Nachrichten

Kreuzer, Stadtbad, Therme: Ein Bad bereitet den Stadtwerken Sorgen

Dass Bäder Verlustbringer sind, ist landauf, landab bekannt. Die wenigen Ausnahmen bestätigen die Regel. Die Stadtwerke Bayreuth haben jetzt offengelegt, welches Defizit ihnen ihre Bäder im vergangenen Jahr beschert haben. Kurzum: Für die Bäder war 2018 ein gutes Jahr. Aber eines bereitet Sorgen.

Mit 435.000 Badegästen insgesamt, besuchten im vergangenen Jahr gut 40.000 Menschen mehr Stadtbad, Kreuzsteinbad, Lohengrin-Therme und das Freiluftbad an der Bürgerreuth, als ein Jahr zuvor. Im Schnitt war damit jeder Bayreuther mindestens fünfmal in einem dieser Bäder.

Uwe Kasel, Bademeister im Kreuzsteinbad. Archivfoto: Stadtwerke Bayreuth

Ein gutes Jahr für das Kreuzsteinbad

Dem heißen Sommer sei dank, legte 2018 vor allem das Kreuzsteinbad mächtig zu. An guten Tagen, sagt Stadtwerke-Sprecher Jan Koch, kommen bis zu 6.000 Besucher ins „Kreuzer“. Und weil es von solchen Tagen einige gab, besuchten 167.000 Gäste das Freibad. Zum Vergleich: Im durchwachsenen 2017 waren es nicht einmal 130.000.

Allerdings: Selbst solche Besucherzahlen machen aus dem Kreuzsteinbad noch keinen Gewinnbringer. Immerhin gab es Zeiten, da strömten in einer Bade-Saison 320.000 Besucher ins „Kreuzer“. 1971 war das und soviele waren es seitdem nie mehr.

Stadtwerke-Mitarbeiter Michael Hampel bringt dem fünfjährigen Corvin im Stadtbad das Schwimmen bei. Archivfoto: Jan Koch

Stadtbad im Aufschwung

Das Defizit, das das Freibad im vergangenen Jahr erzeugt hat, beläuft sich daher auf gut eine Million Euro. Genauso hoch fällt das Defizit im Stadtbad aus. Dorthin kamen rund 100.000 Besucher und damit etwa 5.000 mehr als im Vorjahr. Stadtwerke-Chef Jürgen Bayer spricht von einem Aufschwung für das Stadtbad, seit sich dort ein Fitnessstudio angesiedelt habe.

Sorgenkind Therme

Sorgenkind ist und bleibt damit die Lohengrin-Therme. Zwar wurde die von rund 190.000 Menschen besucht und damit von so vielen wie im Jahr zuvor. Allerdings sorgte das in beiden Jahren für ein Defizit von fast drei Millionen Euro. Zum Vergleich: Die Therme Obernsees erwirtschaftete in den vergangenen Jahren ein Defizit von rund 600.000 Euro, zählte aber auch rund 80.000 Besucher mehr.

Für das Bad werde daher ein Alleinstellungsmerkmal gesucht, sagt Bayer. Man setzte auf den Bau der neuen Klinik der Deutschen Rentenversicherung (DRV) und darauf, dass man im Zuge dessen vielleicht auch einen Investor für den Bau eines Hotels an der Therme finde, sagt Bayer.

Harald Schmidt (links), Bäderleiter bei den Stadtwerken Bayreuth, und Mario Schmitt, stellvertretender Leiter der Lohengrin Therme. Archivfoto: Jan Koch

Verkaufspläne nehmen wieder Fahrt auf

Gleichzeitig gehen die Pläne, die Lohengrin-Therme zu verkaufen, in eine neue Runde. Schon vor vielen Monaten wurde der Versuch gestartet, den Verlustbringer zu veräußern. Schon damals erteilte der Stadtrat seine Einverständnis, nur der Bundesfinanzhof wollte nicht mitspielen. Der erklärte, dass die Stadt nicht mehr steuerlich begünstigt würde, wenn sie einem potentiellen Käufer mit Gewinnen aus dem Strom- und Gas-Geschäft unter die Arme greifen wollte. Ein neuer Plan, den die Stadtwerke dem Stadtrat nun vorlegen, sieht vor, dass nur ein Teil der Therme an einen Investor verkauft wird. Der andere Teil kommt in die Hände der Stadtwerke. Dorthin muss er deshalb erst einmal gelangen, weil das Bad zunächst aus der Bayreuther Thermalbad GmbH gelöst werden müsste.

Entscheidung noch in diesem Jahr

Mit einer Entscheidung darüber, wie es mit der Lohengrin-Therme weitergeht, rechnet Stadtwerke-Chef Jürgen Bayer noch in diesem Jahr.