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Mehr Unfälle durch E-Scooter? Allianz will vorbeugen

Europas größter Versicherer, die Allianz, erwartet durch die Einführung von E-Scootern auf deutschen Straßen einen Anstieg der Unfallzahlen. Aus diesem Grund möchte das Unternehmen, dass diese Unfälle künftig gesondert erfasst werden. 

Allianz erwartet mehr Unfälle

Seit Mitte Juni sind Elektroroller in Deutschland im Straßenverkehr erlaubt. Laut Allianz häufen sich jetzt schon die Unfallmeldungen der Polizei. Häufig sind die Fahrer dabei ohne Zulassung, Versicherung oder Helm unterwegs. Auch deshalb erwartet der Versicherer, dass durch die E-Scooter die Anzahl von Unfällen weiter steigt. Neben Kollisionsunfällen, erwartet die Versicherung, aufgrund der Unsicherheit von Fahrern mit dem neuen Gefährt, auch vermehrt Alleinunfälle. Die ersten Zahlen werden in Kürze erwartet.

Elektroroller
E-Scooter. Foto: Pexels.

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Fehler erkennen und beheben

Der Grund für die Forderung des Versicherers ist simpel: nur wenn die Unfälle von Beginn an separat erfasst werden, würden Sicherheitsexperten von Beginn an Fehlentwicklungen und typischer Unfallmuster erkennen können. Auch Gegenmaßnahmen könnten dann zeitnah eingeleitet werden. 

Häufig Kopfverletzungen

Für Versicherungsgesellschaften sind Informationen zu Hergang und Ursache des Unfalls von enormer Bedeutung. So könnten die auch das eigene Risiko besser abschätzen. Laut einer US-Studie sind Unfälle auf Elektrorollern besonders gefährlich: In über 50 Prozent der 190 untersuchten Unfälle enden diese beim Fahrer mit Kopfverletzungen. In rund der Hälfte aller Fälle waren diese schwerer Natur. 

Ein Helm kann hier im Notfall schlimmeres verhindern. Daher raten auch Versicherungen ihren Kunden zum Tragen eines Kopfschutzes. Eine Pflicht gibt es dafür derzeit nicht, das liegt in den Händen der Gesetzgeber.

Elektroroller
Kind auf einem E-Scooter: ohne Helm. Foto: Pexels

Besondere Vorsicht

Bereits heute gibt es einzelne Berichte über Unfälle mit den Elektrorollern. In Berlin wurde beispielsweise eine Frau schwer verletzt, als sie nach einem Sturz von einem Kleintransporter überfahren wurde. Auch in Düsseldorf verletzte sich ein Fahrer schwer, als er mit einem Fahrrad zusammenprallte. Auf dem Roller gelten dieselben Alkoholgrenzwerte wie am Steuer eines Pkw, auch für Heranwachsende.

Wie für alle Autofahrer gilt auch auf dem E-Scooter ein absolutes Alkoholverbot für Lenker unter 21 Jahre, also die Null-Promille-Grenze.
(Allianz Deutschland AG)

Ein Grund: Die Roller, die bis zu 20 km/h fahren können, weisen besondere Beschleunigungs- und Bremseigenschaften auf. Aufgrund der vergleichsweise kleinen Räder können schon kleinste Unebenheiten, Schlaglöcher oder Schienen auf der Fahrbahn zur Sturzfalle werden, so die Allianz.