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Nach Warnung des Klimaforschers: Roter Main soll renaturiert werden

Der Auftritt des Bayreuther Klimaforschers Professor Christoph Thomas am Mittwoch im Stadtrat hat bei den Fraktionen Eindruck hinterlassen.

Warnung des Klimaforschers

Thomas warnte die Stadt vor einer weiteren Nachverdichtung und hob hervor, dass aufgrund der bisherigen Bauprojekte und der Tallage der Stadt, die Temperaturen in Bayreuth in den vergangenen Jahren doppelt so schnell gestiegen seien wie im deutschen Durchschnitt. 

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Noch in der Sitzung sprach CSU-Sprecher Stefan Specht von „sehr eindringlichen Ausführungen“. Als erste Fraktion reagiert nun die Bayreuther Gemeinschaft auf die Rede des Klimaforschers. In einem Antrag an Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe (auch BG), fordert Stadträtin Christine Düreth-Trat, im nächsten Jahr Geld für die Renaturierung des Roten Mains „insbesondere im Bereich des Annecyplatzes“ zur Verfügung zu stellen.

Der Rote Main in Bayreuth. Foto: Thorsten Gütling

„Kalte Finger“ schützen

Klimaforscher Thomas hatte in seinem Vortrag auch auf die Bedeutung des Mains für das Stadtklima hingewiesen. Gemeinsam mit der Mistel und dem Röhrensee, bilde der Rote Main einen „kalten Finger“, den es unbedingt zu erhalten und zu schützen gelte.

Umdenken bei der Wasserwirtschaft

Schon in den Vorjahren hatte die BG ähnliches gefordert. Nach Aussage Düreth-Trats sei die Bereitstellung von Geldern immer wieder mit der Begründung vertagt worden, das Wasserwirtschaftsamt Hof verlange zuvor die Umsetzung aller Maßnahmen für den Hochwasserschutz. In der Sitzung des Stadtrats sagte Klimaforscher Thomas, dass bei den Ämtern diesbezüglich ein Umdenken stattgefunden habe.

Baubeginn 2021

Findet der Antrag eine Mehrheit, könnte schon im Jahr 2021 mit der Renaturierung des Roten Mains in der Innenstadt begonnen werden, sagt Düreth-Trat. Damit einher ginge nicht nur ein besseres Klima in der Stadt sondern auch eine Aufwertung des Stadtbildes, insbesondere im Bereich des Annecyplatzes.