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Mathe-Abi zu schwer: Das sagen Bayreuths Schulleiter

Bayerns Schüler wehren sich. Viele Abiturienten fanden die Mathematik-Abschlussprüfung zu schwierig. Mit einer Online-Petition wollen sie das Kultusministerium dazu bewegen, die Noten an den Schwierigkeitsgrad anzupassen.

Wiederholung ist unwahrscheinlich

Das ist ziemlich unwahrscheinlich, schätzt Rolf Müller, Schulleiter des Graf-Münster-Gymnasiums die Situation ein.

Ich kann mir schwer vorstellen, dass die Online-Petition etwas ändert.

(Rolf Müller, Schulleiter GMG)

Auch eine Wiederholung der Mathe-Prüfung oder eine Änderung des Notenschlüssels scheiden für Müller aus.

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Ähnlich sieht Elisabeth Götz das Ganze. Sie leitet das Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium.

Unsere Lehrer korrigieren die Arbeiten jetzt erst einmal. Dann sehen wir weiter. Letztlich sind die Abituraufgaben ja bereits geprüft und basieren auf dem Lehrplan.

(Elisabeth Götz, Schulleiterin MWG)

Und nach wie vor bestehe die Möglichkeit, dass die Mathe-Prüfung nicht so schlecht ausgefallen ist als gedacht. Denn: „Es gibt immer zwei Wahrnehmungen.“ Zum einen, die der Lehrer, die sagen, die Prüfung sei machbar, wenn die Schüler auch um die Ecke denken. Zum anderen, die Wahrnehmung der Schüler, die sehr emotional sei.

Wir konzentrieren uns jetzt lieber auf die nächste Prüfung am Mittwoch und versuchen, unsere Schüler zu beruhigen, sodass sie keine Ängste mit in die Prüfung nehmen. Alles andere geht seine Wege.

(Elisabeth Götz)

Die Mathe-Abiprüfung ist immer umfangreich, sagt der stellvertretende Schulleiter des Wirtschaftswissenschaftlichen Gymnasiums Martin Schmidt. Er ist selbst Mathelehrer und betreut in diesem Schuljahr einen Abiturkurs.

Pauschal kann man nicht sagen, dass die Prüfung in diesem Jahr schwieriger war. Das Empfinden ist immer subjektiv.

(Martin Schmidt, stellvertretender Schulleiter WWG)

Und wie in jedem Jahr seien auch dieses Mal Aufgaben für die schwächeren Schüler dabei gewesen, um die Abiturprüfung zumindest zu bestehen.

Nicht alle Schüler hatten die gleiche Prüfung

Außerdem wählen die Lehrer die Aufgaben für ihre Schüler aus – je nach Können und Vorbereitung im Unterricht. Denn sie kennen ihre Schützlinge am besten. Deshalb können die zusammengestellten Aufgaben an jeder Schule in Bayreuth und in ganz Bayern unterschiedlich gewesen sein. „Aus den drei Prüfungsbereichen Analysis, Stochastik und Geometrie mit jeweils zwei verschiedenen Aufgabensätzen ergeben sich acht Kombinationsmöglichkeiten für die Prüfung“, erklärt Schmidt. Allein deshalb sei das Thema heikel.

Direkt nach der Prüfung hat sich keiner meiner Schüler beschwert. Aber da sind auch alle immer erst einmal fertig und platt.

(Martin Schmidt)

Worin sich die Schulleiter allerdings einig sind, ist, dass sich darüber streiten lässt, ob die Zeit für die Mathe-Prüfung zu knapp bemessen war. Viele der Aufgaben enthielten viel teils unnötigen Text, der rechnerisch umgesetzt werden musste. Das Zeitproblem sei daher wohl das größere Problem als der Schwierigkeitsgrad gewesen.

Viele Unterstützer

Bayernweit unterstützen Tausende die Online-Petition. Schüler wie auch Lehrer. Seit Freitag haben bereits mehr als 58.000 Menschen unterschrieben. Das Kultusministerium hat am Sonntag mit einer Stellungnahme reagiert und zugesichert, die Sache zu prüfen.

Wir nehmen das natürlich ernst und werden das sorgfältig prüfen.

(Kulturminister Michael Piazolo)

Auf Facebook berichten Eltern von am Boden zerstörten Kindern, die sich wochenlang intensiv auf die Prüfung vorbereitet hätten und am Ende doch enttäuscht nach Hause kamen.