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Landkreis will das Disco-Taxi testen

Kinderfreundlicher Landkreis? Ja, aber die Bustarife für Schüler bleiben – vorerst zumindest – so wie sie sind. Dafür plant der Landkreis ein Pilotprojekt mit der Stadt Bayreuth: Demnach könnte in Bayreuth schon bald ein 50-50-Taxi junge Erwachsene nach dem Feiern sicher nach Hause bringen. In Kulmbach etwa gibt es das 50-50-Taxi bereits. Und auch im Landkreis Lichtenfels können sich Jugendliche am Wochenende zum halben Preis mit dem Taxi nach Hause fahren lassen. Die andere Hälfte zahlt der Landkreis.

Kreisrat Holger Bär (Junge Liste) hatte bereits im Juli 2017 die ungleiche Behandlung von Schülern, die weniger als drei Kilometer zur Schule haben oder bereits in die 11. Klasse gehen, angeprangert. Sie dürfen nämlich nicht kostenlos zur Schule fahren beziehungsweise haben nur einen Erstattungsanspruch der Fahrtkosten, wenn diese 420 Euro im Schuljahr übersteigen.

Bär forderte in seinem Antrag, ein Bezuschussungs-Modell für Jugendliche unter 18 Jahren zu realisieren. Das lehnt der Kreisausschuss vorerst jedoch ab:

Aufgrund der zu erwartenden Initiativen auf Landesebene wird gegenwärtig die Einführung eines eigenen Landkreis-Modells zur Ermäßigung im Schüler- und Ausbildungstarif nicht weiter verfolgt.

(Auszug aus dem Beschlussvorschlag)

Beschlossen wurde allerdings, dass der Antrag im Herbst dieses Jahres noch einmal auf die Tagesordnung des Kreisausschusses gesetzt wird. Bis dahin soll abgewartet werden, was sich beim geplanten 365-Euro-Ticket für Schüler und Studenten tut. Denn Bayreuth gehört zum Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN). Die fränkische Metropole ist als Pilotregion für das Ticket im Gespräch.

Das ist ein von der Landespolitik bestimmtes und kostenintensives Thema.

(Landrat Hermann Hübner, CSU)

Unter den Tisch fallen, solle das Thema Bustarife für Schüler deshalb für den Landkreis aber auf keinen Fall. „Wir wollen die Hände nicht in den Schoß legen und dennoch weiter an einer eigenen Lösung für den Landkreis arbeiten“, stellt Hübner klar. Er will aber auch keine Schnellschüsse machen.

Ein Pilotprojekt mit der Stadt

Der Kreisausschuss stimmte der Einführung eines Pilotprojekts mit der Stadt Bayreuth zu. Zunächst soll eine geeignete Strecke festgelegt werden und die Finanzierung geprüft werden. Wann die ersten Jugendlichen dann zum halben Preis mit dem Taxi von der Disco nach Hause fahren können, steht aber noch in den Sternen.

Im Sozialreferat der Stadt weiß man auf bt-Nachfrage aber noch gar nichts von den jüngsten Kooperationsplänen des Landkreises. Dem Stadtrat liegt zwar ein Antrag Helmut Parzens (CSU) vor, der auch die Einführung des Disco-Taxis fordert. Konkrete Pläne will die Verwaltung aber erst zur nächste Sitzung des Jugendausschuss am 3. Juni erarbeiten.