Freizeit

Mein Bester & Ich

Donnerstagabend geht bt-Filmkritiker Alex Bauer mit Lesern des Bayreuther Tagblatts ins Kino. Diese Woche durften Dilara Akbaba und Martin Messler mit. Das Fazit der Drei: Das Hollywood-Remake „Mein Bester & Ich“ kommt im Leben nicht an das französische Original „Ziemlich beste Freunde“ heran und hätte den Versuch, das zu schaffen, lieber gar nicht unternehmen sollen.

Darum geht’s:

So hat der Film Martin Messler gefallen, der das Original kennt:

So hat der Film Dilara Akbaba gefallen, die das Original nicht kennt:

Und bt-Filmkritiker Alex Bauer findet:

Neigschaut: bt- Kinokritiker Alex Bauer.

Viele können sich sicher noch an den wunderbaren Film ,Ziemlich beste Freunde‘ erinnern, der 2011 zum Kino-Hit wurde. Über 19 Millionen Menschen sahen ihn in Frankreich, bei uns strömten mehr als 9 Millionen in die Kinos. Da war es eigentlich nicht überraschend, dass sich Hollywood den Filmstoff krallt und ein Remake kommen würde.

Acht Jahre hat das jetzt gedauert, schuld daran waren die einen oder anderen Probleme. Das Ergebnis heißt nun „Mein Bester & Ich“ und ist ein schlimmer und liebloser Abklatsch. Da wäre es vielleicht besser gewesen, wenn dieser Film in der Versenkung verschwunden wäre, bevor er auf eine Leinwand kommt.

Wenn man das Original kennt, wird man den sympathischen Omar Sy vermissen, dem man die Wandlung vom Herumtreiber zu einem Menschen mit Zielen abgekauft hat und den man den ganzen Film über mochte. Die Rolle hat im Remake nun Kevin Hart übernommen, der völlig überfordert damit ist. Nicht nur, dass man dem Strahlemann mit den blendend weißen Zähnen nicht den Ghetto-Gangster abkauft. Viel schlimmer: Man mag ihn nicht, denn anders als Sy kommt Hart überhaupt nicht sympathisch rüber.

Sy war der gute Kumpel, mit dem man auch abhängen möchte, neben Hart will man noch nicht Mal im Bus sitzen. So wird Harts Rolle Dell auch noch als schlechter Vater dargestellt und mit seinen dumpfen Sprüchen gegenüber jeder weiblichen Rolle würde der eine oder andere ihn auch als traurigen Sexisten bezeichnen.

Hinzu kommt: Man kauft seiner Rolle auch die Freundschaft mit dem an den Rollstuhl gefangenen Philipp überhaupt nicht ab. Den spielt hier Bryan Cranston – der macht seine Sache gut, geht aber im dümmlichen Klamauk von Hart leider ziemlich unter. Der Humor bleibt dabei völlig auf der Strecke, außer man hat Lust auf den stupiden Humor von Hart.

Mein Fazit: Wer das Original nicht kennt, bekommt einen seichten Film, den man schnell wieder vergisst. Für Fans von ,Ziemlich beste Freunde‘ ist „,ein Bester & Ich‘ eine wahre Zumutung und wieder einmal ein Beispiel dafür, warum es Hollywood vielleicht einfach lassen sollte, Remakes zu tollen Filmen zu machen. Denn hier war das definitiv ein Griff ins Klo.

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