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Die Klofrauen vom Weißbierfest: Saubermachen und Seelen trösten

Was rein geht, muss auch wieder raus. Das ist Gesetz. Und Ulla Behrendt ist eine der Frauen, die auf dem Maisel’s Weißbierfest dafür sorgt, dass das stille Örtchen, an dem sich die Damen und Herren ihrer Weizen wieder entledigen, schön sauber ist.

Noch ist es ruhig vor den Toiletten auf dem Fest. Zu späterer Stunde haben Ulla Behrendt und ihre Kolleginnen aber alle Hände voll zu tun, damit alles ordentlich und sauber bleibt. Foto: Frederik Eichstädt

Bereits zum vierten Mal ist Ulla Behrendt beim Fest dabei. Sie sorgt nicht nur dafür, dass die Toiletten immer in Ordnung sind, sondern ist auch Seelsorgerin für viele Gäste. Vor allem die Damen weinen sich gerne bei ihr aus, wenn sie Ärger mit dem Freund haben, oder andere emotionale Probleme, die sie dringend jemandem anvertrauen müssen.

Man erfährt auch viel persönliches über die Menschen oder macht mal Witze.

(Ulla Behrendt, Reinigungskraft)

Ulla Behrendt ist gerne für alle da. Auch, wenn sie nach den vier Tagen Festbetrieb jedes Jahr „fix und fertig“ ist, wie sie erzählt, macht sie ihren Job gerne.

Ich bekomme alles vom Fest mit, habe alles im Blick und bin unter Leuten. Alleine in einem Büro zu sitzen, wäre nichts für mich.

(Ulla Behrendt)

Sie und ihre beiden Kolleginnen werden von den Gästen respektiert, ihre Arbeit wird wertgeschätzt, erzählt Ulla Behrendt. Jeden Tag ist sie bis zum Schluss dabei. „Bis ich nach Hause komme, wird es meist vier Uhr.“ Dann falle sie völlig kaputt ins Bett – meist mit Rückenschmerzen.

Vor allem am Freitag und am Samstag ist immer die Hölle los.

(Ulla Behrendt)

Nur selten komme es zu Streitereien in der Schlange vor den Toiletten. Den Security-Dienst habe sie noch nie holen müssen.

Manchmal findet ein Betrunkener das Ende der Schlange nicht und marschiert direkt nach vorne, dann regen sich die anderen natürlich auf. Ärger hat es deshalb aber noch nicht gegeben.

(Ulla Behrendt)

Und die Reinigungskraft kann bestätigen, was viele schon lange geahnt haben: Auf den stillen Örtchen der Damen ist zu später Stunde mehr zu tun als auf denen der Herren.

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