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Kinder-Uni: Das ist das „gefährlichste Tier der Welt“

Insgesamt vier Vorlesungen der Uni Bayreuth werden speziell für Kinder aufbereitet. Einen ersten Einblick, worum es in Vorlesung Nummer Drei am Mittwoch gehen wird, geben zwei junge Bayreuther. Sie haben die Referentin interviewt.

Teil 1 der Serie drehte sich um Computerspiele, in Teil 2 haben die Kinder dem Juniorprofessor Georg Herink Fragen zu Anwendungsmöglichkeiten von Lasern gestellt. Im kommenden Vortrag am 17. Juni beschäftigt sich Professorin Dr. Ulrike Beisel dann mit dem „gefährlichsten Tier der Welt“.

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Kinderuni 03: (v.l.) Sarah, Professorin Dr. Ulrike Beisel und Phillip.
(v.l.) Sarah, Professorin Dr. Ulrike Beisel und Phillip. Foto: Uni Bayreuth

Sarah und Phillip haben im Voraus exklusiv für das Bayreuther Tagblatt ein Interview mit Professorin Dr. Ulrike Beisel geführt:

Phillip: Wie gefällt Ihnen Bayreuth?

Professorin Beisel: Sehr gut, die Campus-Uni macht die Wege sehr kurz, ich habe tolle Kolleginnen und Kollegen hier, und an der Uni herrscht ein echt interdisziplinäres Flair, das heißt die Forschenden sprechen gerne miteinander: egal ob Biolog*innen, Ingenieur*innen oder Anthropolog*innen (so wie ich), wir versuchen immer gemeinsame Themen und Forschungsansätze zu finden. Das ist schon etwas Besonderes.

Mücke
Stechmücke. Symbolfoto: Pixabay

Sarah: Welche anderen gefährlichen Tiere gibt es? Und gibt es ein Tier, das mehr Menschen den Tod bringt als die Stechmücke?

Professorin Beisel: Es gibt natürlich viele andere gefährliche Tiere, das Interessante für mich an der Stechmücke ist, dass sie kaum sichtbar ist und dennoch sehr gefährlich ist, indem sie uns beim Stechen kleine Parasiten in unseren Blutkreislauf einspritzt, die uns dann krankmachen können. Laut des Weltgesundheitsberichts von 2018 sterben pro Jahr circa 430.000 Menschen jedes Jahr weltweit an Malaria. Und das ist nur die relevanteste von vielen von Mücken übertragenen Krankheiten. Insofern ist zahlenmäßig die Stechmücke das tödlichste Tier der Welt.

Mückenschwarm im Gegenlicht.
Mückenschwarm im Gegenlicht. Symbolfoto: Pixabay

Phillip: Wollten Sie schon immer mit Mücken forschen?

Professorin Beisel: Nein, als Jugendliche wollte ich Tierärztin werden, als ich aber beim Praktikum beim Tierarzt bei einer Hunde-OP fast in Ohnmacht gefallen bin, habe ich mir das anders überlegt. Über Stechmücken als spannendes Thema bin ich dann während meines Studiums bei einem Forschungsaufenthalt in Madagaskar gestolpert.

Madagaskar
Strand in Madagaskar, Symbolfoto: Pixabay

Sarah: Wie vermehren sich Stechmücken?

Professorin Beisel: Hier ist in der Tat der Mensch ein wichtiger Teil der Fortpflanzung von Stechmücken. Eigentlich ernähren sich Stechmücken von Pflanzensäften, aber nachdem sich die weibliche Stechmücke mit einem Männchen gepaart hat, sticht sie und trinkt Blut um ihre Eier mit dem nahrhaften Blut von Menschen oder Säugetieren zu ernähren. Insofern haben Menschen auch einen Anteil in der Vermehrung von Stechmücken.

Langärmelige Kleidung schützt vor Mückenstichen.
Langärmelige Kleidung kann Mückenstiche verhindern. Symbolfoto: Pixabay

Phillip: Kann man sich durch dicke Kleidung vor Mückenstichen schützen?

Professorin Beisel: es gibt viele Möglichkeiten sich gegen Mückenstiche zu schützen. Lange Kleidung hilft, ja, aber durch dünne Kleidung können Mücken durchaus auch stechen. Wir werden im Vortrag ausführlich darüber sprechen, welche Maßnahmen Menschen ergreifen, um sich vor Stechmücken zu schützen: Am wichtigsten ist sicherlich das Mückennetz, aber auch Insektizide, wie zum Beispiel in Insektensprays werden wir besprechen.

Sarah: Wie lange leben Stechmücken?

Professorin Beisel: Das kommt auf die Umweltbedingungen, insbesondere Temperatur an. Männliche Stechmücken leben circa eine Woche, weibliche können im Labor mehr als vier Wochen leben, aber in der freien Natur wohl eher circa zehn bis 15 Tage.

Mückenstich auf der Hand.
Mückenstich auf der Hand. Symbolfoto: Pixabay

Sarah: Wie finden Stechmücken ihre Opfer?

Professorin Beisel: Das ist ganz interessant. Stechmücken können uns nicht sehen, sie navigieren über den Geruch, unter anderem natürlich Schweiß, aber auch unsere Atemluft, also das Ausatmen. Hier gibt es spannende Studien aus Tansania von einem Mückenforscher namens Dr. Fredros Okumu, der eine Mückenfalle gebaut hat, die den Geruch von stinkenden Socken nutzt um Mücken anzulocken.


Programm für Begleiter

Für Eltern und weitere Begleiter der Kinder wird ein separates Programm im Gebäude Naturwissenschaften I angeboten: Ab 17:20 Uhr referiert Professor Dr. Daniel Frost vom Bayerischen Geoinstitut in Hörsaal H13 zum Thema „Die Steine rund um Bayreuth verraten ihr Geheimnis“. Zudem gibt es ab 17:15 Uhr eine Führung zu den Glasbläsern an der Universität Bayreuth. Start der Tour ist am Audimax.