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Nach Betreuungs-Engpass: 140 neue Kita-Plätze entstehen

Der Engpass bei den Kinderbetreuungsplätzen in der Stadt Bayreuth scheint zum neuen Kindergartenjahr behoben. Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe sagt:

„In der Saas werden in drei Gruppen 42 neue Plätze in Containern entstehen, in Aichig/Grunau werden es 18 sein – jeweils überwiegend im Krippenbereich.“ In Laineck seien schon 18 neue Plätze entstanden, dazu plane das BRK zwei zusätzliche Gruppen mit 30 und 32 Plätzen im Kinderhaus. Die Stadt werde sich das gut 90.000 Euro kosten lassen.

Stand heute werden in diesem Jahr mindestens 60 bis 70 neue Plätze entstehen.

(Brigitte Merk-Erbe, Oberbürgermeisterin)

Merk-Erbe wird zudem nicht müde zu betonen: „Der Einschulungskorridor ist eine Ursache für den Engpass. Das ist ein bayernweites Problem.“

Der Kindergarten Fröbelstraße im Stadtteil Kreuz wird abgerissen und neu gebaut. Foto: Thorsten Gütling

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Matthias Grätz vom Jugendamt wird da etwas genauer: Anfangs fehlten demnach 100 bis 120 Plätze, mittlerweile habe sich die Situation aber entspannt. Zuletzt seien noch 60 bis 70 Kinder ohne Zusage gewesen, die aber größtenteils nur nicht in der Wunsch-Einrichtung untergebracht werden konnten, mittlerweile aber weitestgehend Zusagen für die erweiterten Einrichtungen in der Saas und in Aichig/Grunau erhalten hätten. Und das immerhin noch vier Monate vor Beginn des Betreuungsjahres. Spätestens, wenn die Erweiterungsplanungen des BRK abgeschlossen sind, seien restlos alle versorgt.

Grätz weist aber auch darauf hin, dass derzeit ziemlich viele, nämlich 82 Kinder aus dem Landkreis in den städtischen Einrichtungen betreut würden. „Wir wollen und werden keine Betreuungsverhältnisse kündigen. Das ist aber eine stattliche Zahl, die verhindert, dass alle heimischen Kinder eine schnelle Zusagen bekommen.

(Matthias Grätz, Jugendamt)

In Bayreuth gingen derzeit 48 Kinder, alleine wegen des im Frühjahr beschlossenen Einschulungskorridors, nicht in die Schule.

Das sind zwei komplette Gruppen. So viele Plätze hält keine Kommune ohne Weiteres vor.

(Matthias Grätz, Jugendamt)

Zu guter Letzt sagt Grätz, dass die 30 Tageseltern in der Stadt derzeit immer mehr in Anspruch genommen würden. 80 Kinder würden derzeit von Tagesmüttern betreut. „Das wird zunehmend angefragt.“

Foto: pixabay

Stadtrat Wolfgang Gruber (DU) kritisiert, dass ausschließlich über die Quantität der Betreuung diskutiert werde, nicht aber über die Qualität. Gruber sagt: Die Gruppen werden immer größer, die Erzieher immer weniger, die Zusammensetzung der Altersgruppen immer schwieriger, Vorschulgruppen gibt es vielerorts nicht mehr. Dazu hat die Flexibilität in den Kindergärten nachgelassen.

Es geht hier nicht nur um Qualität, sondern auch um Quantität. Ich glaube, da muss die Stadt noch viel kreativer werden.

(Wolfgang Gruber, DU)

Matthias Grätz hält dagegen: „Die Personalausstattung ist gesetzlich geregelt. Qualitativ sind wir auf einem sehr hohen Niveau. Aber der Fachkräftemangel ist freilich auch in Bayreuth angekommen.“

Die Stadträte Ulrike Lex (CSU) und Stefan Schuh (Junges Bayreuth) fordern, dass künftig unterjährig Plätze für Kinder frei gehalten werden, deren Eltern berufsbedingt unter dem Jahr nach Bayreuth zuziehen. Stefan Müller (Bayreuther Gemeinschaft) sagt, dass das nicht gemacht werden sollte, wenn dafür Landkreiskinder von vornherein abgelehnt werden müssten.