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Nach weltweitem Protest: Fridays for Future kritisiert Regierung scharf

Am Freitag, den 20. September, haben Menschen in über 150 Ländern auf der ganzen Welt für den Klimaschutz gestreikt. Der Aufruf zu den Protesten kam von der Bewegung Fridays for Future. Am selben Tag hat die Bundesregierung ein neues Klimapaket vorgestellt. Dieses stößt auf Kritik.

Bilanz der Proteste

In einem Statement zieht Fridays for Future Bilanz zum weltweiten Klimaprotest.

In Deutschland waren wir heute an über 600 Orten vertreten. Mehr als 1,4 Millionen Menschen waren mit uns auf der Straße – damit ist der Druck aus der Bevölkerung in beispiellosen Maßen gewachsen. Der heutige Tag hat gezeigt, wie viel weiter die Gesellschaft beim Klimaschutz im Vergleich zur Bundesregierung ist.

(Presseerklärung Fridays for Future)

Proteste für den Klimaschutz Archivfoto: Redaktion.

Kritik am Klimapaket

Dabei kritisiert die Bewegung insbesondere das neue Klimapaket der Bundesregierung. Dieses habe sogar die minimalen Erwartungen, die die Aktivisten daran hatten, noch enttäuscht. Besonders fassungslos seien die Anhänger von Fridays for Future darüber, dass die Regierung vor den „so dringend notwendigen Maßnahmen zur Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels“ zurückschrecke.

Das kann nicht die Antwort auf neun Monate Klimastreiks und auf den Weckruf von über 26.000 Scientists For Future sein. Die Mutlosigkeit der Bundesregierung wirft die Frage auf, inwieweit die notwendigen Klimamaßnahmen in dieser Regierung noch möglich sind.

(Fridays for Future über das neue Klimapaket der Bundesregierung)

Den Druck erhöhen

Insgesamt kämen die Maßnahmen der Regierung, laut Fridays for Future, viel zu spät und ihre Wirkung sei nicht weitreichend genug. Daher würde die Bewegung weiter auf die Bevölkerung setzen, gemeinsam mit Fridays for Future „den Druck auf die Regierung zu erhöhen“.

Die politischen Entscheidungen des heutigen Tages sind eine Bankrotterklärung der Bundesregierung.

(Fridays for Future)

Kritische Stimmen im Netz

Auch in den sozialen Medien stößt das Klimapaket, in dem unter anderem ein CO2-Preis im Gebäudesektor und im Verkehr eingeführt wird, auf Kritik. Ein häufig genannter Punkt ist dabei, dass gerade Menschen mit geringerem Einkommen unter den Reformen zu leiden hätten.

Politik für Besserverdienende Großstadtmenschen zu Lasten der Berufspendler und Menschen auf dem Lande. Wenig durchdacht.

(Oliver H. auf Facebook)

Daneben hinterfragen User in den sozialen Netzen den Nutzen des Pakets.

Es wird sich gar nichts ändern, außer die Preise und die gesellschaftlichen Spannungen werden zunehmen.

(Siegfried W. auf Facebook)

Es gibt aber auch Stimmen, die die angekündigten Reformen für notwendig empfinden.

Für alle, die sich hier über wachsende Kosten beschweren: Die Folgekosten des Klimawandels (z.B. durch Sturmschäden) sind bereits jetzt um ein Vielfaches höher als die Beträge, die heute „dem kleinen Mann“ aufgebürdet wurden…

(Krystian E. auf Facebook)