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Am Grünen Hügel steht ein eigenes Festspielhaus für Kinder
Wer öfter auf dem Grünen Hügel unterwegs ist, hat es längst bemerkt: Neben dem Festspielhaus ist in den vergangenen Monaten ein eigenes kleines Theater für Kinder entstanden. Nun öffnet die neue Spielstätte ihre Türen – und soll Familien die Welt Richard Wagners näherbringen.
Zunächst war da nur eine Kiesfläche. Dann ragten plötzlich einzelne Stangen in die Höhe. Mit etwas Fantasie ließ sich irgendwann die Form erkennen: Das wird ein kleines Festspielhaus. Inzwischen ist das Gebäude fertig. Eine bunte Folie umhüllt die Außenwände, darauf ist das Original-Festspielhaus aufgedruckt. Dahinter verbirgt sich eine neue Spielstätte für Kinder und Familien.
Ein zweites Festspielhaus zum Jubiläum
Im Inneren des Gebäudes sieht es aus wie in einem kleinen Theater: dunkler Boden, eine Bühne, Ränge für das Publikum und ausreichend Platz für Aufführungen und Workshops. Auch ein bewegliches Bühnenbild steht hier schon bereit. Wie es aussieht, soll aber noch geheim bleiben.
Herzstück des Programms bleibt die Kinderoper, die Katharina Wagner vor einigen Jahren ins Leben gerufen hat. Bisher auf Probebühne 4, hat sie nun einen eigenen repräsentativen Ort. Hier stehen Künstler auf der Bühne, die auch im großen Festspielhaus auftreten. Gespielt wird mit Orchester, Bühnenbild und allem, was dazugehört. Nur Dauer und Erzählweise werden an das junge Publikum angepasst. Das Interesse ist groß: Die Kinderoper ist bereits komplett ausgebucht.
Neben der Kinderoper gibt es ein umfangreiches Familienprogramm mit Workshops, Bastelaktionen, Sitzkissenkonzerten und Puppentheater.
„Die Idee ist wirklich, das als Einladung an die Stadt zu verstehen“, sagt Seraphin Feuchte. Der Pädagoge ist im Jubiläumsjahr für den neuen Education-Bereich der Bayreuther Festspiele zuständig.
Das ganze Programm gibt es auf der Seite der Bayreuther Festspiele.
Wagner zum Mitmachen
Der Auftakt erfolgt an diesem Wochenende (21. Juni 2026) mit den kostenfreien Familienworkshops zum „Fliegenden Holländer“ und zum „Ring des Nibelungen“. Für letzteren sind noch einige wenige Plätze verfügbar, die Anmeldung erfolgt per Mail an education@bayreuther-festspiele.de
Dabei sitzen die Kinder nicht etwa im Publikum. „Das Ziel ist, dass wir das Stück kennenlernen, selbst Rollen daraus spielen und die Musik kennen“, erklärt Feuchte. In kindgerechten 90 Minuten soll der Funke überspringen.
Gerade dieser spielerische Zugang sei wichtig, sagt Seraphin Feuchte.
„Es ist egal, ob man jedes Wort versteht. Die Botschaft kommt trotzdem rüber. Die Musik sagt alles, der Gesang sagt alles, das Bühnenbild sagt alles.“
Das Operla bringt die Heidehasen auf die Bühne
Zum Angebot gehört auch eine Puppentheaterproduktion des Bayreuther Figurentheaters Operla. Aufgeführt wird „Der Sängerkrieg der Heidehasen“, ein Stück, das Wagner-Opern augenzwinkernd parodiert.
„Die Kinder merken gar nicht, dass das Wagner ist“, sagt Feuchte. Für sie steht die Geschichte im Vordergrund. „Das Stück ist aber auch für Erwachsene unterhaltsam.“
Mehr als ein Jubiläumsprojekt?
Die Idee für das Familienprogramm gebe es schon länger, erzählt Feuchte. Das Jubiläumsjahr habe nun die Möglichkeit geschaffen, sie auch umzusetzen.
Noch ist das Projekt zeitlich begrenzt. Nach Ende des Kinderprogramms soll das Festspielhaus wieder abgebaut werden.
Ganz abgeschlossen scheint die Geschichte damit aber nicht zu sein. Der Wunsch, die Angebote auch in den kommenden Jahren fortzuführen, sei bei den Verantwortlichen vorhanden. Ob das gelingt, hängt vor allem von der Finanzierung ab.
Für Seraphin Feuchte wäre das ein wichtiger Schritt. Denn die Bayreuther Festspiele seien zwar weltberühmt, vielen Bayreuthern aber zugleich erstaunlich fern. Das kleine Festspielhaus soll genau das ändern und dafür sorgen, dass die nächste Generation Wagner nicht erst als Erwachsene entdeckt.












Das Sommerkonzert im Amphitheater am Audimax gibt es jetzt schon seit vier Jahren. © Nina Scheibe
Das Friedrichsforum am Jean-Paul-Platz. © bt-Redaktion