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14-Jährige in Nürnberger Park vergewaltigt– drei weitere Festnahmen bei „EKO Kajal“
Im Fall der Ermittlungsgruppe „EKO Kajal“ hat die Nürnberger Polizei binnen weniger Tage drei weitere Männer festgenommen. Zwei von ihnen, ein 16- und ein 18-Jähriger, sollen ein 14 Jahre altes Mädchen in einem Park am Nürnberger Plärrer vergewaltigt haben. Ein dritter Mann, 29 Jahre alt, geriet bei einer Verkehrskontrolle in Nürnberg-Mitte ins Visier der Beamten – und sprang auf der Flucht von der Stadtmauer in den Stadtgraben.
Was am Montag im Park unweit des Plärrers passiert sein soll
Am Montagnachmittag, den 31. August 2026, meldete sich ein 14 Jahre altes Mädchen bei der Polizei und bat um Hilfe. Sie sei kurz zuvor von zwei jungen Männern in einem Park in der Nähe des Plärrers in Nürnberg vergewaltigt worden, so ihre Angabe. Die Polizei leitete sofort eine Fahndung ein.
Nach bisherigem Ermittlungsstand soll das Mädchen zunächst dazu bewegt worden sein, für eine E-Zigarette sexuelle Handlungen an den beiden Männern vorzunehmen. Im weiteren Verlauf soll es dann auf dem Parkgelände zur Vergewaltigung gekommen sein. Die 14-Jährige zog sich dabei Verletzungen zu, die medizinisch behandelt werden mussten.
Zwei Festnahmen binnen 24 Stunden
Einer Streife der Bundespolizei gelang es noch am selben Tag, einen tatverdächtigen 16-Jährigen mit syrischer Staatsangehörigkeit direkt am Plärrer festzunehmen. Den zweiten Tatverdächtigen, einen 18-jährigen Syrer, spürten Ermittler der EKO Kajal am Dienstagnachmittag in einer Wohnung im Stadtteil Langwasser auf. Festgenommen wurde er durch Kräfte des Unterstützungskommandos Mittelfranken (USK), einer Spezialeinheit der bayerischen Polizei für besonders risikoreiche Einsätze.
Ein Ermittlungsrichter erließ gegen beide auf Antrag der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth Haftbefehl wegen des Verdachts der Vergewaltigung.
Der dritte Fall: Flucht über die Stadtmauer
Zeitlich vorgelagert, aber ebenfalls Teil der aktuellen Meldung, ist die Festnahme eines 29-jährigen staatenlosen Mannes aus Palästina. Eine Streife der Polizeiinspektion Nürnberg-Mitte wollte ihn bereits am 18. August 2026 im Bereich des Jakobstors kontrollieren, weil er mit einem E-Scooter unterwegs war. Der Mann flüchtete daraufhin und sprang im Zuge der Flucht von der historischen Stadtmauer in den Stadtgraben. Dabei erlitt er mehrere Frakturen und musste ins Krankenhaus gebracht werden.
Bei der Kontrolle hatte er das verschreibungspflichtige Medikament Pregabalin bei sich – ein Wirkstoff, der eigentlich gegen Epilepsie, Nervenschmerzen und Angststörungen verschrieben wird, aber auch missbräuchlich als Rauschmittel genutzt wird. Der 29-Jährige war den Ermittlern der EKO Kajal bereits zuvor aufgefallen: Er steht im Verdacht, wiederholt Betäubungsmittel an Minderjährige abgegeben zu haben. Ein Ermittlungsrichter erließ deshalb Haftbefehl gegen ihn, der am Freitag, den 28. August 2026, vollstreckt wurde.
Was ist die „EKO Kajal“?
Die Ermittlungskommission Kajal wurde Mitte Mai 2026 von der Nürnberger Kriminalpolizei gegründet, nachdem sich Hinweise auf Sexualdelikte gegen Mädchen und junge Frauen sowie auf die Weitergabe von Drogen an Minderjährige im Umfeld des Nürnberger Hauptbahnhofs gehäuft hatten. Ziel der eigens gebildeten Kommission ist es laut einer Antwort der Staatsregierung im Bayerischen Landtag, Tatverdächtige zu identifizieren, Haftbefehle zu erwirken und notfalls aufenthaltsbeendende Maßnahmen einzuleiten. Parallel dazu soll gezielte Präventionsarbeit bei gefährdeten Mädchen und jungen Frauen verhindern, dass weitere Opfer in ähnliche Abhängigkeiten geraten.
Bereits im Juli waren im Zuge der Ermittlungen mehrere Männer festgenommen worden, denen vorgeworfen wird, Mädchen im Alter von 15 und 18 Jahren unter Drogen gesetzt und anschließend in einer Wohnung in der Nürnberger Südstadt vergewaltigt zu haben. Die Zahl der Untersuchungshäftlinge stieg seither kontinuierlich – von zehn über zwölf bis zuletzt auf die aktuellen 18 Tatverdächtigen, gegen die inzwischen Haftbefehle vollstreckt wurden.
Sexuelle Handlungen gegen „Bezahlung“
Ein weiterer Aspekt des aktuellen Falls betrifft Eltern und Erziehende direkt: Laut Ermittlungsstand sollte die 14-Jährige für eine E-Zigarette sexuelle Handlungen vornehmen. Vapes gelten unter Jugendlichen als Statussymbol und werden oft als harmloser eingeschätzt, als sie sind – Suchtexperten warnen seit Jahren vor ihrem hohen Suchtpotenzial gerade bei jungen Menschen. Der aktuelle Fall zeigt, dass solche Gegenstände auch als Druckmittel gegenüber Minderjährigen missbraucht werden können.
Häufige Fragen
Was ist die „EKO Kajal“?
Die EKO Kajal ist eine Ermittlungskommission der Nürnberger Kriminalpolizei, die seit Mai 2026 Sexualdelikte gegen Mädchen und junge Frauen sowie die Weitergabe von Drogen an Minderjährige im Umfeld des Nürnberger Hauptbahnhofs untersucht.
Wie viele Tatverdächtige sitzen aktuell in Untersuchungshaft?
Nach den jüngsten Festnahmen haben die EKO Kajal und die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth Haftbefehle gegen insgesamt 18 Tatverdächtige erwirkt.
Was wird den beiden Hauptverdächtigen im aktuellen Fall vorgeworfen?
Ein 16- und ein 18-Jähriger sollen am 31. August 2026 eine 14-Jährige in einem Park nahe des Nürnberger Plärrers vergewaltigt haben. Gegen beide besteht Haftbefehl wegen des Verdachts der Vergewaltigung.
Was hat der 29-Jährige mit dem Fall zu tun?
Der Mann stand bereits im Fokus der EKO Kajal, weil er verdächtigt wird, mehrfach Betäubungsmittel an Minderjährige abgegeben zu haben. Bei einer Verkehrskontrolle floh er und verletzte sich schwer, als er von der Nürnberger Stadtmauer sprang.
Sind vergleichbare Fälle auch aus der Region Bayreuth bekannt?
Ja, auch das Bayreuther Landgericht hat bereits Verfahren wegen Vergewaltigungen an Minderjährigen verhandelt, etwa einen Fall aus dem Kreis Kulmbach mit einem 14-jährigen Opfer.












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