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Die letzte Enkelin von Richard Wagner ist tot

Mit Verena Lafferentz-Wagner ist am Karfreitag die letzte und jüngste Enkelin von Richard Wagner im Alter von 98 Jahren gestorben.

Verena Lafferentz 2008 mit Bruder Wolfgang Wagner bei dessen Abschied von den Bayreuther Festspielen. Foto: Stephan Müller

Verena Lafferentz-Wagner war das vierte und jüngste Kind aus der Ehe von Siegfried und Winifred Wagner. Sie wuchs mit ihren Geschwistern in Wahnfried, dem Wohnhaus Richard Wagners, auf.

Dirigent Arturo Toscanini um 1930 mit den Wagner-Enkeln von links: Friedelind, Verena, Wieland und Wolfgang. Foto: Archiv Bernd Mayer

Lafferentz-Wagner ist am 2. Dezember 1920 in Bayreuth geboren. Im Jahr 1943 heiratete sie Bodo Lafferentz (verstorben 1975), einen Offizier der SS und Parteimitglied der NSDAP, der als Funktionär der Organisation „Kraft durch Freude“ für den Kartenverkauf der Bayreuther Festspiele zuständig war. Lafferentz lebte zurückgezogen in Nußdorf am Bodensee und hinterlässt fünf Kinder: Amelie (* 1944), Manfred (* 1945), Winifred (* 1947), Wieland (* 1949) und Verena (* 1952).

Adolf „Onkel Wolf“ Hitler mit Verena (links) und Schwester Friedelind. Foto: Archiv Bernd Mayer

Unter den Kindern und Enkeln des weltberühmten Komponisten war Verena Lafferentz stets die einzige, die keinerlei künstlerische Ambitionen hatte.

Offene oder versteckte Differenzen innerhalb der Familien Wagner haben sie nie veranlasst, ihre Loyalität gegenüber den Mitgliedern der Familie einzustellen.

(Bayreuths Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe)

In der Richard-Wagner-Stiftung habe sie von Beginn an lange Jahre engagiert mitgearbeitet und insbesondere bei der Neugestaltung des Richard-Wagner-Museums Anstöße gegeben, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Dort, wo sie nicht zufrieden war, habe sie dies auch kundgetan. “Die Richard-Wagner-Verbände haben in ihr eine zuverlässige und kompetente Gesprächspartnerin gehabt“, so Merk-Erbe.

Verena Lafferentz am Haus Wahnfried mit ihrer Tochter. Foto: Stephan Müller

Verena Lafferentz-Wagner habe Bayreuth stets die Treue gehalten und ihre Heimatstadt regelmäßig besucht. „Erst als dies aus gesundheitlichen Gründen in den vergangenen Jahren nicht mehr möglich war, war notgedrungen das Telefon ihre Verbindung zu Bayreuth. Das Werk ihres Großvaters und die Familie waren für sie immer das Zentrum.“ Sie selbst, so Merk-Erbe weiter, habe Lafferentz-Wagner in den vergangenen Jahren bei verschiedenen Begegnungen kennengelernt. „Hier zeigte sie Klarheit, Ernsthaftigkeit und Willensstärke.“

Verena Lafferentz beim „Grabsingen“ vor Haus Wahnfried, morgens um 10 Uhr am Tag der Festspieleröffnung 2009. Foto: Stephan Müller

Mit Material von Wikipedia