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Kauper und Meyer – Die Nachkriegsbürgermeister Bayreuths

In Teil 13 der bt-Serie zu Bayreuths Bürgermeistern erzählt bt-Hobbyhistoriker Stephan Müller von Joseph Kauper und Oscar Meyer, den beiden Nachkriegsbürgermeistern, die von den Amerikanern eingesetzt wurden.


Von den Amerikanern eingesetzt

Wie der Kaffeehausbesitzer Willi Kröll, der nur wenige Tage von den Amerikanern zum „Burgermeister of the City of Bayreuth“ eingesetzt wurde, wurde auch der am 21. Juni 1899 in Bayreuth geborene Dr. Joseph Kauper nach dem Krieg von den Amerikanern als Bürgermeister eingesetzt.

Der 45-jährige Jurist machte sich am 24. April 1945 auf dem Weg zum amerikanischen Gouverneur, um eine Reisegenehmigung zu seiner Anwaltskanzlei nach Nürnberg zu beantragen. Oberstleutnant Caroll J. Reilly kommt der politisch unbelastete Mann, der seinen Antrag mit einem fließenden Englisch spricht wie gelegen und macht ihn zum Bayreuther Stadtoberhaupt.

Idealer Mann für den Neuaufbau

Der Jurist tritt sein Amt noch am selben Tage an und verstand es trotz der schwierigen Lage, die Interessen der Stadt zu wahren. Er trat gegenüber der Militärregierung sehr selbstbewusst auf und drohte mit seinem Rücktritt, als die Amerikaner von den Bayreuthern die Ablieferung aller Operngläser und Fotoapparate verlangen. Die Machthaber geben nach, weil sie in Kauper den idealen Mann beim Neuaufbau der Stadtverwaltung sehen. Kaupers Amtszeit dauerte nur sieben Monate. Auf einer Dienstreise verunglückt er in Germersdorf tödlich.

Dem Amt nicht gewachsen

Als sein Nachfolger wurde Dr. Oscar Meyer (1885 – 1954) von den Amerikanern als Bürgermeister eingesetzt. Der parteilose frühere Bayreuther Schlachthofdirektor war jedoch den außergewöhnlichen Belastungen des Amtes in der noch immer chaotischen Stadtverwaltung nicht gewachsen.

Gleichzeitig wurde ein Bayreuther Hauptausschuss, dem unter anderem der spätere bayerische Finanzminister Dr. Konrad Pöhner angehörte, eingesetzt. Die ersten Stadtratswahlen fanden am 26. Mai 1946 statt. Von rund 60.000 Einwohnern waren nur rund 22.500 wahlberechtigt.

Der neue Stadtrat wählte Meyer zum Oberbürgermeister und den späteren Ehrenbürger Adam Seeser zum zweiten Bürgermeister. Dennoch regierten noch die Amerikaner. Meyer musste noch täglich beim Militärgouverneur erscheinen um Weisungen entgegenzunehmen.

Im Zuge der neuen Stadtratswahlen im Jahr 1948 holte die SPD den bewährten Kommunalpolitiker Hans Rollwagen als Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters nach Bayreuth. Hans Rollwagen, der im Alter von 27 Jahren ab 1919 in Augsburg schon Stadtrat war, 1923 in Neustadt bei Coburg zum ersten Bürgermeister gewählt wurde und von 1929 bis 1933 berufsmäßiger Stadtrat in Nürnberg war, wird im nächsten Teil unserer Serie vorgestellt.


Text: Stephan Müller


Die bisherigen Teile der Serie