth sieht die Jugendorganisation den „nächsten Schritt der gänzlichen Vereinnahmung der Universität durch links-grüne Ideologen, die am liebsten überhaupt keine andere Meinung zulassen würden“. Die Uni habe sich von einem politisch neutralen Standpunkt, zu dem sie verpflichtet sei, gänzlich verabschiedet, schreibt Kachelmann weiter.

Kachelmann will Antworten

In seinem Brief stellt der Landesvorsitzende mehrere Fragen an den Präsidenten der Uni und fordert eine Stellungnahme. Kachlmann spricht von „Datenmissbrauch“, da für die Veranstaltung vom offiziellen Universitätsverteiler aus geworben wurde. Zudem seien die Plakate von einem Lehrstuhl gedruckt worden, was die Neutralitätspflicht an Hochschulen verletze.

Der Landesvorsitzende der Jungen Alternative Bayern geht im Brief auch auf den Fall Tillschneider ein. Studenten protestierten gegen den Dozenten, der Islamrecht unterrichtet und gleichzeitig für die AfD im Landtag Sachsen-Anhalts sitzt. Er spricht von einseitigem Parteiergreifen der Universitätsleitung und kritisiert, dass Plakate mit „Nazis vom Campus Jazzen – Tillschneider kommt, wir auch!“ geduldet wurden, ohne Konsequenzen nach sich zu ziehen.

Die Jugendorganisation fürchtet ferner, dass die „aggressive Raumnahme von tendenziell links-grünen ‚Aktivisten‘ an Universitäten“ zu tätlichen Übergriffen auf rechte/konservative Studenten führen könnten.

Uns sind Gerüchte zu Ohren gekommen, eine Initiative an Studenten, welche einen eher ‚klimakritischen‘ Standpunkt einnimmt, sieht derlei Veranstaltungen als Vorbild und möchte Referenten zu Veranstaltungen an der Uni Bayreuth einladen, welche eine vom Mainstream stark abweichende Meinung vertreten.

(Frage der Jungen Alternativen Bayern an den Universitätspräsidenten)

Das Anstreben von dienstaufsichtsrechtlichen Maßnahmen gegen Leible und die gesamte Universitätsleitung behalte sich die Junge Alternative Bayern vor, schreibt Kachelmann am Ende seines Briefes.

Das sagt Prof. Dr. Stefan Leible dazu

Zu Details aus dem Brief von Kachelmann wollte sich der Universitätspräsident nicht äußern. Doch liegt der Redaktion das Antwortschreiben Leibles an Kachelmann vor. Darin betont der Präsident, dass er als Jurist die Vorwürfe des Datenmissbrauchs nicht nachvollziehen könne.

Für die Universität Bayreuth sei es selbstverständlich, dass ein Organ der Hochschule – die Hochschulleitung – ein anderes Organ – das Studierendenparlament – organisatorisch unterstütze.

Da im Zentrum der vom  Studierendenparlament einberufenen Vollversammlung Fragen der allgemeinen Hochschulpolitik standen und das Thema „Nachhaltigkeit“ ein wichtiger Bestandteil des im vergangenen Jahr von allen Universitätsgremien verabschiedeten Struktur- und Entwicklungsplans 2025 ist, haben wir der Bitte des Studierendenparlaments um Versand der Einladung an alle Studierenden der Universität über den allgemeinen Studierendenverteiler gerne entsprochen. Dabei ist nicht einmal der kleinste Datensatz außerhalb des Bereiches der Universitätsverwaltung gelangt.

(Prof. Dr. Stefan Leible an Sven Kachelmann)

Inhaltlich stehe die Hochschulleitung vielen Forderungen der Studenten kritisch gegenüber. Dennoch sei die Uni genau der richtige Ort, um hochschulpolitische Fragen in demokratischer Art und Weise zu diskutieren. Deshalb habe die Uni zu hochschulöffentlichen Veranstaltungen auch immer alle Parteigruppen, auch die AfD, eingeladen.

Umso mehr ist mir Ihr Standpunkt, die Universitätsleitung sei politisch nicht neutral, nicht verständlich.

(Prof. Dr. Stefan Leible an Sven Kachelmann)