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Kinder-Uni: Onlinespiele und YouTube – was man darf und was nicht

Viermal dürfen in diesem Sommer auch Kinder an der Uni-Bayreuth spannenden Vorlesungen lauschen. Worum es in der vierten Vorlesung am kommenden Mittwoch gehen wird, erfahren Sie im Folgenden. Inken, Leander und Emma haben mit Referentin Ruth Janal zuvor gesprochen.

Teil 1 der Serie drehte sich um Computerspiele, in Teil 2 haben die Kinder dem Juniorprofessor Georg Herink Fragen zu Anwendungsmöglichkeiten von Lasern gestellt und Teil 3 war dem „gefährlichsten Tier der Welt“ gewidmet. Im letzten der Vorträge am 24. Juli wird es um Online-Medien gehen. Die Professorin erklärt, worauf man bei deren Nutzung achten muss.

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Kinderuni: (v.l.) Inken, Leander, Referentin Ruth Janal und Emma.
(v.l.) Inken, Leander, Referentin Ruth Janal und Emma. Foto: Uni Bayreuth

 

 

Leander: Seit wann sind Sie an der Universität Bayreuth und wie gefällt Ihnen unsere Stadt?

Professorin Janal: Ich bin seit April 2018 an der Uni Bayreuth, lebe allerdings noch mit meiner Familie in Berlin. In Bayreuth gefällt es mir sehr gut, deshalb wollen wir auch in den Sommerferien umziehen.

Leander: Darf ich Lieder, die ich aus dem Netz heruntergeladen habe, auf YouTube hochladen?

Professorin Janal: Nein, das solltest Du nicht tun. Die Lieder sind im Regelfall urheberrechtlich geschützt, und deshalb ist es verboten, das Lied ohne Erlaubnis des Urhebers „öffentlich zugänglich zu machen“. Das Hochladen eines Songs auf YouTube ist eine solche „öffentliche Zugänglichmachung“ und somit grundsätzlich nicht erlaubt.

Reblob Handyspiel
Reblob Handyspiel Archivfoto: Redaktion

Leander: Kann ich meine Spielguthaben retten, falls mein Handy gestohlen wird und was passiert dann mit meinen Daten?

Professorin Janal: Wenn Dein Handy gestohlen wird, solltest Du auf jeden Fall die Polizei benachrichtigen. Auch der Telekommunikationsanbieter (z.B. Telekom, E-Plus etc.) sollte informiert werden, damit Deine SIM-Karte gesperrt wird. Um Deine Daten im Falle des Diebstahls zu schützen, ist es wichtig, dass Du den Zugang zum Telefon sicherst (z.B. mit einer PIN). Außerdem ist es sinnvoll, die Daten (z.B. Fotos) regelmäßig auf einem anderen Speichermedium zu sichern. Ob Du Dein Spielguthaben retten kannst, hängt von der Gestaltung des Spiels ab. Bei Handyspielen ist das Guthaben oft mit dem Nutzerkonto verbunden. Wenn Du Dich mit diesem Konto auf einem anderen Gerät anmeldest, kannst Du das Spielguthaben weiterverwenden.

Emma: Dürfen Kinder Handy-Verträge abschließen?

Professorin Janal: Kinder unter sieben Jahren sind „nicht geschäftsfähig“, sie können also überhaupt keine Verträge abschließen. Ältere Kinder benötigen zum Abschluss eines Handy-Vertrags die Einwilligung ihrer Eltern. Wenn Kinder zwischen 7 und 17 ein Handy kaufen und den Kaufpreis von ihrem Taschengeld bezahlen, ist der Kaufvertrag wirksam, sofern die Eltern nicht grundsätzlich dagegen sind.

Videospiel
Symbolfoto: Pixabay

Emma: Ist es für Kinder gefährlich, bestimmte Spiele zu spielen?

Professorin Janal: Na klar! Manche Spiele enthalten z.B. Gewaltdarstellungen. Bei anderen Spielen versuchen die Spieleentwickler, die Spieler süchtig zu machen, indem sie ihnen ständig Nachrichten über neue Spielmöglichkeiten schicken. Auf diese Weise versuchen die Spielehersteller, die Spieler zum Abschluss von In-App Käufen zu bewegen.

Emma: Haben Sie auch Kinder und freuen diese sich auf unsere KinderUni?

Professorin Janal: Ja, ich habe zwei Söhne, die acht und elf Jahre alt sind. Sie leben noch in Berlin und können deshalb nicht an allen Vorträgen der KinderUni teilnehmen. Da in Berlin die Sommerferien viel früher beginnen als in Bayern, werden sie aber zu meinem Vortrag kommen. Außerdem wollen sie den Vortrag zu den Laserschwertern besuchen.

Spielekonsole
Symbolfoto: Pixabay

Inken: Warum gibt es Spielehersteller, die Spiele anbieten, die nichts kosten?

Professorin Janal: Die Entwicklung von Spielen kostet viel Geld. Die Spielehersteller suchen deshalb nach Möglichkeiten, wie sie die Spieleentwicklung finanzieren können. Die erste Möglichkeit besteht darin, das Spiel zu verkaufen. Eine zweite Möglichkeit ist es, während des Spiels Werbung einzublenden, dann erhalten die Spieleentwickler Werbeeinnahmen von ihren Werbepartnern. Als dritte Möglichkeit kommt in Betracht, dass die Spieler zu so genannten In-Apps Käufen aufgefordert werden, mit denen sie „virtuelle Gegenstände“ kaufen können, z.B. zusätzliches Gold oder Schwerter.

Smartphone in Frauenhand auf Parkbank
Symbolfoto: Pixabay

Inken: Dürfen mir meine Eltern mein Handy, das ich von meinem Taschengeld gekauft habe, als Bestrafung wegnehmen?

Professorin Janal: Eure Eltern haben das Recht der Personen- und Vermögenssorge, d.h. sie dürfen bestimmen, wie sie Euch erziehen und wie sie Euer Vermögen verwalten. Dazu zählt es auch, über Eure Handynutzung zu entscheiden.

Inken: Müssen meine Eltern meine Handy-Rechnung bezahlen, auch wenn Sie z. B. viel höher als sonst ausfällt?

Professorin Janal: Das kann man so pauschal nicht sagen. Entscheidend ist erstens, ob die Rechnung überhaupt zutreffend ist und zweitens, ob die Eltern zuvor in die Nutzung eingewilligt haben.