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Mischling Lucky: Vom Dickkopf zum treuen Familienmitglied

Kathrin Jaschke geht mit ihrer Tochter Anna seit drei Jahren ins Bayreuther Tierheim, um Hunde auszuführen. Anna wollte immer einen Hund, aber eigentlich stand fest: Für einen eigenen Hund ist keine Zeit. Doch in gut einem Monat wird Mischling Lucky aus Rumänien bei Familie Jaschke einziehen. Mehr dazu im Folgenden.

Wunsch der Tochter

„Seit Anna 13 ist, kommen wir regelmäßig ins Tierheim um mit einem der Hunde Gassi zu gehen“, sagt Kathrin Jaschke aus Bayreuth. Die 45-Jährige hatte schon als Kind Haustiere: Meerschweinchen, Katzen und auch Vögel. „Anna war definitiv der ausschlaggebende Punkt“, fügt sie hinzu. Sie habe immer einen Hund gewollt. Es begann den beiden mehr und mehr Spaß zu machen. „Aus einmal pro Woche Gassi gehen, wurde schnell zweimal. Im Moment ist meine Tochter eigentlich in jeder freien Minute hier im Tierheim, um zu helfen“, sagt Kathrin Jaschke.

Kathrin Jaschke vor dem Tierheim in Bayreuth
Kathrin Jaschke: Foto red

50 Freiwillige

Knapp 50 Freiwillige kommen regelmäßig vorbei, um mit den Hunden spazieren zu gehen oder die Tiere zu streicheln. Ohne die Helfer ist es nicht möglich, sagt Kathrin Jaschke. Vor allem an Tagen, wie dem Tierheimfest. „Anfangs haben wir die pflegeleichten Hunde bekommen. Es waren immer verschiedene“, erinnert sie sich  zurück. Um im Bayreuther Tierheim mit einem Hund spazieren gehen zu dürfen, muss man erst die Gassi-Ordnung lesen, seine Personaldaten hinterlegen und unterschreiben, dass man mit dem jeweiligen Tier eine Runde dreht.

Ein echter Dickkopf

„Im Februar vor zwei Jahren haben wir Lucky kennen gelernt“ sagt Kathrin Jaschke. Ihre Augen werden dabei leicht glasig. Lucky sei ein neunjähriger Mischling aus Rumänien. Ein sehr ruhiger und dickköpfiger Hund, wie Kathrin Jaschke sagt. „Lucky wollte anfangs nicht weiter als bis zum Tor des Tierheims gehen. Dort hat er sich immer hingelegt. Aus Trotz und aus Angst, aus seinem neuen Zuhause weg zu müssen“, sagt sie. Eine harte Nuss.

Mischling Lucky
Mischling Lucky beim Gassigehen, Foto: K. Jaschke

Gemeinsam mit Tochter Anna hätte sie versucht, ihn mit Leckerlis zu animieren. „Wir sind immer die gleiche Runde gelaufen und haben sie dann jedes Mal ein kleines bisschen vergrößert“, so Jaschke. Irgendwann habe es geklappt. „Lucky ist ein sehr ruhiger Hund. Er versucht nicht herauszustechen, wenn Besucher kommen“, sagt sie. Deswegen sei er vermutlich auch so lange im Tierheim geblieben.

„Eigentlich waren wir uns einig“

„Natürlich waren wir manchmal traurig, wenn wir Lucky nach dem Gassi-Gehen wieder abgegeben haben, aber eigentlich waren wir uns einig, dass wir keinen eigenen Hund halten können, weil wir zu wenig Zeit haben“, erzählt Kathrin Jaschke.

Mischling Lucky in der Eremitage
Mischling Lucky in der Eremitage, Archivfoto: K. Jaschke

Ein Wochenende zu Besuch

Vor Kurzem hätten sie Lucky übers Wochenende mit nach Hause genommen. Aber eigentlich nur, um zu sehen, wie er sich verhält und, ob er bereit ist, um an andere Interessenten vermittelt zu werden. „Das war dann der Moment, der alles geändert hat“, gibt sie zu.

Ungeplant

Um Zeit für Lucky zu haben, wird Kathrin Jaschke ihre Arbeitszeit künftig verringern. Am 13. August darf er dann offiziell bei Familie Jaschke einziehen. Das sei so alles nicht geplant gewesen. „Auch mein Mann konnte bei Luckys traurigem Hundeblick am Ende nicht widerstehen“, erzählt die 45-Jährige. Außerdem könne ihre Tochter heute, mit 16 Jahren, inzwischen auch selbst Verantwortung übernehmen. Das seien bessere Voraussetzungen, als noch vor drei Jahren.

Lucky sei heute zwar immer noch ein unscheinbarer, aber dafür sehr treuer Hund, der brav wartet und bei seiner neuen Familie alles richtig machen möchte, sagt die Bayreutherin. „Er gibt uns so viel“, fügt sie hinzu. Auch, wenn man manchmal den Dickkopf von früher noch spüre.

Mischling Lucky
Mischling Lucky, Archivfoto: K. Jaschke