Nachrichten

Klaus Bauer: Landrats-Kandidat der CSU im Video-Interview

Er hätte gerne eine Woche länger Zeit gehabt, sich zu entscheiden, sagt Klaus Bauer. Hatte er aber nicht. Zwischen dem Anruf der Kreisvorsitzenden Gudrun Brendel-Fischer, seinem Bewerbungsgespräch vor jeder Menge Ortsvorsitzenden und dem Durchsickern seines Namens an die Öffentlichkeit lag gerade einmal eine Woche. Andernfalls wäre ihm vielleicht doch noch irgendein Grund eingefallen, die Chance, die sich ihm da jetzt bietet, nicht zu ergreifen. In Bayern für die CSU in den Ring steigen. Ganz ohne Parteibuch. Landrat werden – mit noch nicht einmal 50 Jahren.

Ein Video-Interview mit Klaus Bauer finden Sie über dem Text.

Klaus Bauer im Interview bei Thorsten Gütling. Foto: Frederik Eichstädt.

Ich habe kein Parteibuch und umso überraschender war es für mich, dass die Anfrage kam.

(Klaus Bauer)

Bauer weiß: „So eine Chance kommt nur einmal im Leben.“ Und darauf gewartet, wenngleich es nicht erzwungen, hat der 48-Jährige ja schon irgendwie. Wer das Spiel namens Politik seit Jahren verfolgt wie kein zweiter, den Jungs am Spieltag dann aber doch immer nur zusehen muss, wie sie die Bälle über die Torlinie grätschen, dem kann es schon mal in den Füßen jucken. Wenn beim ersten Gang auf das Spielfeld aber gleich die Hoffnungen des ganzen Vereins auf den Schultern des Neuen ruhen, kann den das auch erschrecken.

Lesen Sie auch:

Verfolgt hat der Neue das Spiel, wenn man so will, seit nunmehr 30 Jahren. Erst als Verwaltungslehrling, später als Fach- und Betriebswirt, dann sechs Jahre als Verwaltungsleiter der Gemeinde Speichersdorf und seit acht Jahren als Verwaltungschef der vier Gemeinden umfassenden Verwaltungsgemeinschaft Weidenberg. Fast so, als hätte er damit nicht schon genug gesehen, sitzt Bauer seit fünf Jahren für den Nemmersdorfer Bürgerblock im Goldkronacher Stadtrat. Darüber, wie Politik funktioniert, wähnt er sich also im Klaren – auch ohne Parteibuch und -karriere.

In 30 Jahren in der Kommunalverwaltung macht man sich bekannt in der Branche.

(Klaus Bauer)

Bauers vielleicht wichtigste Erkenntnis bis hierher: Viel zu oft wird über die alltäglichen, beinahe banalen Dinge gestritten. Über Dinge, die ein Verwaltungsexperte wohl sicher im Griff hätte. Wenn darüber also kein Aufhebens mehr gemacht würde, bliebe mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge. Für Ideen für die Zukunft. Für solche, die das Klima schützen, die Mobilität verbessert, das Leben für Senioren und Familien erleichtern und die Schulen auf dem Land sichern.

Das Verwalten ist Tagesgeschäft, aber ich möchte überwiegend Gestalter sein.

(Klaus Bauer)

Klaus Bauer. Foto: red

Zwei Wochen nachdem Bauer der Ruf der CSU-Spitze ereilt hat, ist der Schreck, so scheint es, einer wohligen Anspannung gewichen. Was soll einen, der Zwillinge hat, auch noch aus der Ruhe bringen? Welcher Gegenüber sollte ihm, der seit Jahren mit Bürgermeistern und Geldgebern auf Augenhöhe diskutiert, zu groß sein? Warum sollte er, der seit Jahrzehnten Kopf einer Blasmusik-Kapelle und Statist bei den Bayreuther Festspielen ist, nicht die notwendige Geduld und Ausdauer aufweisen? Zeit für den Garten oder ein Bier mit Freunden wird schon hoffentlich noch bleiben.

Ich bin ein ausgleichender Mensch. Die Gräben, die jetzt bestehen, möchte ich verfüllen und auf die anderen Fraktionen zugehen.

(Klaus Bauer)

Am 20. September soll Klaus Bauer bei der Delegiertenversammlung in Schnabelwaid offiziell als Landratskandidat der CSU nominiert werden. Am 15. März nächsten Jahres ist Kommunalwahl.