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medi: Als Außenseiter nach Oldenburg

Am Samstag gastiert medi bayreuth ab 20:30 Uhr bei den EWE Baskets Oldenburg. Blickt man auf die Tabelle, scheint es eine deutliche Angelegenheit zu werden. Während die Heroes of Tomorrow auf dem zehnten Platz des Tableaus stehen und von den letzten zehn Partien nur drei gewinnen konnten, stehen die Donnervögel mit einer fast makellosen Ausbeute von neun Siegen bei nur einer Niederlage im gleichen Zeitraum auf Platz zwei der BBL. Doch egal wie schwer die Aufgabe für medi auf dem Papier aussehen mag, die Rolle als Außenseiter könnte den Heroes of Tomorrow liegen. Zudem macht ein Blick auf die letzte Saison Mut.

Oldenburg in Top Form

Egal ob Bamberg, Berlin oder München – die Oldenburger behielten in den letzten Wochen, auch gegen die Spitzenteams der Liga – die Oberhand. Einzig das Überraschungsteam Vechta konnte die EWE Baskets zuletzt bezwingen. Während ALBA und Brose Bamberg deutliche Schlappen gegen die Donnervögel hinnehmen mussten, unterlagen der Tabellenführer aus München Oldenburg nur knapp. Dennoch beeindruckend: für die Bayern war das 82:83 in Oldenburg erst die zweite Saisonniederlage überhaupt.

Neben dem Tabellenführer München ist Oldenburg zum jetzigen Zeitpunkt die einzige Mannschaft, die bereits sicher für die Playoffs qualifiziert ist. Mit 2461 erzielten Punkten weisen die Donnervögel dabei den stärksten Angriff der Liga auf. Insgesamt erzielten vier Oldenburger Spieler in der laufenden Saison über 300 Punkte für ihr Team: Nathan Boothe (318), Ricky Paulding (347), Rasid Mahalbasic (379) und Liga-Topscorer Will Cummings mit sagenhaften 517 Punkten. Zum Vergleich: bei Bayreuth punkteten nur zwei Spieler – Kassius Robertson (336) und De’Mon Brooks (328) – annähernd oft.

Im Hinspiel unterlag medi bayreuth deutlich gegen Oldenburg. Foto: Redaktion.

Das Hinspiel

Am 27. Dezember trafen sich die beiden Teams zum ersten Vergleich in der Oberfrankenhalle. Dabei gab es für medi wenig zu holen. Mit 70:90 beendeten die Oldenburger damals eine fünf Spiele andauernde Siegesserie der Heroes of Tomorrow. Bereits im ersten Viertel setzten sich die Oldenburger mit sieben erfolgreichen Dreiern ab und führten mit zehn Punkten.

Die Spieler des Spiels im Dezember waren Philipp Schwethelm und Nathan Boothe, die beide 19 Punkte (davon fünf Dreier) für Oldenburg erzielten. Im Duell der Aufbauspieler lieferte Will Cummings eine beeindruckende Leistung ab, erzielte 18 Punkte, holte vier Rebounds und verteilte vier Assists. Insgesamt war der Liga-Topscorer hierbei effektiver als beide seiner Gegenspieler auf Bayreuther Seite, David Stockton und Bastian Doreth (zusammen 14 Punkte, fünf Rebounds, vier Assists).

Kyan Anderson. Foto: Redaktion.

Was medi Mut macht

Obwohl auf dem Papier fast alles gegen die Bayreuther spricht, reist medi nicht chancenlos nach Oldenburg. Beim letzten Gastspiel bei den Donnervögeln, im Oktober 2017, holten die Heroes of Tomorrow einen hart umkämpften 89:88-Auswärtssieg. Dass medi bayreuth auch in der aktuellen Saison auswärts immer für eine Spitzenleistung gegen Top-Mannschaften bereit ist, hat das Team von Coach Raoul Korner bereits mehrfach bewiesen.

Im Januar siegten die Bayreuther zum ersten Mal seit fast 21 Jahren beim Lokalrivalen und Champions League Final Four Teilnehmer Brose Bamberg. Kurz darauf kämpften sich die Heroes of Tomorrow beim Tabellenführer aus München in die Overtime. Dabei brachte Bayreuth den damaligen ungeschlagenen Spitzenreiter an den Rand einer Niederlage. In Erinnerung bleiben wird sicher auch medis sensationeller 90:74-Auswärtssieg in der Basketball Champions League beim Spitzenteam Besiktas Istanbul. Kämpft medi auch am Samstag von der ersten bis zur letzten Sekunde gegen Oldenburg um jeden Ball, dann könnte es auch gegen das Team von Mladen Drijenčić zu einem Sieg reichen, auch wenn es auf dem Papier nicht danach aussieht.

EWE Baskets Oldenburg vs. medi bayreuth: der direkte Vergleich

Logo
TeamEWE Baskets Oldenburgmedi bayreuth
HalleGroße EWE ArenaOberfrankenhalle
CheftrainerMladen DrijenčićRaoul Korner
Erfolge1 mal deutscher Meister
1 mal deutscher Pokalsieger
1 mal Champions-Cup-Sieger
1 mal deutscher Meister
2 mal deutscher Pokalsieger
Letzte SaisonEWE Baskets Oldenburg vs. medi bayreuth 88:89medi bayreuth vs. EWE Baskets Oldenburg 98:102
Platzierung in der easyCredit BBL211
Bilanz in der easyCredit BBL22:512:14
Die letzten 5 SpieleS-S-S-N-S (vier Siege, eine Niederlage)S-S-N-N-N (zwei Siege, drei Niederlagen)
Platzierung ewige Tabelle8. Platz10. Platz
Siege im direkten Vergleich156
Die meisten PunkteWill Cummings (517 Punkte)Kassius Robertson (336 Punkte)
Die meisten AssistsRasid Mahalbasic (116 Assists)Gregor Hrovat (77 Assists)
Die meisten StealsWill Cummings (48 Steals)Gregor Hrovat (33 Steals)
Die meisten Minuten auf dem PlatzRasid Mahalbasic (719:42 Minuten)Kassius Robertson (695:06 Minuten)
Die meisten ReboundsRasid Mahalbasic (234 Rebounds)De'Mon Brooks (128 Rebounds)
Bester Plus/Minus-WertRicky Paulding (+286)Hassan Martin (+79)
Raoul Korner stellt seine Mannen auf den Gegner ein. Foto: medi bayreuth

Das sagt Raoul Korner

„Oldenburg ist ein sehr starkes Team, vor allem in eigener Halle, wo sie bislang nur gegen ALBA BERLIN verloren haben. Besonders auf den Schlüsselpositionen verfügen sie über extrem viel Routine und Qualität. Mit Will Cummings haben sie den aktuell wohl besten Point Guard der Liga in ihren Reihen. Bei Rickey Paulding erübrigt sich jedes Wort und mit Rasid Mahalbasic verfügen sie über einen Center, der ähnlich wie John Bryant, das gesamte Paket von Playmaking, Scoring bis hin zum Rebounding drauf hat.

Sie spielen eine sehr enge Rotation, wodurch sie ganz klare Hierarchien und verteilte Rollen in der Mannschaft haben. Vor wenigen Tagen haben sie ihre Qualität erneut bewiesen, als sie in eigener Halle Brose Bamberg keine Chance gelassen haben und die Bamberger überhaupt nur durch die spielerischen Fähigkeiten von Tyrese Rice im Spiel geblieben waren.

Das wird für uns sicherlich eine Mammut-Aufgabe. Vielleicht hilft uns die Tatsache, dass Oldenburg ganz klar in der Favoritenrolle ist, ein wenig dabei, unsere Verunsicherung und den Druck abzulegen, den wir uns oft selbst gemacht haben. Im Endeffekt können wir völlig frei in dieses Spiel hineingehen, wissen aber natürlich auch um unsere Stärken und glauben, dass wir Oldenburg durchaus unangenehm werden können. Klar muss für uns dafür viel richtig laufen. Wir müssen unsere Würfe treffen, von Anfang an die Aggressivität aufs Feld bringen und dann muss der Spielverlauf natürlich auch ein bisschen für uns sein.”