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Mitfahrbänke: Anhalten und Gutes tun

In den ländlichen Regionen Deutschlands fahren fast 90 Prozent der Haushalte mindestens ein Auto. Daher stellt der Weg zum Einkaufen für viele kein Problem dar. Doch was ist mit den älteren Menschen, die nicht mehr mobil sind? Der Verein für Regionalentwicklung „Rund um die Neubürg“ wirkt diesem Problem nun entgegen. Insgesamt 16 Mitfahrbänke wird es im westlichen Landkreis bald geben. Damit soll der öffentliche Nahverkehr im ländlichen Raum ergänzt werden.

Bänke im oberfränkischen Design

Das Demografie-Kompetenzzentrum in Trägerschaft von Oberfranken Offensiv hat die Mitfahrbänke ins Leben gerufen. Das Demografie-Kompetenzzentrum veranstaltete bereits 2018 eine Informationsveranstaltung für die oberfränkischen Kommunen, um so herauszufinden, ob ein Bedarf bei den Gemeinden herrscht. Nach einer durchweg positiven Resonanz wurden dann Bänke in den Oberfrankenfarben rot, blau und grün designt. Hergestellt werden die Mitfahrbänke in der Werkstatt für Behinderte in Himmelkron. Die Anschaffungskosten für eine Bank inklusive Beschilderung liegen bei 1.000 Euro.

Hergestellt von der Werkstatt für Behinderte in Himmelkron. Foto: Susanne Jagodzik

Die Mitfahrbänke sind eine oberfränkische Anfertigung mit sozialem Aspekt.

(Sabine Nuber, Projektmanagerin des Demografie-Kompetenzzentrums)

In Körbeldorf bei Pegnitz steht bereits seit dem letzten Jahr eine solche Mitfahrbank. Zu jeder Bank gibt es ein Schild, das anzeigt in welche Richtung man möchte. Auch Schnabelwaid hat eine Mitfahrbank geordert.

16 neue Mitfahrbänke

Die Mitfahrbank in den oberfränkischen Farben. Foto: Susanne Jagodzik

Nun hat die Entwicklungsregion Neubürg für den westlichen Landkreis 16 Mitfahrbänke geordert. Die ersten beiden wurden in Aufseß und Plankenfels bereits eingeweiht. Weitere folgen in Mistelgau, Mistelbach, Hinterkleebach, Weiglathal, Muthmannsreuth, Hummeltal, Glashütten, Hollfeld, Spänfleck, Gesees, Zochenreuth und Aufseß.

Auch in Bindlach und Gefrees sind Mitfahrbänke im Oberfrankendesign in Planung.

Die ersten Bänke 2018 hat Oberfranken Offensiv gesponsert. Nun sollen die Kommunen aber eigenständig werden und selbst Bänke bei der Werkstatt für Behinderte ordern.

Der Anstoß durch Oberfranken Offensiv wurde gegeben. Was die Kommunen nun daraus machen, liegt nicht mehr in unserer Hand.

(Sabine Nuber, Projektmanagerin Demografie-Kompetenzzentrum)

Ergänzung zum Nahverkehr

Ziel des Projekts Mitfahrbank ist es, Kurzstrecken zu überbrücken, die abgeschnitten vom öffentlichen Nahverkehr sind. Es diene zur Ergänzung des großen ÖPNV-Angebots, so Sabine Nuber.

Die Beschilderung gibt die Richtung an, in die man fahren möchte. Foto: Susanne Jagodzik

Bei dem Angebot handelt es sich um Kleinstrecken. Weitere Strecken wie nach Bayreuth funktionieren nicht.

Um eine Mitfahrbank zu nutzen, braucht es Vertrauen. Kennt man sich, so ist die Hemmschwelle sowohl für den Fahrer als auch den Mitfahrer deutlich geringer.

(Sabine Nuber, Projektmanagerin Demografie-Kompetenzzentrum)

Genutzt werden die Bänke einerseits von Senioren, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind oder keine Familie in ihrem Umfeld haben, andererseits aber auch von Jugendlichen, die abends eine Mitfahrgelegenheit suchen.

Oberfranken Offensiv und die Entwicklungsregion Neubürg setzen nun auf die Bereitschaft der Bevölkerung das Projekt anzunehmen.

Im Stadtgebiet kein Bedarf

Die Nachfrage des bt bei den Stadtwerken und der Stadt Bayreuth, ob es solche Mitfahrbänke auch für die Stadt gebe, wurde verneint. Es handle sich hierbei um ein Projekt des Landkreises.

Das Stadtgebiet ist in diesem Bereich gut aufgestellt. Allerdings analysieren wir den Bedarf regelmäßig. Sollte es zu Lücken im Verkehrsnetz kommen, so bessern wir nach.

(Jan Koch, Pressesprecher Stadtwerke Bayreuth)