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Klinikum Bayreuth: Zum Warnstreik nach Frankfurt

Zum Warnstreik sind 30 Ärzte des Klinikums Bayreuth am Mittwoch mit dem Bus nach Frankfurt am Main gefahren, um am Römerberg für bessere Arbeitsbedingungen zu demonstrieren. Der Warnstreik startete um 13 Uhr. Insgesamt sind mehrere tausend Demonstranten vor Ort. Die Gewerkschaft Marburger Bund rechne mit der zahlenmäßig größten Kundgebung von angestellten Ärzten in den vergangenen zehn Jahren.

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Foto: Marburger Bund

Grund des Streiks

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund hat nun zu einem erneuten Warnstreik aufgerufen, da die Tarifverhandlungen in mehr als 550 kommunalen Krankenhäusern zuvor als gescheitert erklärt wurden. Die Demonstranten fordern fünf Prozent mehr Lohn sowie die Eingrenzung von Bereitschafts-Diensten, damit es mindestens zwei freie Wochenenden pro Monat gibt. Bei der dritten Verhandlungsrunde der Vereinigung der Kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) wurde kein Ergebnis erzielt. Das Angebot sah lediglich eine Gehaltssteigerung von 1,4 Prozent für 2019 und von weiteren 0,8 Prozent für 2020 vor.

„Es hat sich großer Unmut über die Arbeitgeber angestaut. Dieser Unmut bricht sich nun Bahn. Die Ärztinnen und Ärzte in den kommunalen Kliniken erwarten konkrete Verbesserungen ihrer Arbeitsbedingungen: weniger Belastung, bessere Planung und mehr Zeit für Familie und Privatleben.“

(Rudolf Henke, 1. Vorsitzender des Marburger Bundes)

Ärzte würden zusätzlich zum regelmäßigen Dienst, Bereitschaften in der Nacht sowie an Wochenenden und Feiertagen leisten, um rund um die Uhr für Menschen in Lebensgefahr und bei akuten Schmerzen da zu sein. Niemand stelle diese Dienste in Frage. Es solle lediglich eine klare Höchstgrenze festgelegt werden und eine verlässliche Planung geben, so Henke. Zudem fordere der Marburger Bund eine manipulationsfreie, automatisierte Arbeitszeiterfassung. Denn diese sei an vielen Kliniken oft noch unsystematisch oder geschehe händisch. Diese beiden Forderungen blieben von der VKA bisher vollkommen unbeantwortet.

Warnstreik FFM
Foto: KAPIX Fotografie

Wie die Lage im Klinikum Bayreuth aussieht

Klinikum Bayreuth Eingang
Foto: red / cr

Am Klinikum Bayreuth streiken heute insgesamt 30 Ärzte, wie die Pressestelle auf Anfrage des Bayreuther Tagblatts mitteilt. Eine Notbehandlung ist in Bayreuth auch während des Streiks vollkommen gewährleistet: Drei Operationssäle und der Herz-Saal stehen am Klinikum zur Verfügung. An der Klinik Hohe Warte bleibt ebenfalls ein OP in Betrieb.