Zuletzt aktualisiert am
14-Jähriger fährt Polizisten mit frisiertem E-Scooter um
Ein 14-Jähriger hat in Bayreuth einen Polizisten mit seinem E-Scooter umgefahren. Der Beamte wollte dem Jugendlichen den Fluchtweg abschneiden – doch der Junge hielt einfach auf ihn zu. Der Polizist stürzte, wurde verletzt und musste in einer Klinik behandelt werden.
Flucht vor der Kontrolle: So lief der Einsatz in Bayreuth ab
Gegen 7.25 Uhr fiel einer Streife der Polizeiinspektion Bayreuth-Stadt ein E-Scooter ohne Versicherungskennzeichen auf. Die Beamten wollten den Fahrer kontrollieren. Der Jugendliche bemerkte die Polizei – und gab Gas.
Die beiden Polizisten rannten ihm hinterher. Im Bereich der Carl-Maria-von-Weber-Straße gelang es ihnen, ihm den Weg abzuschneiden. Der Jugendliche dachte aber nicht ans Anhalten. Er steuerte seinen Roller gegen einen der Beamten. Der Aufprall war so heftig, dass der Polizist zu Boden stürzte. Der Scooter-Fahrer nutzte den Moment und entkam.
Sicherheitswacht entdeckt den Jugendlichen am Rotmain-Center
Die Polizei leitete sofort eine Fahndung ein. Mitglieder der Sicherheitswacht der Polizeiinspektion Bayreuth entdeckten den Jugendlichen schließlich im Bereich des Rotmain-Centers. Als er die Uniformierten sah, flüchtete er erneut.
Weit kam er diesmal nicht. An der Stadtmauer oberhalb des ZOH stoppte ihn eine Polizeistreife und nahm ihn fest.
Frisierter E-Scooter: Fast 40 km/h statt der erlaubten 20
Die ersten Ermittlungen brachten noch mehr ans Licht: Der Jugendliche hatte seinen E-Scooter frisiert. Das Gefährt schaffte knapp 40 km/h. Erlaubt sind für E-Scooter in Deutschland höchstens 20 km/h. Durch Tuning lässt sich die Geschwindigkeit laut Zurich Versicherung auf 45 km/h und mehr hochschrauben – solche Roller erfüllen dann aber nicht mehr die gesetzlichen Vorgaben für den Straßenverkehr.
Dazu kommt die fehlende Versicherung. Wer einen E-Scooter ohne Haftpflichtversicherung fährt, begeht nach dem Pflichtversicherungsgesetz eine Straftat. Die Polizei stellte den Roller sicher.
Angriff auf Polizisten wiegt schwerer als das Tuning
Das Tuning und die Anzeige nach dem Pflichtversicherungsgesetz seien laut Polizei aber „die geringsten Delikte“, für die sich der junge Mann verantworten muss. Wegen seiner gewaltsamen Flucht ermitteln die Beamten außerdem wegen tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte, Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr – und wegen weiterer Delikte.
Nach den ersten Ermittlungen übergaben die Polizisten den Jugendlichen an seine Schwester. Seine Eltern hatten dem zugestimmt.
Was droht einem 14-Jährigen in Bayreuth nach so einer Tat?
Mit 14 Jahren ist der Jugendliche bereits strafmündig. In Deutschland gilt eine feste Grenze: Wer bei der Tat noch keine 14 Jahre alt ist, kann strafrechtlich nicht belangt werden.
Für Jugendliche gilt allerdings das Jugendstrafrecht. Dort steht nicht die Strafe im Mittelpunkt, sondern die Erziehung. Welche Folgen der Fall konkret hat, entscheidet am Ende die Justiz.
Wer ist die Sicherheitswacht, die den Jugendlichen entdeckte?
Die Bayerische Sicherheitswacht gibt es seit April 1994. Ehrenamtliche Bürgerinnen und Bürger gehen dabei auf Streife und unterstützen die Polizei. Sie sind laut Bayerischem Innenministerium weder Hilfspolizei noch Bürgerwehr: Bei verdächtigen Beobachtungen informieren sie die Polizei, die dann eingreift.
Auch in diesem Fall stoppte am Ende eine reguläre Polizeistreife den Flüchtigen.
Schon gelesen? Auch in Bayreuth selbst sorgen Fluchten vor Kontrollen immer wieder für gefährliche Situationen. Im April raste ein Motorradfahrer mit teilweise 130 km/h durch die Stadt und beschädigte dabei einen Streifenwagen.
Häufige Fragen
Wie schnell darf ein E-Scooter in Bayreuth fahren?
E-Scooter dürfen in ganz Deutschland höchstens 20 km/h fahren. Der Roller im aktuellen Bayreuther Fall war auf knapp 40 km/h frisiert.
Ab wie vielen Jahren darf man E-Scooter fahren?
Jugendliche dürfen ab 14 Jahren einen eigenen E-Scooter fahren, einen Führerschein brauchen sie dafür nicht.
Ist Fahren ohne Versicherungskennzeichen strafbar?
Ja. Wer ohne gültige Haftpflichtversicherung fährt, macht sich nach dem Pflichtversicherungsgesetz strafbar. Seit dem 1. März 2026 gilt laut HUK-Coburg das schwarze Kennzeichen, grüne sind ungültig.
Was passierte mit dem 14-Jährigen nach der Festnahme?
Nach den ersten Ermittlungen übergab die Polizei den Jugendlichen mit dem Einverständnis seiner Eltern an seine Schwester. Gegen ihn laufen mehrere Ermittlungsverfahren.
Was macht die Sicherheitswacht in Bayreuth?
Ehrenamtliche der Sicherheitswacht gehen auf Streife und unterstützen die Polizei. Bei verdächtigen Beobachtungen informieren sie die Beamten, die dann eingreifen.












Büro Dr. Silke Launert - Besuch des Freibades Betzenstein im Jahr 2021
©PREZOR