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Mai Thi Tola: Rapper, Seenotretter und Weltenbummler

Ein kleiner Bayreuther Junge läuft in Tansania über einen Straßenmarkt. Dort entdeckt er eine Musikkassette: von Bob Marley. Er kauft sie. Bei dem Jungen handelt es sich um den Bayreuther Andreas Pohl. Als er vier Jahre alt war, nahmen ihn seine Eltern mit nach Tansania. Dort lebte er fünf Jahre. Mit der Bob Marley Kassette begann damals seine Leidenschaft für die Musik. Heute ist er Rapper, Weltenbummler und Nautischer Schiffsoffizier. 

In Folge 7 des RaPod erzählt Pohl, auch bekannt als „Mai Thi Tola“, von seinem Werdegang, seinem Lebensstil und seiner Einstellung zu Musik. 

Das Podcast-Interview mit Mai Thi Tola zum Anhören

Mehr zur neuen Folge gibt’s unter dem Artikel mit Mai Thi Tola.

Schon früh auf dem Globus unterwegs

Für Mai Thi Tola war es nie etwas besonderes, mit verschiedenen Menschen aus verschiedenen Kulturen zusammen zu sein. Für ihn war das Alltag. Mit vier Jahren nahmen ihn seine Eltern mit nach Tansania. Dort besuchte er eine englische Schule und lernte Suaheli. Inzwischen hätte er zwar das Meiste davon wieder vergessen, doch den Lebensstil von damals habe er sich bewahrt. 

Ich habe immer Interesse daran gehabt, mir etwas Neues anzusehen.

Mai Thi Tola im Interview. Foto: Frederik Eichstädt.

Bayreuther Rapper auf hoher See

In Ostfriesland studierte Pohl Nautik. In den Semesterferien war er dann entweder als Kadett auf Schiffen unterwegs oder reiste quer durch Europa. Dabei habe er Eindrücke gesammelt und Menschen kennengelernt. Als Nautischer Schiffsoffizier, ein leitender Seemann, dürfe er nun auf allen Weltmeeren „die meisten Schiffe fahren“.

Auf einem Segelfrachtschiff habe ich gespürt, wie es ist, komplett der Macht der Wellen und dem Wind ausgesetzt zu sein.

Eines seiner prägendsten Erlebnisse hatte Pohl zuvor auf dem Mittelmeer, wo er die negativen Seite der Seefahrt kennengelernt hat. Dabei war er bei SOS Mediterranee als Seenotretter im Einsatz und barg tote Menschen. Als Kadett war der Weltenbummler später auf dem Mittelmeer und dem Atlantik unterwegs.

Tola auf dem Schiff. Foto: Privat.

RaPod

Ein alternativer Lebensstil

Im Moment ist Mai Thi Tola auf der Suche nach dem richtigen Beruf. 2019 im Sommer lebte er als Selbstversorger mit seiner Frau in Rumänien. Derzeit ist er wieder in Bayreuth und macht eine Ausbildung zum Yogalehrer. Für andere möge das ein alternativer Lebensstil sein, für ihn sei das einfach das Leben, sagt Pohl. 

Andreas Pohl, auch bekannt als Mai Thi Tola. Foto: Frederik Eichstädt.

In Bayreuth zum Rapper geworden

Als er mit neun Jahren nach Bayreuth kam, fragten ihn seine Altersgenossen was für eine Art Musik er denn hören würde. Da habe er gelernt, dass man seinen Musikgeschmack hier in Genres und Stile einordnen müsse. Es reichte damals nicht zu sagen welchen Künstler man höre, man müsse schon auch das Genre nennen. Für ihn war das schnell Hip Hop.

Ich habe dann auch sehr schnell angefangen selbst Rap zu machen, weil ich gemerkt habe, dass es unglaublich viel Spaß macht. 

Ein Blick zurück in die Jugend

Die Karriere als Rapper begann für Mai Thi Tola, auch bekannt als Ghandi, im Studio des Bayreuther Rappers Falk. Tola wurde Teil von Kanzlakustix und wurde über die Jahre ein fester Bestandteil des Kollektivs. 

Mai Thi Tola

Nach seiner Zeit in Rumänien, brachte Pohl nun eine eigene EP an den Start: mit besonderem Erscheinungsbild. Für jeden Song hat der Künstler Werner Hornung eine eigene Video-Animation kreiert. Dabei begibt sich der Weltenbummler auf eine Reise durch die Zeit (Titel: Daniel Düsentrieb), gibt politische Statements ab (fck y afd), präsentiert seine Skills (Mirakumix mini) und mehr. 

Das ist Mai Thi Tola

NameAndreas Tola Pohl
CrewsKanzlakustix
AliasMai Thi Tola
Geboren1988
Erstes Rap-AlbumEminem – The Slim Shady LP
Bisher letztes Rap-AlbumTrettmann – DIY
Bestes Rap-Album nationalPrinz Pi – Donnerwetter
Bestes Rap-Album internationalDr. Dre – 2001
Einflussreichste KünstlerBob Marley, Prinz Pi
Bestes Rap-Zitat"Wer Hip Hop macht aber nur Hip Hop hört betreibt Inzest." (Eißfeldt)
Bestes MusikvideoMai Thi Tola, besonders das Visual bei "Daniel Düsentrieb" und "Sauerstoff am sippen" – die MotionArt von Werner Hornung feier ich einfach total!
Dieser Künstler sollte erfolgreicher seinSmiley. Der mit Abstand beste Rapper der Stadt!
Rap ist für mich...Ausdruck, Sprache, Philosophie, Spielplatz!
Wieso mache ich RapFür mich, meine Jungs, und um die Welt ein bisschen bunter und besser zu machen!
Worüber rappe ichDas muss der Hörer schon selbst herausfinden
Mit diesem Trend in der Musik kann ich gar nichts anfangenPopmusik. Wer Musik macht, mit dem Ziel populär zu sein, hat schon von vornherein versagt. Was nicht heißt, dass es keinen guten Pop gibt 😉
Würde ich nicht rappen, ......würde meinem Leben ein wichtiger Anker fehlen.

Rap-Videos

Im Intro zur neuen RaPod-Folge sprechen die Moderatoren Frederik und Quasi über Videos im Deutschen Rap. Die YouTube-Playlist dazu gibt’s hier!


Mehr zum RaPod

Der RaPod ist ein regelmäßig erscheinendes Podcast-Format von Frederik Eichstädt und Johannes „Quasi“ Besold. Mehr Infos dazu finden Sie in Kürze auf unserer Website.

Die RaPod-Moderatoren Frederik Eichstädt und Johannes „Quasi“ Besold. Foto: Carolin Richter.

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