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Masern: Bundestag beschließt Impfpflicht für Kitas und Schulen

Der Bundestag hat am Donnerstag ein neues Gesetz verabschiedet. Demnach müssen ab dem 1. März 2020 alle Kinder und Mitarbeiter öffentlicher Einrichtungen eine Impfung gegen Masern nachweisen. Andernfalls drohen hohe Bußgelder oder sogar ein Ausschluss aus der Einrichtung.

„Ein Gesetz für Kinder“

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sieht das Gesetz als „Kinderschutzgesetz“, da insbesondere Kleinkinder anfällig für Krankheiten sind. Die Impfpflicht gilt für Schulen, Kindertagesstätten, bei der Tagespflege und anderen Gemeinschaftseinrichtungen, wie Flüchtlingsunterkünften. Das Gesetz gilt auch für das dort tätige Personal und Mitarbeiter in medizinischen Einrichtungen.

Impfung oder Ausschluss

In der Praxis könnte die Umsetzung so aussehen: Künftig müssen Kinder oder Angestellte vor der Aufnahme in eine Schule, Kita oder eine andere Einrichtung nachweisen, dass sie geimpft sind, zum Beispiel durch den Impfausweis.

Diejenigen, die schon vor Inkrafttreten des Gesetzes am 1. März 2020 Teil einer solchen Einrichtung ist, muss den Nachweis bis zum 31. Juli 2021 erbringen. Menschen die die Krankheit bereits hatten oder denen gesundheitliche Schäden drohen, sind von der Impfpflicht ausgenommen. Wer sich nicht an das neue Gesetz hält, dem droht eine Geldstrafe oder gar der Ausschluss aus der Einrichtung.

Gegenwind von Seiten der Eltern?

Verena Rupprecht, die Leiterin der städtischen Kindertagesstätte Trauminsel in Bayreuth, führt aus, dass sie noch keine genaueren Infos über die neue Impfpflicht erhalten habe. Weder wie die Kontrollen aussehen sollen, noch wie die Umsetzung genau funktionieren solle.

Sie könne sich aber vorstellen, dass viele der Eltern sicher nicht begeistert über das neue Gesetz seien werden. Sobald etwas zur Pflicht werden würde, wären viele von Anfang an erstmal dagegen.

Ich bin auch für das Impfen aber wenn das umgesetzt wird das es Pflicht wird wer weiß zu was sie uns in zukunft noch alles zwingen können.

(Christine P. auf Facebook)

In den sozialen Medien gibt es neben Kritik, aber vor allem auch Verständnis für die Entscheidung.

Eine der richtigen und sinnvollen Entscheidungen der letzten Zeit.

(Hubert B. auf Facebook)

Das gefällt mir.
Und an Ungeborene und Neugeborene gedacht. Danke. Die werden bei der ganzen Impfgeschädigten Diskussion immer völlig übersehen.

(Christina M. auf Facebook)

Die Ausbreitung verhindern

Die Bundesregierung hat darauf verwiesen, dass Masern zu den ansteckendsten Krankheiten gehören. Laut der Online-Datenbank des Robert-Koch-Instituts sind 2019 in Deutschland bisher 501 Menschen an Masern erkrankt. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, müssen immer mehr Menschen immun gegen die Krankheit werden. Diese erforderlichen 95 Prozent hat Deutschland noch nicht erreicht.