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Zuletzt aktualisiert am 05. November 2024 | 18:55

Endlager

Atommüll-Endlagersuche: Fichtelgebirge atmet auf

von bt-Redaktion

Große Teile Oberfrankens sind laut dem aktuellen Bericht der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) für die Lagerung von hochradioaktivem Atommüll ungeeignet. Doch die Prüfung geht weiter.

(Quelle - https://www.bge.de/de/endlagersuche/standortregionen/endlagersuche-navigator/) Die in orange gekennzeichneten Flächen Oberfrankens wurden durch die BGE zum jetzigen Stand für die Suche nach einem Atomaren Endlager ausgeschlossen. Die weißen Flächen galten bereits als ungeeignet. An einer Klassifizierung der grau gekennzeichneten Zonen wird noch gearbeitet.
(Quelle - https://www.bge.de/de/endlagersuche/standortregionen/endlagersuche-navigator/) Die in orange gekennzeichneten Flächen Oberfrankens wurden durch die BGE zum jetzigen Stand für die Suche nach einem Atomaren Endlager ausgeschlossen. Die weißen Flächen galten bereits als ungeeignet. An einer Klassifizierung der grau gekennzeichneten Zonen wird noch gearbeitet.

In Deutschland läuft die Suche nach einem geeigneten tiefengeologischen Endlager für hochradioaktive Abfälle, die in über 60 Jahren der Atomkraftnutzung entstanden sind. Die Auswahl erfolgt in einem mehrstufigen, wissenschaftlich fundierten Verfahren, das die gesamte Fläche Deutschlands bewertet und ungeeignete Regionen systematisch ausschließt. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat nun einen neuen Zwischenstand veröffentlicht und weitere Gebiete in Oberfranken als ungeeignet eingestuft.

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Der Endlager-Suchprozess: Phasen und Ziele

Die Endlagersuche folgt einem strukturierten, mehrstufigen Prozess. Die erste Phase soll bis 2027 abgeschlossen sein und wird voraussichtlich nur etwa vier bis zehn Regionen übrig lassen, die für eine vertiefte Untersuchung vor Ort in Betracht kommen. Ein Endlager muss den hochradioaktiven Abfall für eine Million Jahre sicher einschließen – eine hohe Anforderung, die strenge Sicherheits- und Eignungskriterien erfordert.

Rolle der regionalen Koordinierungsstelle in Oberfranken

Die „Regionale Koordinierungsstelle für Oberfranken“ mit Sitz am Landratsamt Wunsiedel im Fichtelgebirge unterstützt den Suchprozess aktiv und pflegt einen engen fachlichen Austausch mit allen relevanten Akteuren. Sie setzt sich für ein gerechtes Verfahren ein, das gemäß dem Gesetz als partizipativ, wissenschaftsbasiert, transparent und lernfähig gestaltet ist.

Geeignete Wirtsgesteine für das Endlager: Salz, Ton und Kristallin

Die Endlagersuche konzentriert sich in Deutschland auf drei mögliche Wirtsgesteine: Salz, Ton und kristallines Gestein. Im letzten Bericht 2020 wurden in Deutschland noch etwa 54 % der Fläche als potenziell geeignet bewertet. Nun hat die BGE diese Fläche weiter eingegrenzt. Im Rahmen eines Bewertungsverfahrens werden die Gebiete in Kategorien von D bis A eingeteilt. Gebiete der Kategorie D, die Mindestanforderungen wie geeignete Gesteinsformationen nicht erfüllen, werden als ungeeignet betrachtet. Ebenso werden Regionen ausgeschlossen, die Ausschlusskriterien wie Nähe zu vulkanischer Aktivität erfüllen.

Neue Ergebnisse: Oberfranken größtenteils ausgeschlossen

Die jüngste Einschätzung der BGE schließt große Teile Oberfrankens von der Endlagersuche aus. Im westlichen Oberfranken sei kein kristallines Wirtsgestein in der benötigten Tiefe von 300 bis 1.500 Metern zu erwarten. Der östliche Teil Oberfrankens wird ebenfalls als ungeeignet eingestuft, da dort die Nähe zu jungen vulkanischen Aktivitäten sowie das regelmäßige Auftreten von Schwarmbeben gegen eine Eignung sprechen.

Vulkanismus im Fichtelgebirge

Der von der BGE veröffentlichte Arbeitsstand ist für den Leiter der Regionalen Koordinierungsstelle für Oberfranken und Geologen Dr. Andreas Peterek nicht überraschend. „Der Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge ist Teilregion des Egergrabens und daher ist der junge Vulkanismus immer eine Gefahr für ein Endlager.“

Für die wenigen in Oberfranken bisher verbliebenen Bereiche erwarte er im kommenden Jahr eine weitere Bearbeitung durch die BGE. „Verblieben sind bisher im Verfahren das hohe Fichtelgebirge und die Münchberger Masse“, so der Experte. Auch gegen diese Gebiete als Endlager würden allerdings zahlreiche Störungszonen sprechen.    

Diskussionsforum Ende November

Der von der BGE veröffentlichte Arbeitsstand kann im „3. Forum Endlagersuche“ öffentlich diskutiert werden. Dieses findet am 22. und 23. November in Würzburg statt und steht allen Interessierten offen. Eine Teilnahme ist dabei auch online möglich. „Wir beteiligen uns intensiv am Forum Endlagersuche und beziehen auch fachlich Stellung für die Region“, sagt Eva Bayreuther von der Regionalen Koordinierungsstelle. Partizipation und Transparenz seien essentiell für die Akzeptanz des Verfahrens. „Wir begrüßen sehr, dass die BGE Arbeitsstände veröffentlicht und der Öffentlichkeit sozusagen den Blick auf ihren Schreibtisch ermöglicht. Für uns ist entscheidend, dass bei diesem wichtigen Thema gute wissenschaftliche Praxis angewandt wird und eine öffentliche Diskussion möglich ist“, betont die Vertreterin Oberfrankens für das Verfahren der Endlagersuche.

Tourismusregion atmet auf

Bundestagsabgeordnete Silke Launert begrüßt die Entscheidung und zeigt Verständnis für die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger: „Das Ergebnis ist ein Schritt in die richtige Richtung für die Menschen im Fichtelgebirge. Die Region ist reich an Natur und spielt eine zentrale Rolle für Tourismus und Naherholung – das Risiko, hier ein Endlager zu errichten, wäre eine große Belastung gewesen.“

Evaluationsprozess wird forrtgesetzt

Dennoch bleibt die Debatte über die Endlagersuche in Deutschland intensiv. Die BGE setzt den Evaluationsprozess fort, um bis Ende 2027 einen geeigneten Standort zu finden. „Wir werden die Entwicklungen weiter genau beobachten und setzen uns auch weiterhin dafür ein, dass Regionen wie das Fichtelgebirge geschützt bleiben,“ so Launert.

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