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150-jähriges Festspiel-Jubiläum 2026

150 Jahre Festspiele: Bayreuth wird zum „Gesamtkunstwerk“

Bayreuth macht sich bereit für ein Festjahr: Bei der „Festspiel-World-Factory“ arbeiten Kulturschaffende an Ideen für 150 Jahre Festspiele – vom Richard-Wagner-Straßenfest bis zur großen Jubiläumsmeile.

Die Festspiele feiern 2026 ihren 150. Geburtstag. Florian André Unterburger, der das Jubiläumsjahr koordiniert, hat am Dienstagabend bei der „Festspiel-World-Factory“ vorgestellt, wie das Jubiläum aussehen soll. Viele engagierte Bayreutherinnen und Bayreuther kamen im Evangelischen Gemeindehaus in der Richard-Wagner-Straße zusammen, um an den Programmpunkten mitzuarbeiten.

„Gesamtkunstwerk Bayreuth“ – das Motto für 2026

Unterburger präsentierte zum Auftakt das Logo für das Jubiläum: ein stilisiertes kleines Festspielhaus in Grün und Rot – Grün für die Stadt Bayreuth Rot aus der historischen Wagner-Flagge, die zur Festspielzeit auf dem Festspielhaus weht. Das Motiv soll im kommenden Jahr überall in der Stadt auftauchen. Dahinter steht ein Gedanke: Bayreuth selbst soll 2026 zum Gesamtkunstwerk werden.

„Richard Wagner hat sich sein Leben lang mit dem Konzept Gesamtkunstwerk beschäftigt“, sagte Florian André Unterburger. „150 Jahre Festspiele sind ein schöner Anlass, diese Idee auf die ganze Stadt zu übertragen.“ Das Jubiläum soll deshalb ein stadtweites Gemeinschaftsprojekt werden und das Jubiläum mit vielen Aktionen, Konzerten, Ausstellungen und Mitmachprojekten mitten in die Stadt bringen.

Ein prall gefüllter Kalender – schon ab Januar

Schon jetzt steht fest: 2026 wird kein normales Kulturjahr. Für das erste Quartal stellte Unterburger eine Auswahl aus dem Jubiläumsprogramm vor, vom VHS-Seminar zur Entstehung des „Rings“ bis zu Konzerten des Uni-Orchesters mit dem Titel „Nachhall aus Walhall“. Ein als Gesamtkunstwerk folierter „Festspielbus“ der Stadtwerke wird ab Februar durch die Stadt fahren. Am Festspieljubiläum kommt also niemand vorbei.

Das Urweltmuseum plant eine Sonderausstellung „Dinos und Drachen“, das Kontrast-Filmfestival widmet sich „Wagner meets Hollywood“. Auch ein Wagen beim Faschingsumzug, gestaltet vom Marionettentheater Operla, Musikschulkonzerte und Projekte von „Klassik Open Air“, „Zeit für Neue Musik“ und dem Kulturkiosk sind bereits in Planung.

Das ursprünglich für Februar 2026 angesetzte Auftaktkonzert im Friedrichsforum kann leider nicht stattfinden.

Dramaturgie im Jubiläumsjahr

Das Programm wird entlang einer Art Choreografie aufgebaut – orientiert an Richard Wagners tatsächlichen Stationen in Bayreuth:

April: Aktionen am Schützenplatz und im Komponistenviertel – Bauplätze, die Wagner sich für sein Festspielhaus angeschaut hat.
Mai: Die Grundsteinlegung wird symbolisch im Rahmen eines Richard-Wagner-Straßenfests nacherzählt. Entlang der Straße sollen Geschäfte und Initiativen Wagners Lebensstationen von Leipzig über Paris nach Bayreuth kreativ aufgreifen.
Mai/Juni: Ein Konzert im Dammwäldchen erinnert an den Ort, an dem Wagner zeitweise lebte.
Juli: Die große Festmeile – der Höhepunkt des Jubiläums. Am 25. Juli, einem Samstag, wird der Luitpoldplatz gesperrt und zur Festmeile.
August: Während der eigentlichen Festspielzeit liegt der Fokus auf dem Grünen Hügel – geplant ist aber ein Open-Air-Kino und am Ende des Monats eine Theaterproduktion im Stadtbad („Der fliegende Holländer“).
September: Unter dem Motto „Die nächsten 150 Jahre“ wird beim „Langen Abend der Kultur“ über die Zukunft der Kulturstadt Bayreuth diskutiert und gefeiert.

Aufruf an alle Kulturschaffenden

Eine klare Botschaft zog sich durch den Abend: Das Jubiläum lebt davon, dass die Stadtgesellschaft mitmacht. Veranstaltungen sollen künftig über das Portal „Stadt Land Leben“ eingetragen werden und erscheinen automatisch auf der neuen Jubiläums-Webseite – vorausgesetzt, sie werden mit der Kategorie „Festival 150“ versehen. Idealerweise soll das bis zum 28. November 2025 passieren, so Unterburger. Es soll aber auch noch später möglich sein.

Wer sich beteiligen will, konnte sich am Abend an Thementischen zusammenfinden – von der Festmeile bis zur Straßenfest-Gruppe. Unterburger wünscht sich, dass hier feste Projektgruppen entstehen: „Mehr Augen sehen mehr – und wir wollen dieses Jahr gemeinsam gestalten.“

Großer Applaus – und viel Arbeit

Zuvor hatten Oberbürgermeister Thomas Ebersberger und Kulturreferentin Eva Christina Bär betont, wie viel Engagement bereits in das Jahresprogramm geflossen ist. „Wir sehen manchmal gar nicht, was dahintersteckt“, sagte Bär und sprach Unterburger und dem Team einen „riesengroßen Dank“ aus. Oberbürgermeister Thomas Ebersberger sagte: „Lassen Sie uns gemeinsam ein unvergessliches Jahr 2026 für Bayreuth gestalten.“