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Pflege

Altenpflege in Bayreuth: Darum lieben die Fachkräfte ihren Job

Die Arbeit in der Altenpflege ist anstrengend und schwierig. Das bt war in einer Pflegeeinrichtung in Bayreuth und hat dort mit den Fachkräften gesprochen.

Der Pflegeberuf ist aktuell in aller Munde – nicht nur wegen der Corona-Pandemie. Auch aufgrund des Wahljahres 2021 waren die Pflegefachkräfte immer wieder Gesprächsthema.

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Das bt war in der Pflegeeinrichtung „Altstadtpark“ des Bayerischen Roten Kreuzes im Eichelweg 11 in Bayreuth und hat sich dort mit zwei Pflegefachkräften unterhalten. Darum lieben die Altenpflegerinnen ihren Beruf.

Viel Dankbarkeit für Altenpflegerinnen in Bayreuth

Katja Gutmann und Katharina Wohlfahrt, beide Pflegefachkräfte im BRK Altstadtpark, lieben ihren Beruf. Ein großer Faktor sei für sie der Dank, den man als Altenpflegerin erhält: „Es hat mir von Anfang an sehr viel Spaß gemacht, mit den alten Menschen umzugehen. Und man bekommt selbst für Kleinigkeiten großen Dank zurück“, sagt Gutmann. Sie macht diesen Job  seit 25 Jahren.

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Elke Lindner, Einrichtungsleiterin im Altstadtpark, kann dieses Gefühl nur bestätigen: „Ich bin seit 2007 in der Altenpflege und ich bin noch nie heim gegangen und habe dann gesagt, ich hatte einen schlechten Tag. Wenn das Team sich gut fühlt, dann gibt es keinen schöneren Job.“

Die „größte WG in Bayreuth“

Dennoch gebe es in Pflegeeinrichtungen immer wieder herausfordernde Situationen, die den Arbeitskräften ans Herz gehen: „Sehr einschneidend ist es generell, wenn Bewohner im Sterben liegen. Insbesondere dann, wenn keine Angehörigen kommen oder keine mehr da sind“, erzählt Gutmann.

Der tägliche Umgang mit den Bewohnern könne sehr an die Substanz gehen und bringe einen hohen Grad an Verantwortung mit sich: „Im Krankenhaus kann ich einen Arzt rufen. Hier muss ich in bestimmten Situationen selbst entscheiden, ob man derartige Hilfe braucht. Auch wenn manche nicht mehr essen oder nicht mehr trinken wollen, muss man damit irgendwie umgehen. Das ist eine Riesenherausforderung.“

Kommentar: Nach der Meinung eines bt-Redakteurs verdienen Pfleger auch außerhalb einer Pandemie große Anerkennung.

In einer Pflegeeinrichtung leben Menschen, die noch etwas erleben wollen. Auf der anderen Seite leben dort Menschen, die nicht mehr viel Lebensenergie haben. Diesen Zwiespalt müsse man unter einen Hut bringen. In gewisser Weise sei es die „größte WG in Bayreuth“ resümieren die beiden Altenpflegerinnen.

Wie schlägt sich Corona bei den Bewohnern in Bayreuth nieder?

Frau Wewel wohnt seit etwa einem Jahr im BRK Altstadtpark und ist bislang sehr zufrieden mit ihrem Aufenthalt – auch wenn Corona der Stimmung einen Dämpfer verpasst hat: „Es ist nicht mehr viel los. Jeder trottet vor sich selbst hin und man sitzt viel vor dem Fernseher. Nicht mehr alle können am Sport oder am Singen teilnehmen. Man betätigt sich selbst ein wenig als Samariter.“

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Trotz dieser Umstände strahlt Wewel gute Laune und Zufriedenheit aus: „Man macht das Beste daraus und mir gefällt es hier sehr. Die Einrichtung ist schön und es sind hier auch nicht so viele auf einem Haufen. Ich habe eine gute Endstation gewählt.“

Wie hat sich die Pflege verändert?

Laut Einrichtungsleiterin Lindner habe es in der Pflege im Vergleich zu früher viele Veränderungen gegeben. „Wir haben nicht mehr nur die, die im Krieg waren und zufrieden mit dem sind, was sie haben, sondern auch Menschen, die fordern. Wenn jemand ausschlafen möchte, dann kann er ausschlafen. Die Menschen müssen sich so verhalten dürfen, wie sie es möchten. Die Pflege muss heute individueller sein.“

Mit dieser Perspektive seien Pflegeeinrichtungen auch eher als „Einrichtungen für hilfe- und pflegebedürftige Menschen“ zu verstehen, in denen die Zimmer von Bewohnern gemietet sind und die Pfleger zu Gast seien. Lindner ist eine große Befürworterin dieser individuelleren Betreuung: „Menschen verändern sich und genauso muss sich auch die Pflege verändern.“