Recht

Arzt aus Bayreuth vor Gericht: er soll Corona-Impfnachweis gefälscht haben

Ein Arzt aus Bayreuth soll ein Corona-Impfausweis gefälscht haben. Der Mediziner muss sich nun vor dem Amtsgericht Bayreuth verantworten.

Ein Arzt aus Bayreuth soll einen Corona-Impfausweis gefälscht haben. Deshalb muss sich der Mediziner nun am Amtsgericht Bayreuth verantworten.

Eigentlich sollte nur ein einziger Verhandlungstag am Dienstag (2. November) angesetzt werden. Doch schnell war klar, dass daraus nichts wird.

Arzt aus Bayreuth wegen gefälschtem Corona-Impfnachweis vor Gericht

Corona-Impfausweis gefälscht – das ist der schwerwiegende Vorwurf, wegen dem sich ein Arzt aus Bayreuth vor dem Amtsgericht Bayreuth verantworten muss. Eigentlich war nur ein Verhandlungstag angesetzt. Der war nach wenigen Minuten bereits wieder beendet. Dafür wird es demnächst eine Fortsetzung geben. Mit gefälschten Impfausweisen versuchten mehrere Personen in Oberfranken, sich ein Impfzertifikat zu ergaunern.

Der angeklagte Mediziner soll einer Frau am 23. Januar 2021 in Bayreuth einen Impfausweis gefälscht haben, damit sie weniger Auflagen beim Reisen habe. Der Bayreuther Arzt soll demnach ein gefälschtes Gesundheitszeugnis ausgestellt haben. Der stritt das ab. Dass für den angeklagten Mediziner erhebliche berufliche Konsequenzen im Raum stehen waren ihm anzumerken. Energisch wies er die Anklage zurück. Gleich zweimal musste ihn der vorsitzende Richter frühzeitig ermahnen, einen dem Gericht angemessenen Ton zu wählen.

Gefälschter Corona-Impfnachweis: Verfahren gegen Bayreuther Arzt ausgesetzt

Der angeklagte Arzt ist im Auftrag der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB) als Impfarzt nach Bayreuth geschickt worden. Die vermeintlich geimpfte Frau ist Teil seines Impfteams bei der AWO gewesen.

An jenem Tag habe der Arzt aus Bayreuth selbst bereits rund 150 Impfungen vorgenommen, wie der Angeklagte vor Gericht darstellte. Bei der betroffenen Person sei dies jedoch nicht der Fall gewesen. Hier soll er bloß eine wichtige Unterschrift auf dem Impfausweis getätigt haben – für eine Impfung, die allerdings nicht stattgefunden haben soll.

Seine Mitarbeiterin sei am 2. Januar erstgeimpft und am 23. Januar zweitgeimpft worden – so gaben es die Chargennummern im Impfausweis der Frau an. Woher die Frau diese Nummern habe, ist unklar. Beide Termine habe der Angeklagte mit seiner ärztlichen Unterschrift offiziell gemacht. Ende Oktober lag die Zahl der vollständig gegen das Corona-Virus geimpften Personen in Bayreuth bei knapp über 68 Prozent.

Gegen die fragwürdige Frau läuft selbst ein Verfahren. Sie hat Bayreuth mittlerweile den Rücken gekehrt und lebt nun permanent in einem EU-Land. Sie selbst weist jede Schuld oder böswillige Absicht von sich. Es stand also Aussage gegen Aussage bezüglich des gefälschten Corona-Impfpasses in Bayreuth. Der Richter sah deshalb keine andere Möglichkeit, als die Verhandlung auszusetzen und die Frau im Ausland vor Gericht zu laden. Die Verhandlung wird zu einem späteren Termin vor dem Amtsgericht Bayreuth fortgesetzt. Sollte die Frau nicht in Bayreuth erscheinen, sei auch eine Vernehmung in ihrer neuen Heimat denkbar.

In einem größeren Maßstab soll sich eine Apothekerin aus München im Zusammengang mit Impfausweisen schuldig gemacht haben: Sie soll hunderte digitale Impfpässe gefälscht und verkauft haben.