Freizeit

Kiosk im Kreuzer: „Es muss nicht immer außergewöhnlich sein“

Freibad-Kioske haben ihren ganz eigenen Charme. Der neuste Trend: In manchen Kiosken, wie in dem von TV-Star Alexander Herrmann in Wirsberg, setzt man auf außergewöhnliche Speisen, wie Trüffelmayonnaise. Ariane Harras, Pächterin des Kreuzer-Kiosks, verfolgt ein anderes Konzept.

Tradition statt Extravaganz

Seit über 20 Jahren betreibt Ariane Harras den Kiosk im Kreuzer. Inzwischen ist ihr das Büdchen ans Herz gewachsen. „Der Kiosk ist mein Baby“, so die Betreiberin. Anders als in Wirsberg setzt man in Bayreuth allerdings auf Tradition und eine familiäre Atmosphäre.

Gegen halb 8 morgens öffnet der Kreuzer-Kiosk. Foto: Susanne Jagodzik

Am Morgen, wenn die ersten Frühsportler ihre Bahnen ziehen, öffnet auch der Kiosk seine Tore. Denn der Kaffee nach dem Sport ist für viele Menschen ein Muss.

Im Laufe der Jahre lernt man die Menschen kennen und es entwickelt sich eine Art Stammkundschaft. Jeden Tag kommen morgens zwei Männer nach ihrem Morgensport. Da muss man gar nicht mehr auf die Bestellung warten. Man weiß sofort, was die Herren wollen.
(Sven Harras, Angestellter im Kreuzer-Kiosk)

Sven Harras arbeitet seit 20 Jahren im Kiosk. Auch einige seiner Kunden sind von Anfang an dabei gewesen.

Man baut Beziehungen zu den Menschen auf. Viele kamen als sie noch Kinder waren und inzwischen sind sie verheiratet und haben selbst Kinder. Es ist schön zu sehen, wie Generation von Generation zu uns kommt.
(Sven Harras, Angestellter im Kreuzer-Kiosk)

Keine langen Wartezeiten

Der morgendliche Kaffee ist für viele Frühsportler ein Muss. Foto: Susanne Jagodzik

Je nach Wetterlage kommt der große Ansturm auf den Kiosk gegen Mittag. Dann herrscht schon mal Trubel. Um den Besuchern gerecht zu werden, stehen an jeden der Ausgabefenster vier oder fünf Mitarbeiter und nehmen die Bestellungen der Gäste auf.

Andere Betreiber finden es gut, wenn sich eine lange Schlange bildet. Das zeugt von Erfolg. Wir wollen aber dem Ansturm schnell gerecht werden und den Gästen keine lange Wartezeiten zumuten.(Sven Harras, Angestellter im Kreuzer-Kiosk)

Auf die Frage, ob man im Kreuzer nicht auch über extravagantes Essen nachdenken würde, verneint Sven Harras vehement. Das klassische Freibad-Essen würde im Kreuzer-Kiosk am besten laufen. „Pommes und Wiener gehen immer!“, so Sven Harras.

Traditionelles Essen mit regionalem Bezug

Symbolfoto: pixabay

Pommes sind allerdings nicht gleich Pommes. Im Kreuzer würden ausschließlich frische Pommes verwendet und nicht die tiefgefrorenen aus dem nächsten Supermarkt. Beliefert wird der Kiosk von einem Lebensmittelhändler aus Bad Berneck.

Man schmeckt den Unterschied. Als es einmal Lieferschwierigkeiten gab, mussten wir auf andere Pommes zurückgreifen. Die waren geschmacklich allerdings überhaupt nicht vergleichbar.
(Sven Harras)

Rechnen lernen mal anders

Für Kinder ein Paradies – die Süßigkeitenauswahl. Foto: Susanne Jagodzik

Wer denkt, dass ein Kiosk nur dazu da ist, den kleinen Hunger zwischendurch zu stillen, der irrt. Die Bude im Kreuzer verfolgt im Sommer zusätzlich einen Bildungsauftrag. Kurz vor dem Ende des Schuljahres kommt jedes Jahr eine Grundschullehrerin mit ihrer Klasse im Kiosk vorbei. Dann heißt es: spielerisch Mathe lernen.

Wir sind einer der letzten Kioske, in denen man einzelne Süßigkeiten kaufen kann. Die Erstklässler kommen hierher und haben 1 Euro zur Verfügung. Davon können sie sich eine Tüte Süßigkeiten zusammenstellen. Allerdings müssen die Preise von den Kindern selbst zusammengerechnet werden. So lernen sie das Rechnen und haben gleichzeitig noch eine Freude.
(Sven Harras)