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Little Women: “Große Emotionen und sehr kitschige Liebesszenen”

Letzte Woche ist bt-Filmkritiker Alex Bauer mit dem Film “Die Hochzeit” hart ins Gericht gegangen. Sieben Tage darauf war der Kinoexperte mit zwei Leserinnen des Bayreuther Tagblatts nun im Film “Little Women” mit Emma Watson. Sein Urteil fällt besser aus als in der vergangenen Woche.

Der Trailer zum Film

Das sagen Michaela Schmidt-Franke und Claudia Meier zum Film

bt-Filmkritiker Alex Bauer findet

bt- Filmkritiker Alex Bauer.

Bei sechs Oscar-Nominierungen für ‘Little Women’ wundert man sich fast, dass Meryl Streep nicht zu den Kandidatinnen gehört, die sich eine goldene Statue abholen könnten. Stattdessen dürfen sich eventuell Saoirse Ronan und Florence Pugh ja über einen Preis freuen. Ronan ist als beste Darstellerin, Pugh für die beste weibliche Nebenrolle nominiert. Verdient, wie ich nach zweieinhalb Stunden Film finde.

Die Geschichte spielt Mitte des 19. Jahrhunderts in den USA – zu einer Zeit, in der der Bürgerkrieg tobt, und: in einer Zeit, in der Frauen nicht durch ihr Schaffen, sondern durch die Heirat mit einer guten Partie definiert werden. In diese Welt passt Jo March (Saoirse Ronan) gar nicht rein. Sie ist Schriftstellerin, unterstützt ihre Familie und will sich partout nicht abhängig machen von einem Mann. Ihre drei anderen Schwestern sind anders. Meg (Emma Watson) will den klassischen Weg mit der Ehe gehen, am besten vermögend, was aber nicht wirklich klappt. Beth (Eliza Scanlen) ist ein introvertiertes Mädchen, die das Wohlergehen anderer über ihr eigenes stellt, auch auf Kosten ihrer Gesundheit. Und Amy (Florence Pugh), die jüngste, will Künstlerin werden und ist am nächsten dran, einen reichen Mann zu heiraten.

Alle vier Darstellerinnen können dabei überzeugen, einzig Watsons und Scanlens Rollen kommen etwas zu kurz. Gut, vielleicht auch besser so, denn so wäre der Film wahrscheinlich noch länger geworden. Und das hätte ihm wahrscheinlich nicht gut getan, denn schon die mehr als zwei Stunden ziehen sich leider oft wie Kaugummi. Spannung? Fehlanzeige. Das ist nicht schlimm, man sollte aber darauf vorbereitet sein. Stattdessen bekommt man einen Film, der vom großartig gespielten Miteinander der vier Schwestern lebt – inklusiver großer Emotionen und teilweise sehr kitschiger Liebesgeschichten.

Und: es werden vier Geschichten von vier starken Frauen erzählt, die sich – jede auf ihre Art – den Herausforderungen des Lebens stellen. Achso, Männer kommen auch vor, klar, irgendwer muss ja geheiratet werden. Von denen bleibt aber wirklich nur Timothée Chamalet in Erinnerung, der dandyhaft und mit traurigem Blick erst die eine Schwester und später dann eine andere bezirzt. Joa. ‘Little Women’ wird sicher kein Kassenschlager werden, anschauen kann man ihn sich trotzdem.

3 von 5 Sterne