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Mistelbach: Bye bye, Saufgelage!

Das soll’s gewesen sein, mit dem Mai-Exzess in Mistelbach. Der Gemeinderat hat am Montagabend auf Vorschlag der Polizei und nach Rücksprache mit dem Landratsamt eine sogenannte Allgemeinverfügung erlassen.

Die Verfügung gilt ausschließlich für den 1. Mai 2019 und besagt folgendes:

Entlang des Radwegs, des Fest- und Spielplatzes und aller öffentlicher Zuwege gilt ein striktes Alkoholverbot. Alkohol darf damit weder mitgeführt noch getrunken werden. Verboten sind außerdem laute Musik und größere Menschensammlungen allgemein.

200 Euro bei Verstoß

Die Polizei habe damit eine Handhabe, zu kontrollieren und Platzverweise auszusprechen. Bei Zuwiderhandlungen werden 200 Euro fällig.

Hintergrund: Schon seit 2003 findet auf dem sogenannten Festplatz keine öffentliche Maifeier samt Baumaufstellen mehr statt. Stattdessen pilgern seit 2011 am 1. Mai hunderte junger Menschen mit Bollerwagen nach Mistelbach und hinterlassen auf dem Weg dorthin und auf dem Platz selbst eine Spur der Verwüstung.

300 bis 500 Besucher jedes Jahr

Wie aus der Allgemeinverfügung hervorgeht, verzeichne die Polizei seit dem Jahr 2015 unter den Maiwanderern ein gestiegenes Aggressionspotenzial und steigenden Alkoholmissbrauch. Alleine im vergangenen Jahr seien rund 500 junge Wanderer nach Mistelbach gepilgert. Die Polizei verzeichnete etliche Bedrohungen, Beleidigungen, Sachbeschädigungen, Personenschäden, Angriffe auf Polizeibeamte und Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz. 26 Polizeibeamte mussten vor Ort sein, um der Lage Herr zu werden.

Vorbild Untreusee

Die Polizei machte nach mehreren Hilferufen der Gemeinde den Vorschlag, es doch so zu tun, wie die Stadt Hof es vor einigen Jahren getan hat. Dort wurde man dem Problem am Untreusee mit einer ähnlichen Verfügung Herr. Sowohl die Hofer, als auch die Mistelbacher Verfügung muss aber jedes Jahr erneuert werden.

Toiletten bleiben offen

Der Mistelbacher Festplatz gilt damit aber nicht als gesperrt. Wer ohne Alkohol und in kleinen Gruppen kommt, darf Spiel, Bolz- und Grillplatz nutzen, so Bürgermeister Matthias Mann. Die öffentlichen Toilettenanlagen sollen heuer, anders als in den Vorjahren, dafür sogar geöffnet bleiben.