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Mordprozess Sophia: Lkw-Fahrer gesteht Tötung

Heute legte der Angeklagte Boujeema L. vor Gericht ein Geständnis ab. Er habe die Tramperin Sophia L. im letzten Juni auf dem Parkplatz Sperbes getötet. Doch sein Motiv unterscheidet sich deutlich von dem, das die Staatsanwaltschaft ihm vorwirft.

Geständnis

Die Verhandlung begann mit einem Geständnis des angeklagten Lkw-Fahrers aus Marokko. Dabei betonte der Angeklagte sein Bedauern und stellte klar, dass es sich nicht um einen sexuellen Übergriff gehandelt habe. Dass er die Tötung über einen langen Zeitraum abgestritten habe, liege daran, dass ihm der Mut dazu gefehlt habe, so der Marokkaner weiter.

Von Leipzig nach Nürnberg

Sophia war am 14. Juni 2018 bei der Raststätte Schkeuditzer Kreuz an der A9 in den Lkw des Angeklagten gestiegen. Sie war per Anhalter gerade auf dem Weg von Leipzig nach Nürnberg. Laut den Angaben des Marokkaners, Boujeema L., sei zunächst alles harmonisch verlaufen. Am Rastplatz Sperbes legten die beiden dann eine Pause ein. Dort sei dann ein Streit entfacht, so der Lkw-Fahrer.

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Eskalation

Als die Studentin die Fahrerkabine durchwühlte, dachte der Angeklagte, sie wolle ihn bestehlen. Sophia L. habe ihm hingegen vorgeworfen, er hätte ihr Haschisch gestohlen. Daraufhin sei es zu einer Schlägerei gekommen, bei der der Lkw-Fahrer die Studentin mit einem Schraubenschlüssel erschlagen habe. Im Anschluss sei er mit der Leiche nach Spanien gefahren und habe sie dort in Brand gesetzt.

Ein Sexuelles Motiv?

Die Staatsanwaltschaft vermutet sexuelle Motive hinter dem Verbrechen. So sei Boujeema L. am Tattag sowie am Tag zuvor bereits wegen Masturbierens und Voyeurismus aufgefallen. Den Mord wertet die Staatsanwaltschaft als Vertuschungsversuch des Sexualverbrechens. Der Angeklagte bestreitet diese Theorie vehement.